
Trump erlaubt russisches Öl für Kuba trotz US-Blockade
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US-Präsident Donald Trump hat überraschend erklärt, keine Einwände gegen die Lieferung von russischem Öl nach Kuba zu haben. Dies geschieht, obwohl die Insel unter einer strengen US-Ölblockade leidet, die zu weitreichenden Engpässen und Stromausfällen geführt hat. Der Schritt markiert eine bemerkenswerte Abweichung von Trumps bisheriger harter Linie gegenüber dem Karibikstaat.
Trumps Kehrtwende bei Kuba-Ölblockade
US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Sonntagabend an Bord der Air Force One, er habe "kein Problem" damit, dass ein russischer Öltanker Kuba mit Hilfslieferungen versorgt. Die Insel sei durch eine US-Ölblockade in die Knie gezwungen worden. Trump erklärte Reportern, er habe den Verantwortlichen mitgeteilt: "Wenn ein Land jetzt Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit, ob es Russland ist oder nicht."
Der betreffende Öltanker, die "Anatoly Kolodkin", führt nach Tracking-Daten etwa 730.000 Barrel Öl mit sich. Am Sonntagabend befand sich das Schiff vor der Ostspitze Kubas und sollte bis Dienstag in der Stadt Matanzas eintreffen. Es ist wichtig zu beachten, dass die "Anatoly Kolodkin" von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich aufgrund des Krieges in der Ukraine sanktioniert ist.
Trump begründete seine Entscheidung damit, dass die Menschen auf Kuba überleben müssten. "Wir haben einen Tanker da draußen. Es macht uns nichts aus, wenn jemand eine Schiffsladung bekommt, denn sie brauchen… sie müssen überleben", so der Präsident. Er fügte hinzu: "Ich würde es vorziehen, es hereinzulassen, ob es Russland oder jemand anderes ist, weil die Menschen Wärme und Kühlung und all die anderen Dinge brauchen."
Kubas dramatische Energiekrise
Die von den USA verhängte Ölblockade hat verheerende Auswirkungen auf die kubanische Zivilbevölkerung. Inselweite Stromausfälle plagen die Kubaner, die bereits seit Jahren mit einer Krise zu kämpfen haben. Ein Beispiel hierfür war ein Blackout in Havanna am Samstag, dem 21. März 2026. Der Mangel an Benzin und grundlegenden Ressourcen hat Krankenhäuser lahmgelegt und den öffentlichen Nahverkehr stark eingeschränkt.
Experten schätzen, dass die erwartete Lieferung von 730.000 Barrel Öl etwa 180.000 Barrel Diesel produzieren könnte. Dies würde ausreichen, um Kubas täglichen Bedarf für neun oder zehn Tage zu decken. Seit dem 9. Januar hat Kuba keine Öllieferungen mehr erhalten, nachdem Mexiko eine Lieferung eingestellt hatte, die unter Druck von Trump erfolgte.
Geopolitische Spannungen und Trumps Strategie
Kubas Ölversorgung ist seit Jahrzehnten ein zentraler Punkt im geopolitischen Tauziehen zwischen den USA und Russland. Trumps Regierung hatte zuvor eine aggressivere Haltung gegenüber Kuba eingenommen als jede US-Regierung in jüngster Geschichte. Sie hatte Kuba effektiv von wichtigen Öllieferungen abgeschnitten, um einen Regimewechsel zu erzwingen.
Noch am Montag vor seiner jüngsten Äußerung hatte Trump erklärt, er erwarte, "die Ehre zu haben, Kuba zu übernehmen", und behauptete, er könne "alles tun, was ich will". Er hatte venezolanische Öllieferungen nach Kuba eingestellt und mit Zöllen gegen jedes Land gedroht, das Öl an Kuba verkauft. Trotz dieser früheren Drohungen wies Trump die Idee zurück, dass die Erlaubnis für den russischen Tanker dem russischen Präsidenten Wladimir Putin helfen würde. "Es hilft ihm nicht. Er verliert eine Schiffsladung Öl, das ist alles", sagte Trump. "Es wird keine Auswirkungen haben. Kuba ist erledigt. Sie haben ein schlechtes Regime. Sie haben eine sehr schlechte und korrupte Führung, und ob sie ein Boot Öl bekommen oder nicht, wird keine Rolle spielen."
Der politische Kontext in Washington
Die Entscheidung Trumps fällt in eine Zeit, in der seine Regierung mit mehreren Herausforderungen konfrontiert ist. Sein Zustimmungsrating sank kürzlich auf 36 Prozent, den niedrigsten Stand seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Dies ist unter anderem auf den Krieg im Iran und steigende Kraftstoffpreise zurückzuführen.
Auch die politischen Weichen für die Präsidentschaftswahlen 2028 werden bereits gestellt, da Trump aufgrund von Amtszeitbeschränkungen nicht erneut kandidieren kann. Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio, der auch als Trumps nationaler Sicherheitsberater fungiert, gelten als potenzielle Nachfolger. Rubio hat sich eng an Trumps harte Linie gehalten und ist ein prominenter Verteidiger der Regierungspolitik.