
Trump erwägt Cannabis-Neuklassifizierung: Markt reagiert volatil
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US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er eine Neuklassifizierung von Marihuana mittels Exekutivverordnung in Betracht zieht. Diese potenzielle Lockerung der Cannabis-Regulierung führte zunächst zu einem deutlichen Anstieg der Cannabis-Aktien, gefolgt von Gewinnmitnahmen und Kursrückgängen am Montag. Die Branche blickt mit Optimismus auf die möglichen Auswirkungen dieser Reform.
Trump erwägt Neuklassifizierung von Cannabis
Präsident Trump äußerte sich am Montag zu Berichten, wonach er Bundesbehörden anweisen könnte, Marihuana von einer Schedule I-Substanz zu einer weniger regulierten Schedule III-Droge umzuklassifizieren. Auf die Frage nach einer Exekutivverordnung zur Neuklassifizierung von Cannabis antwortete Trump: "Wir ziehen das in Betracht." Er fügte hinzu: "Viele Leute wollen die Neuklassifizierung sehen, weil sie zu enormen Mengen an Forschung führt, die nicht durchgeführt werden kann, es sei denn, man klassifiziert neu."
Eine solche Änderung würde Cannabis aus einer Gruppe von Drogen, die Heroin umfasst, in eine Kategorie mit Steroiden und Tylenol mit Codein verschieben. Brancheninsider erwarten diese Änderung seit Langem und sehen darin eine Chance, Banken und große Investoren für den Sektor zu gewinnen. Trump hatte eine Änderung der Marihuana-Klassifizierung bereits im August in den Raum gestellt.
Markt reagiert volatil auf Spekulationen
Die Berichte über Trumps Überlegungen lösten am Freitag eine Rallye im Cannabis-Sektor aus. Der Amplify Seymour Cannabis ETF (CNBS) verzeichnete einen Anstieg von über 50 % und erlebte seinen besten Tag überhaupt. Der ETF drehte ins Plus für das Jahr und war auf dem besten Weg, eine vierjährige Verlustserie zu beenden.
Am Montag jedoch zeigten sich die Anleger nach dem starken Anstieg vom Freitag gewinnmitnehmend. Der Amplify Seymour Cannabis ETF (CNBS) fiel am Nachmittag um fast 7 %, obwohl er nach Trumps Bestätigung kurzzeitig zulegte. Auch einzelne Cannabis-Produzenten wie Tilray und Canopy Growth verzeichneten Rückgänge von 10 % bzw. 4,6 %, während der Einzelhändler SNDL um über 13 % nachgab.
Lang erwartete Reform und Branchenoptimismus
Die Cannabis-Branche hegt große Hoffnungen auf eine mögliche Neuklassifizierung. Diese könnte nicht nur die Forschung erleichtern, sondern auch den Zugang zu Finanzdienstleistungen und Investitionen verbessern, die derzeit durch die Einstufung als Schedule I-Droge erschwert sind.
Irwin Simon, CEO von Tilray, äußerte sich am Freitag gegenüber CNBC optimistisch: "Ich bin viel optimistischer als je zuvor." Die anhaltenden Forderungen nach Cannabis-Reformen werden auch durch Proteste untermauert, wie jener von Bill Schmitt Jr. am 24. Oktober 2022 vor dem Weißen Haus, der Präsident Joe Biden aufforderte, Maßnahmen zur Cannabis-Begnadigung zu ergreifen.