
Trump fordert Fed-Zinssenkung und greift Immobilienmarkt an
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Donald Trump hat am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erheblichen Druck auf die Federal Reserve ausgeübt, die Zinsen zu senken, und gleichzeitig aggressive Maßnahmen seiner Regierung für den US-Immobilienmarkt verteidigt. Er argumentierte, dass institutionelle Investoren und hohe Kreditkosten normale Amerikaner vom Eigenheimerwerb ausschließen, und stellte Pläne zur Deckelung von Kreditkartenzinsen vor.
Druck auf die Federal Reserve und Führungswechsel
Präsident Donald Trump forderte am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nachdrücklich eine Senkung der Zinsen durch die Federal Reserve. Er argumentierte, die Vereinigten Staaten sollten die niedrigsten Zinsen weltweit zahlen und warf der Fed unter Jerome Powell vor, das Wirtschaftswachstum durch eine zu straffe Geldpolitik zu bremsen. "Wir sollten die niedrigsten Zinsen aller Länder der Welt zahlen", sagte Trump.
Trump kritisierte Powell scharf und bezeichnete ihn wiederholt als "zu spät". Er bestätigte Pläne, "in nicht allzu ferner Zukunft" einen neuen Fed-Vorsitzenden bekannt zu geben. "Jeder, den ich interviewt habe, ist großartig", sagte Trump, fügte jedoch hinzu, dass Kandidaten oft ihre Meinung ändern, sobald sie im Amt sind. "Wir hoffen, [der nächste Vorsitzende] macht den richtigen Job", so Trump. Die Trump-Administration hat zudem eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Jerome Powell eingeleitet, die Powell als Vorwand zur Schwächung der Unabhängigkeit der Fed bezeichnete und sich auf angebliche Falschaussagen gegenüber dem Kongress bezüglich eines 2,5 Milliarden US-Dollar teuren Renovierungsprojekts bezieht.
Maßnahmen für den Immobilienmarkt
Trump verteidigte eine kürzlich unterzeichnete Executive Order, die großen institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern verbietet. Er argumentierte, dass Wall-Street-Firmen die Immobilienmärkte verzerrt hätten, indem sie individuelle Käufer überboten. "Häuser werden für Menschen gebaut, nicht für Unternehmen", betonte Trump und fügte hinzu: "Amerika wird keine Nation von Mietern werden."
Große Firmen hätten "Hunderttausende" von Häusern gekauft, oft bis zu 10% der auf dem Markt befindlichen Immobilien, was die Preise in die Höhe treibe und ihnen Steuervorteile verschaffe, die einzelnen Käufern nicht zur Verfügung stünden. Trump forderte den Kongress auf, dieses Verbot dauerhaft zu machen. Zudem sollen staatlich unterstützte Institutionen angewiesen werden, Hypothekenpapiere im Wert von bis zu 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen, um langfristige Hypothekenzinsen zu senken. Der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek sei kürzlich erstmals seit Jahren unter 6% gefallen.
Kreditkarten-Zinsen im Fokus
Ein weiterer Vorschlag Trumps richtet sich an die Kreditkartenbranche. Er forderte die Gesetzgeber auf, die Kreditkartenzinsen für ein Jahr auf 10% zu deckeln. Trump argumentierte, dass die steigende Verbraucherverschuldung ein großes Hindernis für Amerikaner darstelle, die für eine Anzahlung sparen wollen.
"Sie berechnen Amerikanern Zinssätze von 28%, 30%, 31%, 32%", sagte Trump und fragte: "Was ist mit Wucher passiert?" Er ist der Ansicht, dass eine Entlastung der Verbraucher von Schulden Millionen von Haushalten den Zugang zum Eigenheim erleichtern würde. Laut Nick Anthony, einem Politikexperten des überparteilichen Cato Institute, könnten solche Preisobergrenzen jedoch den Zugang zu Krediten einschränken und den Markt verzerren.
Schutz bestehender Eigenheimbesitzer
Trotz seines Engagements für niedrigere Zinsen betonte Trump, dass seine Regierung Politik vermeiden wolle, die bestehende Eigenheimbesitzer durch einen Immobilienmarktzusammenbruch untergraben könnte. "Ich bin sehr schützend gegenüber Menschen, die bereits ein Haus besitzen", sagte Trump und wies darauf hin, dass steigende Immobilienwerte Wohlstand für Millionen von Familien geschaffen hätten.
Er argumentierte, dass eine drastische Senkung der Immobilienpreise nach hinten losgehen könnte, indem sie das Eigenkapital schmälert und verschuldete Hausbesitzer in finanzielle Schwierigkeiten bringt. "Ich könnte den Immobilienmarkt sehr schnell zum Einsturz bringen", sagte er. "Aber man würde viele Menschen zerstören, die bereits Häuser besitzen."
Wachstum versus Inflation
Trump wies die Vorstellung zurück, dass starkes Wirtschaftswachstum notwendigerweise die Inflation anheizt. Stattdessen argumentierte er, dass "richtiges Wachstum" dazu beitrage, den Preisdruck einzudämmen. "Wachstum bedeutet nicht Inflation", so Trump. "Wir hatten enormes Wachstum bei sehr niedriger Inflation."
Sein Ziel sei es, zu einem Marktumfeld zurückzukehren, in dem starke Wirtschaftsdaten die Aktienkurse steigen lassen, anstatt Ängste vor einer strafferen Geldpolitik auszulösen. "Wenn wir großartige Zahlen bekannt geben, sollte der Aktienmarkt steigen", sagte Trump. "So sollte es sein."
Marktreaktionen
Die US-Treasury-Märkte stabilisierten sich am Mittwoch nach dem starken Ausverkauf vom Dienstag, wobei die Rendite der 10-jährigen Anleihe bei etwa 4,27% verharrte. Trumps erneute Forderungen nach niedrigeren Zinsen führten nicht zu zusätzlicher Volatilität, da Investoren seine Ansichten zur Geldpolitik offenbar bereits eingepreist hatten.
Langlaufende Anleihen erholten sich leicht, wobei der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (NASDAQ:TLT) um 0,5% stieg, nachdem er in der vorherigen Sitzung um 1% gefallen war. Gold hingegen zog weiterhin sichere Hafenflüsse an und setzte seine Rallye auf neue Rekordhohen fort. Das Edelmetall kletterte um 1,9% auf 4.850 US-Dollar pro Unze, während der SPDR Gold Shares (NYSE:GLD) im Jahresverlauf um 11% zulegte, nach einem Anstieg von 64% im Jahr 2025.