
Trump fordert Netflix zur Entlassung von Susan Rice auf – Fusion unter Druck?
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US-Präsident Donald Trump fordert Netflix auf, Susan Rice, ehemaliges Mitglied der Obama- und Biden-Administrationen, aus dem Verwaltungsrat zu entlassen. Diese Forderung, geäußert auf Truth Social, folgt auf Rices Warnungen an Unternehmen, die sich Trump annähern, und fällt in eine kritische Phase für Netflix, das die kartellrechtliche Genehmigung für eine Fusion mit Warner Bros. Discovery anstrebt.
Trumps Ultimatum an Netflix
US-Präsident Donald Trump hat Netflix aufgefordert, Susan Rice, ein Mitglied des Verwaltungsrats und ehemalige hochrangige Beamtin der Obama- und Biden-Administrationen, umgehend zu entlassen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social drohte Trump dem Streaming-Riesen mit "Konsequenzen", sollte dieser der Forderung nicht nachkommen. Er bezeichnete Rice als "rassistisch, Trump-verrückt" und als "rein politischen Hack" ohne Talent oder Fähigkeiten.
Trumps Forderung verstärkt eine Botschaft der rechten Aktivistin Laura Loomer, die zuvor Maßnahmen gegen Rice gefordert hatte. Diese Intervention stellt eine ungewöhnlich direkte Aufforderung eines Präsidenten an ein börsennotiertes Unternehmen bezüglich der Zusammensetzung seines Verwaltungsrats dar. Trump hinterfragte zudem Rices Vergütung und ihre Rolle bei Netflix.
Hintergrund der Kontroverse: Rices Äußerungen
Die Eskalation folgt auf Äußerungen von Susan Rice in einem Podcast. Am 20. Februar warnte Rice in "Stay Tuned with Preet Bharara" Unternehmen davor, sich zu eng an Trump zu binden. Sie prognostizierte, dass Unternehmen, die sich dem Präsidenten beugen und Gesetze missachten, mit Konsequenzen rechnen müssten, sollte die Demokratische Partei wieder an die Macht kommen.
Rice kritisierte, dass Unternehmen, Anwaltskanzleien und Medienfirmen aus "sehr kurzfristigem Eigeninteresse" Trump entgegenkämen. Sie betonte, dass die Demokraten im Falle einer Rückkehr an die Macht nicht nach den "alten Regeln" spielen würden und eine "Rechenschaftsagenda" verfolgen könnten. Unternehmen sollten ihre Dokumente aufbewahren und auf Vorladungen vorbereitet sein. Rice trat dem Netflix-Verwaltungsrat im Jahr 2018 bei und kehrte 2023 nach dem Ausscheiden aus der Biden-Administration dorthin zurück.
Netflix' Fusionspläne und kartellrechtliche Prüfung
Trumps Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Netflix eine bedeutende Fusion mit Warner Bros. Discovery anstrebt. Diese geplante Akquisition, die auf 82,7 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, erfordert die Genehmigung der Kartellabteilung des US-Justizministeriums. Die politische Auseinandersetzung erhöht die Prüfung der Beziehungen zwischen Politik und Unternehmenswelt.
Die vorgeschlagene Fusion steht bereits unter kartellrechtlicher Beobachtung durch das Justizministerium und den Kongress. Konservative Kreise, darunter Laura Loomer, haben Netflix wegen der geplanten Übernahme von Warner Bros. kritisiert und dabei auf frühere Verbindungen des Unternehmens zu Ex-Präsident Obama verwiesen.
Trumps frühere Haltung zur Fusion
Im Dezember äußerte Trump Bedenken hinsichtlich der Fusion, da Netflix einen "sehr großen Marktanteil" habe und die Übernahme von Warner Bros. "ein Problem darstellen könnte". Im Februar erklärte er jedoch, er solle sich nicht persönlich in den Deal einmischen und würde die Untersuchung dem Justizministerium überlassen.
Netflix-Co-CEO Ted Sarandos gab Anfang der Woche in einem Podcast an, dass Trump in Gesprächen über den möglichen Deal keine politischen Zugeständnisse gefordert habe. Stattdessen habe sich Trump auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in Hollywood konzentriert. Trump hatte Sarandos in der Vergangenheit öffentlich gelobt und sich mehrfach mit ihm getroffen, unter anderem im November im Weißen Haus.
Reaktionen und weitere Implikationen
Vertreter von Netflix und Susan Rice haben auf Anfragen von Business Insider bisher nicht reagiert. Die Situation unterstreicht die zunehmende Verflechtung von Unternehmensführung und politischem Druck in den USA. Trump hat auf Social Media nicht spezifiziert, welche genauen Konsequenzen Netflix drohen könnten.
Ein konkurrierendes Angebot von Paramount Skydance für Warner Bros. Discovery in Höhe von 108,4 Milliarden US-Dollar hat bereits die kartellrechtliche Prüfung bestanden. Paramount hat zudem Schritte unternommen, um politische Verbindungen zu stärken, indem es Rene Augustine, eine ehemalige Sonderassistentin Trumps, und Bari Weiss, eine selbsternannte "radikale Zentristin", in Schlüsselpositionen berufen hat.