
Trump fordert Tech-Riesen zur Finanzierung neuer Kraftwerke wegen KI auf
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump wird heute den größten Stromnetzbetreiber der Vereinigten Staaten, PJM Interconnection, dazu auffordern, Technologieunternehmen an den Kosten für den Bau neuer Kraftwerke zu beteiligen. Hintergrund sind explodierende Strompreise und eine zunehmende Belastung der Netze, die maßgeblich durch den hohen Energiebedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) verursacht werden.
Steigende Strompreise und der Einfluss der KI
Die Strompreise im Versorgungsgebiet von PJM Interconnection sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist der Bau zahlreicher Rechenzentren durch Technologieunternehmen, die für das Training und den Betrieb von KI-Anwendungen benötigt werden. Das PJM-Netz versorgt über 65 Millionen Menschen in 13 Bundesstaaten und Washington, D.C., wobei Nord-Virginia den weltweit größten Markt für Rechenzentren darstellt.
Laut der Aufsichtsbehörde Monitoring Analytics sind 23 Milliarden US-Dollar der gestiegenen Stromkapazitätskosten bei PJM auf Rechenzentren zurückzuführen. Diese Kosten werden letztlich an die Verbraucher weitergegeben, was die Behörde in einem Schreiben vom November als "massiven Vermögenstransfer" bezeichnete.
Trumps Vorschlag: Notauktion für neue Stromerzeugung
Präsident Trump schlägt vor, dass PJM eine Notauktion abhält. In dieser Auktion sollen Technologieunternehmen auf Verträge für neue Stromerzeugungskapazitäten bieten. Ein Beamter des Weißen Hauses teilte CNBC mit, dass Energieminister Chris Wright, Innenminister Doug Burgum und parteiübergreifende Gouverneure diesen Vorschlag heute Vormittag vorstellen werden.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Taylor Rogers, erklärte dazu: "Unter der Führung von Präsident Trump leitet die Regierung eine beispiellose parteiübergreifende Anstrengung, PJM dringend aufzufordern, die Energieversorgungsfehler der Vergangenheit zu beheben, Preiserhöhungen zu verhindern und das Risiko von Blackouts zu reduzieren." Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst über diese Entwicklung berichtet.
Politische Implikationen und Netzstabilität
Die steigenden Stromrechnungen in vielen Teilen der USA stehen im Widerspruch zu Trumps Wahlkampfversprechen, die Energiepreise zu senken. Dieses Thema spielte eine wichtige Rolle bei den deutlichen Siegen der Demokratinnen Mikie Sherrill und Abigail Spanberger bei den Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia.
Die Zuverlässigkeit des Stromnetzes ist ebenfalls ein wachsendes Problem. In seiner jüngsten Auktion fehlten PJM sechs Gigawatt, um die Zuverlässigkeitsanforderungen für 2027 zu erfüllen. Diese Menge entspricht der Leistung von sechs großen Kernkraftwerken.
Abe Silverman, der von 2019 bis 2023 unter dem demokratischen Gouverneur Phil Murphy als Chefsyndikus des öffentlichen Versorgungsrates in New Jersey tätig war, warnt vor den Folgen dieser Stromknappheit. Er prognostiziert, dass Blackouts statt alle zehn Jahre nun häufiger auftreten könnten.