
Trump fordert UK zu "Drill, Baby, Drill" in der Nordsee auf
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US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an der britischen Energiepolitik erneuert und die Entscheidung der regierenden Labour-Regierung, neue Lizenzen für Öl- und Gasfelder in der Nordsee zu verbieten, scharf verurteilt. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit erhöhter globaler Energieunsicherheit und stark steigender Preise.
Trumps Forderung nach "Drill, Baby, Drill"
In einem Post auf Truth Social am Dienstag, dem 15. April 2026, äußerte sich Donald Trump deutlich zur britischen Energiepolitik. Er schrieb: "Europa ist verzweifelt auf Energie angewiesen, und doch weigert sich das Vereinigte Königreich, das Nordseeöl zu öffnen, eines der größten Felder der Welt. Tragisch!!!" Trump betonte, dass Aberdeen boomen sollte und kritisierte, dass Norwegen sein Nordseeöl zum doppelten Preis an das Vereinigte Königreich verkaufe und dabei ein Vermögen mache.
Er forderte das Vereinigte Königreich, das geografisch besser für die Energiegewinnung in der Nordsee positioniert sei als Norwegen, auf: "DRILL, BABY, DRILL!!! Es ist absolut verrückt, dass sie es nicht tun… UND, KEINE WINDMÜHLEN MEHR!" Diese Äußerungen sind Teil einer Reihe persönlicher Angriffe Trumps gegen den britischen Premierminister Keir Starmer in den letzten Wochen.
Geopolitische Spannungen und Energiepreise
Trumps Kommentare kommen inmitten anhaltender Unsicherheiten bei der Rohölversorgung aus dem ölreichen Nahen Osten. Die strategisch wichtige Straße von Hormus bleibt effektiv geschlossen. Seit dem US-Israel-Krieg mit dem Iran, der Ende Februar begann, sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) beschrieb dies als den "schwersten Ölversorgungsschock der Geschichte".
Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass dieser Energieschock das Vereinigte Königreich von allen fortgeschrittenen Volkswirtschaften am härtesten treffen wird. In seinem jüngsten World Economic Outlook senkte der IWF seine Schätzung für das Wachstum des Vereinigten Königreichs in diesem Jahr auf nur 0,8 %, gegenüber einer Prognose von 1,3 % vor Beginn der Feindseligkeiten.
Kritik an erneuerbaren Energien und Fokus auf Nordsee-Potenzial
Neben seiner Forderung nach verstärkter fossiler Brennstoffproduktion bekräftigte Trump auch seine Ablehnung der Windenergie. Er sprach sich gegen einen weiteren Ausbau der Windkraftinfrastruktur im Vereinigten Königreich aus. Bereits bei einem Staatsbesuch im letzten Jahr hatte er Windenergie als "teuren Witz" bezeichnet und Großbritannien aufgefordert, das "großartige Gut" des Nordseeöls und -gases zu nutzen.
Trump hob das Potenzial der Nordsee als Schlüsselregion für die Energieversorgung hervor und deutete an, dass das Vereinigte Königreich wirtschaftliche Chancen verpasse, indem es die Exploration und Produktion einschränke. Er verwies auf Aberdeen als wichtiges Energiezentrum, das seiner Meinung nach ein stärkeres industrielles Wachstum erleben sollte. Die konservative Parteivorsitzende Kemi Badenoch besuchte am 30. März 2026 die Well-Safe Protector Ölplattform im Südhafen von Aberdeen.
Die britische Energiepolitik im Spannungsfeld
Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer hat die Vergabe neuer Lizenzen für die Öl- und Gasexploration in der Nordsee eingestellt. Sie argumentiert, dass der Fokus auf den Ausbau heimischer sauberer Energie als Weg zur Stärkung der langfristigen Energiesicherheit liegen sollte. Dies steht im Einklang mit den langfristigen Netto-Null-Zielen des Landes.
Die Debatte über die Nordseelizenzen, Klimaverpflichtungen und Energiesicherheit im Vereinigten Königreich ist jedoch intensiv. Energieminister Ed Miliband warnte, dass eine Ausweitung der Nordseebohrungen wenig dazu beitragen würde, die Rechnungen der britischen Haushalte zu senken. Er betonte die Notwendigkeit, sich von fossilen Brennstoffmärkten zu lösen, deren Preise nicht kontrolliert werden können. Miliband wies darauf hin, dass die Hälfte der Rezessionen seit den 1970er Jahren durch Preisschwankungen bei fossilen Brennstoffen verursacht wurde.
Andere Stimmen fordern jedoch eine Neubewertung. Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair rief die Labour-Partei dazu auf, die Bohrungen in der Nordsee auszuweiten. Er erklärte, der Krieg im Nahen Osten habe die "strukturelle Anfälligkeit" des Landes für globale fossile Brennstoffschocks offengelegt. Auch Schatzkanzlerin Rachel Reeves äußerte sich "sehr glücklich", die Exploration der Felder Rosebank und Jackdaw zu unterstützen. Die Oppositionsführerin Kemi Badenoch sprach sich ebenfalls für eine verstärkte heimische Förderung in der Nordsee aus.
Die Bemerkungen Trumps unterstreichen die wachsenden Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Starmer, insbesondere in Bezug auf die Energiestrategie und den Umgang mit globalen Krisen.