Trump kritisiert 401(k)-Abhebungen für Eigenheim-Anzahlungen

Trump kritisiert 401(k)-Abhebungen für Eigenheim-Anzahlungen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend kritisch zu einem Vorschlag seiner eigenen Regierung geäußert, der es potenziellen Eigenheimkäufern ermöglichen sollte, Geld aus ihren 401(k)-Altersvorsorgekonten für eine Anzahlung abzuheben. Er begründete seine Skepsis mit der starken Performance der 401(k)-Anlagen und der Sorge um die langfristige Altersvorsorge der Bürger.

Trumps Kehrtwende bei 401(k)-Abhebungen

Während seiner Rückreise vom Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, erklärte Präsident Trump gegenüber Reportern an Bord der Air Force One, er sei "kein großer Fan" des Vorschlags. Er merkte an, dass "andere Leute es mögen", aber seine Hauptsorge gelte der hervorragenden Entwicklung der 401(k)-Konten. In einigen Fällen seien diese um 80 % bis 90 % gestiegen, und er erwarte, dass sie über ein ganzes Jahr hinweg "nahezu 100 %" erreichen könnten.

Trump betonte: "Ich mag es, ihre 401(k)s in Topform zu halten." Er fügte hinzu, dass der Immobilienmarkt zwar gut sei, die 401(k)s jedoch "viel besser" abschnitten. Diese Äußerungen stellen eine deutliche Kehrtwende zu früheren Ankündigungen seiner eigenen Administration dar.

Der ursprüngliche Vorschlag und seine Begründung

Der Vorschlag, 401(k)-Guthaben für Anzahlungen zu nutzen, wurde zuvor von der Regierung als Teil einer umfassenderen Initiative zur Verbesserung der Erschwinglichkeit von Wohneigentum vorgestellt. Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, hatte am 16. Januar gegenüber FOX Business erklärt, dass die Regierung "Leuten erlauben wird, Geld aus ihren 401(k)s zu entnehmen und dies für eine Anzahlung zu verwenden."

Hassett begründete die Notwendigkeit solcher Maßnahmen damit, dass die "typische monatliche Zahlung für eine gewöhnliche Familie, die ein gewöhnliches Haus kauft, sich etwa verdoppelt" habe. Auch die benötigte Anzahlung sei von etwa 15.000 US-Dollar auf rund 32.000 US-Dollar gestiegen, was einen "echten Aufholbedarf" schaffe. Obwohl Hassett angekündigt hatte, dass der Vorschlag während Trumps Rede in Davos vorgestellt werden würde, erwähnte der Präsident das Thema dort nicht.

Trumps weitere Initiativen zur Wohnraumförderung

Anstelle des 401(k)-Vorschlags konzentrierte sich Präsident Trump in seiner Rede in Davos auf andere Aspekte seiner Agenda zur Wohnraumförderung. Er forderte den Kongress auf, eine Obergrenze von 10 % für Kreditkartenzinsen für ein Jahr festzulegen. Steigende Kreditkartenschulden nannte er als Herausforderung für Amerikaner, die für eine Anzahlung sparen möchten.

Des Weiteren sprach Trump über seinen Plan, institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu untersagen. Er machte diese für steigende Immobilienpreise verantwortlich und bezeichnete dies als "einfach nicht fair gegenüber der Öffentlichkeit". Beide Vorschläge stießen jedoch auf Widerstand: Die Finanzdienstleistungsbranche warnte, dass eine Zinsdeckelung den Zugang zu Krediten einschränken könnte, während Investoren befürchten, dass ein Verbot für institutionelle Käufer die US-Hauspreise in die Höhe treiben könnte.

Kontroversen und Expertenstimmen

Der ursprüngliche Vorschlag, 401(k)-Guthaben für Anzahlungen zu verwenden, hatte bereits vor Trumps Kehrtwende eine intensive Debatte unter Altersvorsorgeexperten ausgelöst. Sie befürchten, dass eine Ausweitung des straffreien Zugangs zu Altersvorsorgekonten zu einem "Leck" in den langfristigen Ersparnissen führen könnte. Zudem könnte dies die Steuergesetze für betriebliche Altersvorsorgepläne verkomplizieren.

Mark Iwry, ehemaliger Senior Advisor des Finanzministeriums und Senior Fellow am Brookings Institution, kommentierte: "Nur der Kongress – nicht der Präsident, das Finanzministerium oder der IRS – hat die Befugnis, das [Steuer-]Gesetz zu ändern." Auch der Ökonom Peter Schiff äußerte auf X (ehemals Twitter) die Meinung, dass der Plan mehr Schaden als Nutzen anrichten würde, indem er Amerikaner dazu verleite, "ihre Altersvorsorge zu erschöpfen, um überteuerte Häuser zu überbezahlen." Kevin Crain, Executive Director des Institutional Retirement Income Council (IRIC), ist ebenfalls "kein Fan" und argumentiert, dass die Mission des 401(k)-Plans als langfristige Altersvorsorge verwässert werde. Er weist darauf hin, dass bereits die Möglichkeit besteht, ein Darlehen aus dem Plan für den Kauf eines Hauptwohnsitzes aufzunehmen, welches mit Zinsen zurückgezahlt wird, um die langfristigen Ersparnisse zu schützen.

Aktuelle Regeln und rechtliche Hürden

Aktuell können Erstkäufer eines Eigenheims, die jünger als 59,5 Jahre sind, bis zu 10.000 US-Dollar straffrei von einem individuellen Rentenkonto (IRA) für den Kauf eines Hauses abheben. Für 401(k)-Konten und andere arbeitgeberfinanzierte Pläne gibt es diese Ausnahmeregelung jedoch nicht. Frühe Abhebungen von 401(k)-Konten sind unabhängig vom Zweck mit einer Strafgebühr von 10 % belegt.

Der ursprüngliche Plan der Trump-Administration sah vor, diese Strafen und andere Beschränkungen für frühe Abhebungen für Erstkäufer von Eigenheimen aufzuheben oder zu reduzieren. Solche Änderungen würden jedoch voraussichtlich eine Gesetzesänderung erfordern, was die Umsetzung des Vorschlags ohne die Unterstützung des Kongresses erschweren würde. Die Wohneigentumsquote in den USA lag im dritten Quartal 2025 bei 65,3 %, ähnlich den Daten des US Census Bureau aus dem Jahr 2000.

Erwähnte Persönlichkeiten