Trump lockert Kuba-Ölblockade: Russischer Tanker darf anlegen

Trump lockert Kuba-Ölblockade: Russischer Tanker darf anlegen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagabend erklärt, keine Einwände gegen die Ankunft eines russischen Öltankers vor der Küste Kubas zu haben. Die Insel leidet unter einer umfassenden US-Ölblockade, die zu einer schweren humanitären Krise geführt hat. Trumps Äußerungen markieren eine unerwartete Flexibilität in der bisher aggressiven Politik seiner Regierung gegenüber dem Karibikstaat.

Kurswechsel in der US-Blockade gegen Kuba

Präsident Trump äußerte sich gegenüber Reportern an Bord der Air Force One auf dem Rückflug nach Washington: "Wir haben einen Tanker da draußen. Es macht uns nichts aus, wenn jemand eine Schiffsladung bekommt, denn sie brauchen es… sie müssen überleben." Auf die Frage, ob ein Bericht der New York Times über die Genehmigung des Tankers zutreffe, antwortete Trump: "Ich habe ihnen gesagt, wenn ein Land jetzt Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit, ob es Russland ist oder nicht."

Bislang hatte die Trump-Regierung alle Öllieferungen nach Kuba effektiv unterbunden, um einen Regimewechsel zu erzwingen. Diese Blockade hatte verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die mit jahrelangen Krisen zu kämpfen hat. Kritiker der Ölblockade und Experten für internationales Recht sehen darin eine Verletzung der kubanischen Souveränität und des humanitären Völkerrechts.

Der Tanker "Anatoly Kolodkin" und seine Fracht

Der russische Öltanker mit dem Namen "Anatoly Kolodkin" wurde am Sonntagabend vor der Ostspitze Kubas geortet und sollte bis Dienstag in der Stadt Matanzas eintreffen. Tracking-Daten zeigen, dass das Schiff etwa 730.000 Barrel Rohöl geladen hat. Das Schiff war am 8. März aus Primorsk, Russland, abgefahren und wurde von der britischen Royal Navy durch den Ärmelkanal verfolgt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die "Anatoly Kolodkin" von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich aufgrund des Krieges in der Ukraine sanktioniert ist. Experten schätzen, dass die erwartete Lieferung etwa 180.000 Barrel Diesel produzieren könnte, was den täglichen Bedarf Kubas für neun bis zehn Tage decken würde. Jorge Pinon, ein Energieexperte für Kuba an der University of Texas at Austin, schätzt, dass die Menge sogar 250.000 Barrel Diesel ergeben könnte, ausreichend für etwa 12,5 Tage.

Humanitäre Krise auf Kuba verschärft sich

Die US-Blockade hat Kuba von wichtigen Öllieferungen abgeschnitten, was zu einer tiefgreifenden Energiekrise geführt hat. Präsident Miguel Díaz-Canel zufolge hat Kuba seit drei Monaten keine Ölimporte erhalten. Dies hat landesweite Stromausfälle verursacht und den Mangel an Benzin und grundlegenden Ressourcen verschärft.

Die Folgen sind dramatisch: Krankenhäuser sind gelähmt, der öffentliche Nahverkehr ist stark eingeschränkt, und die Treibstoffpreise sind in die Höhe geschnellt. Einige Fluggesellschaften haben Flüge nach Kuba eingestellt, was die ohnehin fragile Wirtschaft des Landes zusätzlich belastet. Trump selbst räumte ein, dass die Menschen "Wärme und Kühlung und all die anderen Dinge brauchen".

Geopolitische Implikationen und Trumps Sicht

Kuba ist seit Jahrzehnten ein Brennpunkt im geopolitischen Tauziehen zwischen den USA und Russland. Trump spielte die Bedeutung der russischen Lieferung für Präsident Wladimir Putin herunter: "Es hilft ihm nicht. Er verliert eine Schiffsladung Öl, das ist alles. Wenn er das tun will, und wenn andere Länder es tun wollen, stört es mich nicht sehr."

Trump betonte, dass Kuba "fertig" sei und ein "schlechtes Regime" sowie eine "sehr schlechte und korrupte Führung" habe. Er fügte hinzu: "Ob sie ein Boot Öl bekommen oder nicht, wird keine Rolle spielen." Dennoch deutete er wiederholt weitere US-Maßnahmen gegen Kuba an und sagte, die Karibikinsel sei "als Nächstes dran". Er erklärte: "Kuba ist ein Chaos. Es ist ein scheiterndes Land, und sie werden als Nächstes dran sein. Innerhalb kurzer Zeit wird es scheitern, und wir werden da sein, um zu helfen."

Internationale Reaktionen und Hilfsaktionen

Die US-Blockade hat auch zivile Initiativen außerhalb Kubas ausgelöst. Der "Nuestra América Convoy" aus Mexiko lieferte humanitäre Hilfe nach Kuba. Zwei Segelboote, die am 20. März gestartet waren, erreichten am Samstagnachmittag, dem 28. März 2026, Havanna. Adnaan Stumo, der Koordinator des Hilfskonvois und US-Bürger, erklärte: "Wir kommen mit einer einfachen, aber kraftvollen Botschaft: Solidarität mit dem kubanischen Volk macht nicht an Grenzen halt. Sie überquert Ozeane."

Die mexikanische Marine hatte die Boote etwa 80 Seemeilen nordwestlich von Havanna geortet und sie anschließend in den Hafen von Havanna eskortiert. Diese Aktionen unterstreichen die internationale Besorgnis über die humanitäre Lage auf Kuba.

Erwähnte Persönlichkeiten