Trump lockert Ölsanktionen gegen Russland wegen Iran-Krieg und steigender Preise

Trump lockert Ölsanktionen gegen Russland wegen Iran-Krieg und steigender Preise

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Angesichts des eskalierenden Iran-U.S.-Krieges und der daraus resultierenden Spannungen auf den globalen Energiemärkten hat die Donald Trump-Administration temporäre Ausnahmegenehmigungen für den Kauf von russischem Öl erteilt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die weltweite Ölversorgung zu stabilisieren, nachdem die Brent-Rohölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten haben. Die Entscheidung soll einen sofortigen Angebotsimpuls geben, ohne die umfassenden Sanktionen gegen Moskau dauerhaft aufzuweichen.

Temporäre Lockerung russischer Ölsanktionen

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am Freitag eine "eng gefasste, kurzfristige Maßnahme" an. Diese erlaubt Ländern den Kauf von russischem Öl, das sich derzeit "auf See befindet". Die Anweisung betrifft explizit bereits verladenes Öl und soll als Ventil für globale Lagerbestände dienen. Bessent betonte, dass dies keinen signifikanten finanziellen Vorteil für die russische Regierung darstelle, da der Großteil der Energieeinnahmen aus Steuern stamme, die zum Zeitpunkt der Förderung erhoben werden.

Eine erste Genehmigung wurde Indien erteilt, russisches Öl zu beziehen, nachdem die USA im vergangenen Herbst Sanktionen verhängt hatten. Bessent deutete an, dass weitere Lockerungen für russisches Öl in Betracht gezogen werden könnten. Die Genehmigungen für Transaktionen, einschließlich jener von Schiffen, die von verschiedenen Sanktionsregimen betroffen sind, sind bis zum 3. April 2026 gültig.

Hintergrund: Der Iran-U.S.-Krieg und seine Folgen

Die Entscheidung zur Sanktionslockerung erfolgt vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten, der als "Operation Epic Fury" bezeichnet wird. Seit dem Start der Operation am vergangenen Samstagmorgen sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Der Iran hat seinen Einfluss auf die Straße von Hormus verstärkt, eine strategisch wichtige Schifffahrtsroute, durch die normalerweise 20 % des weltweiten täglichen Ölbedarfs transportiert werden. Die Aktivität in dieser Meerenge ist praktisch zum Erliegen gekommen.

Die Rohölpreise haben infolgedessen neue Höchststände erreicht. WTI Crude notiert nahe 95,17 US-Dollar, während Brent Oil bei 100,13 US-Dollar liegt – beide nähern sich 52-Wochen-Hochs. Der US-Rohöl-Benchmark überschritt am Freitag erstmals seit September 2023 die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von rund 20 US-Dollar innerhalb einer Woche. Auch die Benzinpreise steigen schnell: Der nationale Durchschnitt der AAA lag am Freitag bei 3,32 US-Dollar pro Gallone, ein Plus von etwa 34 Cent gegenüber der Vorwoche.

Finanzielle Auswirkungen und Marktvolatilität

Die Märkte reagierten auf die Entwicklungen mit erheblicher Volatilität. Der United States Oil Fund LP (NYSE:USO), der die WTI Crude Futures abbildet, verzeichnete in den letzten fünf Handelstagen einen Anstieg von 22,93 % und seit Jahresbeginn ein Plus von 69,76 %. Über die letzten sechs Monate und das gesamte Jahr betrug die Rendite 61,49 % bzw. 62,62 %. Am Donnerstag schloss der Fonds 9,57 % höher bei 118,39 US-Dollar.

Die Trump-Administration betont, dass die Maßnahmen darauf abzielen, einen Preisanstieg für die Verbraucher zu verhindern und die globale Versorgung zu sichern. Präsident Trump äußerte am Montag, er werde einige Ölsanktionen aufheben, um das Angebot zu erhöhen und die Preise zu senken. Er erwähnte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Nach Trumps Äußerungen, der Krieg werde früher enden als gedacht, fielen die Ölpreise, während die Aktienmärkte zulegten.

Politische Reaktionen und Bedenken

Die Entscheidung, russisches Öl wieder zuzulassen, stieß bei einigen Senatsdemokraten auf scharfe Kritik. Senats-Minderheitsführer Chuck Schumer (D-NY) und führende Demokraten mehrerer Ausschüsse warfen Präsident Trump vor, mit dem Iran-U.S.-Krieg einen "selbstgemachten globalen Energieschock" verursacht zu haben. Sie befürchten, dass die Lockerung der Sanktionen Wladimir Putin bereichern und seine Kriegskassen für den Konflikt in der Ukraine füllen könnte.

Die Demokraten äußerten zudem Bedenken hinsichtlich Berichten, wonach Russland dem Iran Geheimdienstinformationen über die Positionen der US-Streitkräfte im Nahen Osten liefert. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, äußerte jedoch Zweifel am Erfolg einer solchen Koordination zwischen Russland und dem Iran.

Langfristige Perspektiven und Russlands Rolle

Washington besteht darauf, dass die neuen Maßnahmen nicht darauf abzielen, die Beschränkungen gegen Moskau wegen seines Vorgehens im Ukraine-Krieg zu lockern, sondern lediglich bereits im Transit befindliche Lieferungen betreffen. Finanzminister Bessent bekräftigte, dass das Finanzministerium weiterhin Maßnahmen zur Entlastung des Marktes während des Konflikts ankündigen werde.

Der Kreml-Wirtschaftsberater Kirill Dmitriev bestätigte Gespräche mit den Vereinigten Staaten zu diesem Thema und kommentierte auf X, dass "westliche Sanktionen sich als schädlich für die Weltwirtschaft erwiesen haben". Die russische Wirtschaft leidet unter der finanziellen Last des Ukraine-Krieges und den darauf folgenden Sanktionen, die zu Inflation führten und das Wachstum belasteten. Die Öl- und Gaseinnahmen Russlands fielen im Januar auf ein Fünfjahrestief. Die temporäre Lockerung der Sanktionen könnte Russland eine gewisse Entlastung verschaffen, stellt Washington jedoch vor das Dilemma, die globalen Ölpreise zu stabilisieren, ohne die Einnahmen Moskaus im Kontext des Ukraine-Krieges zu stärken.

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