Trump plant Notauktion: Tech-Giganten sollen Stromkosten für Datenzentren tragen

Trump plant Notauktion: Tech-Giganten sollen Stromkosten für Datenzentren tragen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die US-Regierung unter Donald Trump plant Berichten zufolge eine Notauktion, die Tech-Giganten und Hyperscaler dazu verpflichten könnte, den Bau neuer Kraftwerke zu finanzieren. Ziel ist es, den massiv steigenden Strombedarf von Datenzentren, insbesondere durch den KI-Boom, zu decken, ohne die Stromrechnungen für amerikanische Haushalte und Unternehmen in die Höhe zu treiben.

Trumps Plan: Notauktion für neue Kraftwerke

Die Trump-Administration wird voraussichtlich vorschlagen, dass PJM Interconnection, der größte Stromnetzbetreiber in den USA, eine Notauktion abhält. Diese Auktion soll es Technologieunternehmen ermöglichen, auf 15-Jahres-Verträge für den Bau neuer Kraftwerke zu bieten. Das PJM-Netz erstreckt sich über 13 Bundesstaaten im mittleren Atlantik, Mittleren Westen und Süden, einschließlich Nord-Virginia.

Die entsprechende Anweisung wird voraussichtlich am Freitag im Weißen Haus vom National Energy Dominance Council unterzeichnet. Anwesend sein sollen unter anderem die Gouverneure Josh Shapiro (Pennsylvania), Mike DeWine (Ohio) und Glenn Youngkin (Virginia). Sollte PJM dem Plan zustimmen, könnten neue Kraftwerke im Wert von bis zu 15 Milliarden US-Dollar gebaut werden. Der Plan wird als unverbindliche "Grundsatzerklärung" präsentiert.

Hintergrund: Steigender Strombedarf durch KI-Boom

Dieser Vorstoß Trumps kommt inmitten stark steigender Stromrechnungen und einer wachsenden Besorgnis über den Energiebedarf von Datenzentren. Diese sind ein kritischer Bestandteil des KI-Booms und treiben den Stromverbrauch in die Höhe. Der durchschnittliche US-Einzelhandelspreis für Strom erreichte im September einen Rekordwert von 18,07 Cent pro Kilowattstunde, ein Anstieg von 7,4 Prozent.

PJM Interconnection, das bereits die weltweit größte Konzentration von Datenzentren beherbergt, erwartet, dass die Spitzenlast in seinem System bis 2030 um 17 Prozent gegenüber dem diesjährigen Höchststand ansteigen wird. Präsident Trump hat wiederholt betont, dass die USA im KI-Bereich führend sein sollen, gleichzeitig aber gefordert, dass Tech-Unternehmen die Stromkosten für ihre Datenzentren selbst tragen. In einem Social-Media-Post schrieb er: "Ich möchte niemals, dass Amerikaner wegen Datenzentren höhere Stromrechnungen bezahlen."

Reaktionen und Herausforderungen

Bereits vor der offiziellen Ankündigung hatte Microsoft Corp. (NASDAQ:MSFT) zugesagt, seinen Anteil an den Stromkosten im Netz im Rahmen eines "Community-First"-Ansatzes zu übernehmen. Das Unternehmen erklärte, mit lokalen Versorgungsunternehmen zusammenarbeiten zu wollen, um sicherzustellen, dass Anwohner nicht unter höheren Stromkosten leiden. Microsoft versprach zudem, Arbeitsplätze zu schaffen und den Wasserverbrauch zu minimieren.

Marsden Hanna, Global Head of Sustainability and Climate Policy bei Alphabet Inc. (NASDAQ:GOOGL) (NASDAQ:GOOG) Google, äußerte sich zu den Herausforderungen. Er nannte Übertragungsbarrieren und Wartezeiten für den Netzanschluss als die größten Hürden für die Erweiterung von Datenzentren. Google hatte im Juli eine Investition von 25 Milliarden US-Dollar in Datenzentren und KI-Infrastruktur im PJM-Netz angekündigt.

Rick Pederson, Vice Chairman und Chief Strategy Officer bei Bow River Capital, kommentierte gegenüber Benzinga, dass die "KI-Revolution zusätzliche Kosten verkraften kann". Er schlug vor, dass neue Datenzentrums-Investitionen sich von der PJM-Region in Staaten wie Texas, Oklahoma oder North Dakota verlagern könnten, die niedrigere Kosten und schnellere Netzanschlüsse bieten.

PJM selbst wurde nicht zur Veranstaltung eingeladen, wie Sprecher Jeffrey Shields gegenüber Bloomberg bestätigte: "Wir haben dazu nicht viel zu sagen. Wir wurden nicht zu der Veranstaltung eingeladen, die sie anscheinend morgen abhalten, und wir werden nicht dort sein."

Auswirkungen für Tech-Giganten und Verbraucher

Sollte der Plan Trumps umgesetzt werden, müssten Tech-Giganten für die Dauer ihrer 15-Jahres-Verträge für den Strom bezahlen, unabhängig davon, ob sie die gesamte Kapazität nutzen. Dies würde den Stromerzeugern über Jahre hinweg sichere Einnahmen in einem Markt sichern, der für Preisvolatilität und Generatorinsolvenzen bekannt ist.

Für Millionen von US-Bürgern, die von PJM Interconnection versorgt werden, könnte der Schritt bedeuten, dass sie nicht die Hauptlast der steigenden Stromkosten tragen müssen, die durch den enormen Energieverbrauch der Unternehmen entstehen. Beobachter merken an, dass dieser Ansatz den Bau neuer Erdgaskraftwerke und potenziell auch Kernkraftwerke beschleunigen könnte. Gleichzeitig könnte er das Spielfeld zugunsten großer Hyperscaler neigen, die besser in der Lage sind, höhere Stromkosten zu absorbieren, im Vergleich zu kleineren KI-Infrastrukturanbietern.

Erwähnte Persönlichkeiten