Trump-Rede zum Iran-Krieg: Finanzmärkte im Spannungsfeld von Ölpreisen und Hormus-Blockade

Trump-Rede zum Iran-Krieg: Finanzmärkte im Spannungsfeld von Ölpreisen und Hormus-Blockade

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US-Präsident Donald Trump wird am Mittwochabend eine mit Spannung erwartete Rede zur Lage im Iran-Krieg halten, während die globalen Ölmärkte und die Verbraucherpreise stark unter Druck stehen. Die Ansprache erfolgt inmitten widersprüchlicher Signale über ein baldiges Kriegsende und die Rolle der USA bei der Sicherung der wichtigen Straße von Hormus.

Trumps bevorstehende Ansprache

Präsident Trump wird am Mittwoch um 21 Uhr ET (Eastern Time) eine landesweite Ansprache halten, die das Weiße Haus als "wichtiges Update zum Iran" bezeichnete. Es ist seine erste Primetime-Rede seit den US-amerikanischen und israelischen Angriffen, die am 28. Februar begannen. Die Rede findet vor dem Hintergrund sinkender Zustimmungswerte Trumps unter 40 Prozent und einer Mehrheit der Amerikaner, die den Krieg ablehnen, statt.

Trump hat in den letzten Tagen wiederholt erklärt, er habe einen zwei- bis dreiwöchigen Plan zur Beendigung der Operationen und die USA würden "ziemlich schnell aus dem Iran abziehen". Er bezeichnete dies als "Siegrunde" und behauptete einen "vollständigen Regimewechsel", obwohl der Iran keine neue Regierung hat. Zudem versicherte er, dass US-Maßnahmen sichergestellt hätten, dass der Iran niemals Atomwaffen erhalten werde. Gregory Brew, Senior Analyst bei der Eurasia Group, merkte an, dass die Regierung die Rechtfertigung zu konsolidieren scheint, der Iran habe einen "Schild" aus Raketen und Drohnen gebaut, um heimlich sein Atomprogramm wiederaufzubauen.

US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende und nannte als Hauptziele die Zerstörung der iranischen Luftwaffe und Marine, die "erhebliche Reduzierung" der Raketenkapazitäten und die Zerstörung von Fabriken. Er betonte, dass das Hauptziel, den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern, erreicht worden sei.

Die widersprüchliche Lage an der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, ein Nadelöhr für etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots, bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor. US-Rohöl hat sich seit Jahresbeginn im Preis nahezu verdoppelt, und die Kosten für fast alles, von Autos über Flüge bis hin zu Produkten, die auf Kunststoffe oder Halbleiter angewiesen sind, sind gestiegen. Die Benzinpreise in den USA haben im Durchschnitt die 4-Dollar-Marke pro Gallone überschritten.

Trumps Haltung zur Sicherung der Straße von Hormus war widersprüchlich. Am Dienstag erklärte er gegenüber europäischen Verbündeten, sie sollten "ihr eigenes Öl holen" und die Sicherung der Meerenge sei nicht länger Amerikas Problem. Dies wurde an der Wall Street positiv aufgenommen. Am Mittwoch schrieb Trump jedoch auf Truth Social, er wolle die Straße von Hormus "offen, frei und klar" sehen, bevor Waffenstillstandsgespräche beginnen könnten. Die Vereinigten Arabischen Emirate reagierten mit der Bitte an die UN, Maßnahmen, einschließlich des Einsatzes von Gewalt, zur Wiedereröffnung der Meerenge zu genehmigen.

Ein Waffenstillstand ist ebenfalls unklar. Trump behauptete auf Truth Social, der iranische Präsident habe einen solchen beantragt, was Teheran jedoch umgehend und scharf dementierte. Ein Sprecher des Büros von Präsident Masoud Pezeshkian schrieb auf X: "Den Wahnvorstellungen und Falschheiten von Kriminellen wird keine Beachtung geschenkt." Tom Kloza, ein erfahrener Ölanalyst, warnte, dass der Begriff "Waffenstillstand" in diesem Kontext "sehr zweideutig" sei.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Ölpreise

Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete die Störung in Hormus als die größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol warnte am Mittwoch, dass der April deutlich schlimmer sein werde als der März, da die Öllieferungen, die bei Kriegsbeginn bereits unterwegs waren, nun ausgeliefert wurden. "Im April gibt es nichts", so Birol.

Marko Papic von BCA Research schätzt, dass der Weltmarkt täglich 4,5 bis 5 Millionen Barrel verloren hat, was etwa 5 Prozent des globalen Angebots entspricht. Er warnt, dass sich diese Zahl bis Mitte April verdoppeln wird, wenn die strategischen Reserven zur Neige gehen. Der kumulierte Verlust an Rohöl, raffinierten Produkten und Petrochemikalien nähert sich einer halben Milliarde Barrel, so Kloza.

Die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den strategischen Erdölreserven der IEA-Mitgliedsländer, die größte jemals verzeichnete, hat zwar geholfen, aber Kloza relativierte dies: "Wenn man bedenkt, dass 10 bis 20 Millionen Barrel pro Tag verloren gehen und 1,3 Millionen freigegeben werden, ist es ziemlich offensichtlich, dass es eine Spielzeugpistole gegen Haubitzen ist." Trotz der Hoffnung auf ein Kriegsende, die die Finanzmärkte beflügelte und den Brent-Rohölpreis kurzzeitig unter 100 Dollar pro Barrel fallen ließ, äußerte Kloza Skepsis: "Ich habe die Vermutung, dass das, was er sagt, nicht die gewünschte Wirkung haben wird, all diese hohen Preise wirklich umzukehren."

Regionale Eskalation und humanitäre Lage

Der Krieg im Iran dauert nun 33 Tage an und ist von einer anhaltenden Eskalation geprägt. Am Mittwochmorgen traf eine iranische Rakete einen Heizöltanker in katarischen Gewässern, während Huthi-Rebellen eine dritte Raketensalve auf Israel abfeuerten. Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) gaben an, 230 Ziele in Teheran getroffen und eine Invasion in den Libanon ausgeweitet zu haben. Im Gegenzug greift der Iran Militärbasen der USA in Golfstaaten an, wobei diese Woche 20 US-Soldaten in Saudi-Arabien verletzt wurden.

Die humanitäre Bilanz ist verheerend: Mehr als 3.000 Menschen wurden im gesamten Nahen Osten getötet, darunter 13 US-Soldaten. Der Iran meldet über 1.700 Tote im eigenen Land. Im Libanon wurden bei israelischen Angriffen in etwa vier Wochen über 1.300 Menschen getötet und mehr als eine Million vertrieben. Israel hat seine Invasion im Südlibanon ausgeweitet und plant die Zerstörung von Dörfern, um eine "Pufferzone" gegen die Hisbollah zu schaffen.

Diplomatische Bemühungen und NATO-Spannungen

Hinter den Kulissen scheinen diplomatische Bemühungen im Gange zu sein. Vizepräsident JD Vance sprach am Dienstag mit pakistanischen Vermittlern und übermittelte eine "strenge" Botschaft, dass Trump "ungeduldig" sei und der Druck auf die iranische Infrastruktur erhöht werde, bis eine Einigung erzielt sei. Die USA seien offen für einen Waffenstillstand, sofern bestimmte Forderungen erfüllt würden. Als Gegenprogramm berichteten iranische Staatsmedien am Mittwoch, dass Präsident Pezeshkian in Kürze einen "wichtigen" Brief direkt an das amerikanische Volk veröffentlichen werde.

Die Spannungen reichen bis zur NATO. Trump erwägt laut einem Interview mit dem britischen Telegraph einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis. Er zeigte sich verärgert darüber, dass wichtige NATO-Mitglieder den US-israelischen Krieg im Iran kritisierten und Trumps Bitte um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus ablehnten. Auch Außenminister Rubio, der sich als "starker Verteidiger der NATO" bezeichnete, meinte, die Regierung solle "den Wert der NATO und dieses Bündnisses für unser Land neu bewerten".

Erwähnte Persönlichkeiten