Trump sieht Iran-Konflikt vor dem Ende: Märkte im Aufwind, Experten warnen

Trump sieht Iran-Konflikt vor dem Ende: Märkte im Aufwind, Experten warnen

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US-Präsident Donald Trump hat sich optimistisch über ein baldiges Ende des Konflikts mit Iran geäußert und prognostiziert einen bevorstehenden Boom an den Aktienmärkten. Diese Aussagen, die inmitten von Spekulationen über neue Friedensgespräche fielen, beflügelten die globale Marktstimmung, obwohl Experten vor voreiligem Optimismus warnen.

Trumps optimistische Einschätzung und mögliche Friedensgespräche

In einem am Mittwoch, den 15. April 2026, ausgestrahlten Interview mit Maria Bartiromo auf Fox Business erklärte US-Präsident Donald Trump, der Iran-Konflikt sei "sehr nahe am Ende". Er behauptete, die Behörden in Teheran seien "sehr daran interessiert", ein Friedensabkommen zu schließen. Trump betonte: "Wir haben sie militärisch total besiegt." Er fügte hinzu, dass es Iran 20 Jahre dauern würde, das Land wieder aufzubauen, wenn die USA jetzt abziehen würden, und dass die Operationen noch nicht abgeschlossen seien.

Der Präsident verteidigte die US-Militäroperationen gegen Iran mit der Begründung: "Wir müssen sie davon abhalten, jemals eine Atomwaffe zu besitzen." Ein Beamter des Weißen Hauses teilte CNBC am Dienstag mit, dass eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran diskutiert werde, jedoch noch nichts offiziell geplant sei. Später informierte Trump die New York Post, dass neue US-Iran-Gespräche in Islamabad "in den nächsten zwei Tagen stattfinden könnten", nachdem er zuvor Europa als möglichen Ort genannt hatte. Gegenüber ABC News am 14. April deutete er an, dass eine Verlängerung des zweiwöchigen Waffenstillstands möglicherweise nicht notwendig sei, und sagte: "Ich denke, Sie werden erstaunliche zwei Tage vor sich haben."

Trump äußerte, ein Abkommen sei vorzuziehen, "weil sie sich dann wieder aufbauen können." Er fügte hinzu: "Sie haben jetzt wirklich ein anderes Regime. Egal was passiert, wir haben die Radikalen ausgeschaltet." Mehrere hochrangige iranische Führer, darunter der Oberste Führer Ali Khamenei, wurden bei US-israelischen Angriffen getötet.

Marktstimmung und Ölpreise

Trumps jüngste Äußerungen kommen inmitten wachsenden Marktoptimismus, dass eine diplomatische Lösung für den US-Iran-Konflikt gefunden werden kann, trotz des Scheiterns von Friedensgesprächen am vergangenen Wochenende. Der Präsident spielte die durch den Konflikt ausgelösten globalen Marktturbulenzen herunter und prognostizierte, dass die Ölpreise, die aufgrund von Lieferengpässen stark gestiegen waren, bald fallen würden. Er sagte voraus, dass der "Aktienmarkt boomen wird, er boomt bereits", sobald der Konflikt beendet sei.

Tatsächlich beflügelte Trumps optimistische Einschätzung die globale Marktstimmung. Die Aktienmärkte erholten sich, und mehrere wichtige Indizes machten die Verluste seit Kriegsbeginn im Februar wieder wett. Am Mittwoch erholte sich der Ölpreis nach einem Rückgang am Vortag. Brent-Rohöl stieg um 1,2 % auf rund 96 Dollar pro Barrel. Bereits am 8. April, nach Trumps Ankündigung eines zweiwöchigen Angriffsstopps, sprangen alle drei großen Indizes – der S&P 500, der Nasdaq Composite und der Dow Jones Industrial Average – um mehr als 2,5 %. Der Dow verzeichnete dabei seinen größten Tagesgewinn seit einem Jahr.

Die Blockade der Straße von Hormus

Der Konflikt hat die Funktionsweise eines wichtigen Wasserwegs für den industriellen Transit unterbrochen und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Es gibt Anzeichen, dass Teheran eine Eskalation vermeiden will, indem die Behörden eine Pause bei den Lieferungen durch die strategische Straße von Hormus in Betracht ziehen, um eine US-Blockade nicht zu testen und neue Verhandlungen nicht zu gefährden.

Die USA setzen ihre Blockade der Straße von Hormus fort, um die Ölexporte der Islamischen Republik einzudämmen. Das US Centcom erklärte, die Blockade sei nach ihrem Inkrafttreten am Montag vollständig umgesetzt worden. Die Marine behindert den Verkehr außerhalb der Meerenge im Golf von Oman und scheint einige Tanker, darunter die von den USA sanktionierte Rich Starry, gezwungen zu haben, eine Kehrtwende zurück in den Persischen Golf zu machen. Dies deutet darauf hin, dass der Versuch, die US-Blockade zu durchbrechen, gescheitert ist. Ein weiterer sanktionierter Tanker, die Elpis, stoppte in der Nähe des Wendepunkts der Rich Starry.

Berichten der Washington Post zufolge entsendet das Pentagon Tausende zusätzliche Truppen in die Region, darunter etwa 6.000 Soldaten an Bord des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush und seiner Begleitschiffe sowie weitere 4.200 mit der Boxer Amphibious Ready Group. Dieser Schritt soll Iran unter Druck setzen, ein Abkommen zu schließen. US-Beamte erwägen jedoch auch die Möglichkeit zusätzlicher Angriffe oder Bodenoperationen, falls der Waffenstillstand nicht hält.

Skepsis und Warnungen von Experten

Trotz des Optimismus an den Märkten warnen Experten vor voreiligen Schlussfolgerungen. Kenneth Rogoff, Professor an der Harvard University, äußerte gegenüber Bloomberg TV, die Finanzmärkte seien "naiv", wenn sie glaubten, der Konflikt im Nahen Osten sei gelöst und es sei "Mission erfüllt". Rogoff bezeichnete es als "rätselhaft", dass die Märkte eine "kein Problem"-Haltung einnähmen, während die US-Aktienkurse angesichts der Hoffnung auf die Wiederaufnahme der US-iranischen Friedensgespräche in Islamabad nahe Rekordhochs lägen.

Rogoff kommentierte: "Ich denke, es ist naiv zu glauben, dass die Mission erfüllt ist. Ich denke, es ist eine vorübergehende Atempause. Das iranische Regime ist immer noch an der Macht, ehrlich gesagt ist das US-Regime immer noch an der Macht, und ich denke, es werden noch mehr Dinge passieren. Aber... die Märkte haben einfach entschieden, dass es keine Rolle spielt, alles wird gut werden. Ich halte das für ein wenig naiv." Er warnte zudem, dass der Konflikt bereits ein "großer stagflationärer Schock" sei, zusätzlich zu den Auswirkungen von Donald Trumps Zöllen, die sich noch im System auswirkten. Mittelfristig drücke dies die Zinsen nach oben, nicht nach unten.

Die geopolitische Unsicherheit ist somit noch nicht vorbei. Präsident Trump erklärte in einem Truth Social Post, das US-Militär werde vor Ort bleiben, bis Iran "dem echten Abkommen" nachkomme. Sollte Iran dies nicht tun, so Trump, würde die militärische Reaktion der USA stärker ausfallen als je zuvor.

Langfristige Anlagestrategien in unsicheren Zeiten

Angesichts dieser Gemengelage ist es schwierig, die nächste Bewegung des Aktienmarktes vorherzusagen. In einem solchen Umfeld ist es für Anleger wichtig, eine langfristige Perspektive einzunehmen. Die Geschichte zeigt, dass Konflikte, Kriege und andere schwierige Zeiten nicht ewig dauern und dass starke Unternehmen und wichtige Indizes sich stets erholen. Ein Blick auf den Verlauf des S&P 500 in den letzten 20 Jahren, der Zeiten wie die Finanzkrise von 2008 und den Coronavirus-Marktcrash von 2020 umfasste, verdeutlicht diesen Punkt.

Während Gegenwind die Aktienperformance und sogar die Unternehmensgewinne kurzfristig beeinträchtigen kann, können Qualitätsunternehmen diese schwierigen Zeiten meistern und langfristig wachsen. Dies bedeutet, dass Anleger auch in unsicheren Märkten weiterhin Aktien kaufen und bestehende Positionen halten sollten – vorausgesetzt, es handelt sich um Qualitätsunternehmen.

Als "Qualität" gelten Unternehmen, die über Jahre hinweg Wachstum geliefert und eine starke Wettbewerbsposition in ihren Märkten etabliert haben. Diese Akteure sollten auch solide Zukunftsaussichten besitzen. Eine gesunde Finanzlage ist ebenfalls entscheidend, damit das Unternehmen in Wachstum investieren und schwierige Momente überstehen kann. Solche Aktien finden sich in jeder Branche, von wachstumsstarken Bereichen wie der Technologie bis hin zu als sichere Häfen geltenden Sektoren wie dem Gesundheitswesen. Gute Beispiele hierfür sind der E-Commerce- und Cloud-Computing-Riese Amazon (AMZN +3,81 %) und der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (JNJ +0,90 %). Eine weitere sinnvolle Ergänzung für ein Portfolio sind Dividendenaktien, die ein passives Einkommen bieten, unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung.

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