Trump-Tarife: Oberster Gerichtshof vertagt Entscheidung – Milliarden auf dem Spiel

Trump-Tarife: Oberster Gerichtshof vertagt Entscheidung – Milliarden auf dem Spiel

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Der US-Oberste Gerichtshof hat am Freitag keine Entscheidung über die weitreichenden globalen Zölle von Präsident Donald Trump getroffen. Diese Vertagung hält die Finanzmärkte und zahlreiche Unternehmen in Atem, da im Falle einer Niederlage Trumps Rückerstattungen in Höhe von bis zu 150 Milliarden US-Dollar an bereits gezahlten Zöllen auf dem Spiel stehen. Die nächste mögliche Entscheidungsverkündung wird für nächsten Mittwoch, den 14. Januar, erwartet.

Die ausstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs

Die Ungewissheit über die Zukunft der Trump-Tarife bleibt bestehen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag keine Stellungnahme in dem Fall abgegeben hat. Marktteilnehmer hatten auf eine Entscheidung gehofft, da der Gerichtshof diesen Tag als einen der ersten Entscheidungstage des Jahres festgelegt hatte. Die Gerichtsentscheidung wird mit Spannung erwartet, da sie weitreichende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und die globale Handelspolitik haben könnte.

Der Kern des Rechtsstreits: IEEPA und präsidiale Befugnisse

Donald Trump hatte die Zölle unter Berufung auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 verhängt, ein Gesetz, das für nationale Notstände vorgesehen ist. Er begründete die globalen Zölle mit Handelsdefiziten als nationalem Notstand und die Zölle auf Waren aus China, Kanada und Mexiko mit dem Fentanyl-Handel. Untergeordnete Gerichte hatten jedoch geurteilt, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, woraufhin die Regierung Berufung einlegte und den Fall vor den Obersten Gerichtshof brachte.

Bei einer Anhörung im November äußerten sich konservative Richter, darunter Chief Justice John Roberts und Justice Amy Coney Barrett, skeptisch hinsichtlich der Befugnisse des Präsidenten unter dem IEEPA. Chief Justice Roberts betonte, dass der Kongress die "Kernkompetenz" in Steuerfragen besitze und wies die Behauptung der Trump-Administration zurück, Zölle seien keine Steuern. Trump selbst bezeichnete die bevorstehende Entscheidung als "eine der wichtigsten überhaupt" in der Geschichte des Obersten Gerichtshofs und argumentierte, die Zölle hätten das Land finanziell gestärkt.

Milliarden auf dem Spiel: Rückerstattungen und Unternehmensklagen

Sollte der Oberste Gerichtshof gegen die Trump-Tarife entscheiden, könnten Unternehmen Rückerstattungen in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar von der US-Regierung für bereits gezahlte Zölle fordern. Zahlreiche große Unternehmen haben Klagen eingereicht, um diese Zölle anzufechten und Rückerstattungen zu erhalten. Dazu gehören:

  • Costco Wholesale Corp. (NASDAQ:COST)
  • Alcoa Corp. (NYSE:AA)
  • EssilorLuxottica SA (NYSE:EL)
  • Goodyear Tire & Rubber Co. (NASDAQ:GT)
  • BorgWarner Inc. (NYSE:BWA)
  • GoPro Inc. (NASDAQ:GPRO)
  • Revlon Inc.

Auch die Dole Fresh Fruit Company reichte am 2. Januar Klage ein, um die IEEPA-Zölle für ungesetzlich erklären zu lassen und eine vollständige Rückerstattung sowie eine Unterlassungsverfügung für zukünftige Zölle zu erwirken. Ähnliche Schutzklagen zur Sicherung von Rückerstattungsansprüchen wurden von J.Crew Group, Toyota-Tochtergesellschaften, Bumble Bee Foods, Kawasaki Motors Manufacturing, Yokohama Tire und Yamazaki Mazak eingereicht.

Die Sicht der Märkte: Prognosen und Bitcoin-Reaktionen

Die Prognosemärkte zeigen eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Trump-Administration. Daten von Plattformen wie Polymarket und Kalshi, auf denen Wetten im Wert von über 4 Millionen US-Dollar platziert wurden, deuten darauf hin, dass die Chancen für Trump, den Fall zu gewinnen, zwischen 23 % und 30 % liegen. Polymarket zeigte zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 26 %, während Kalshi bei 28 % lag.

Krypto-Händler sehen eine Aufhebung der Trump-Tarife als potenziellen Katalysator für Bitcoin (CRYPTO: BTC) und andere Risikoanlagen. Sie argumentieren, dass dies die Markttransparenz verbessern, den Kostendruck für Unternehmen verringern und die Gewinnaussichten verbessern würde. Die Beseitigung der Zollunsicherheit könnte zudem "Risk-on"-Kapitalflüsse in Wachstumsanlagen wie Bitcoin und Tech-Aktien zurückführen. Nach der Nicht-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs am Freitag stieg der Bitcoin-Preis kurzzeitig auf bis zu 92.000 US-Dollar.

Mögliche Szenarien und wirtschaftliche Auswirkungen

Ein Urteil gegen die Tarife würde nicht nur die Rückerstattungen auslösen, sondern auch die jährlichen Zolleinnahmen von über 130 Milliarden US-Dollar in Frage stellen. Zölle, die unter IEEPA verhängt wurden, machen etwa die Hälfte der gesamten US-Zolleinnahmen aus und trugen 2025 zu Preisdruck bei, der das Jahr zum schlechtesten für den Dollar seit 2017 machte.

Selbst wenn das Gericht die IEEPA-Zölle aufhebt, würden andere Zölle, die unter anderen Gesetzen verhängt wurden, in Kraft bleiben. Ein möglicher Rollback wäre daher wahrscheinlich nur teilweise, langsam und komplex, anstatt einer sofortigen Beseitigung aller Handelshemmnisse. White House-Berater Kevin Hassett äußerte sich zuversichtlich, dass der Oberste Gerichtshof die Regierung unterstützen werde, erwähnte aber auch einen Notfallplan: die Wiedereinführung der Zölle unter anderen rechtlichen Befugnissen, wie Section 301 und Section 122 des Trade Act. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wird weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben, die über die reine Bitcoin-Preisentwicklung hinausgehen.

Erwähnte Persönlichkeiten