Trump-Tarife: US-Fertigungsboom bleibt aus, kleine Firmen leiden

Trump-Tarife: US-Fertigungsboom bleibt aus, kleine Firmen leiden

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Ein Jahr nach dem "Liberation Day" haben die von Präsident Donald Trump verhängten Tarife nicht zu der von ihm versprochenen Renaissance der US-Fertigungsindustrie geführt. Aktuelle Daten zeigen stattdessen eine Verlagerung der Produktion und erhebliche Belastungen für kleine Unternehmen.

Tarife und die US-Fertigungsindustrie: Eine Bilanz

Die Unternehmensberatung AT Kearney stellte in ihrer jährlichen Studie zu Fertigungs- und Importdaten fest, dass US-Unternehmen im vergangenen Jahr mehr in die USA importierten als exportierten. Der Reshoring-Index des Unternehmens verblieb 2025 im negativen Bereich, verbesserte sich jedoch leicht gegenüber dem Vorjahr. Diese Erkenntnisse stellen Trumps Begründung für die Einführung der Tarife infrage, die Unternehmen dazu anregen sollten, die Produktion nach Jahrzehnten des Outsourcings zurück in die USA zu verlagern.

Importe steigen, Produktion verlagert sich

Die Einfuhren von Fertigungsgütern in die USA stiegen 2025 um 4,6 Prozent auf 2,98 Billionen US-Dollar, so der Bericht von AT Kearney. Während die Importe aus China im letzten Jahr um etwa ein Drittel zurückgingen, verlagerte sich die Produktion dieser Güter nicht in die USA, sondern in andere Länder. Thailand, Kambodscha, Indonesien und Vietnam, die geringeren Zöllen ausgesetzt waren als China, verzeichneten nach dem "Liberation Day" den größten Anstieg des Importvolumens.

Steigende Importe in Produktkategorien wie Computer und Elektronik sowie Bekleidung und Accessoires trieben den allgemeinen Trend zum Offshoring voran, erklärte Patrick Van den Bossche, Partner und Hauptautor bei AT Kearney. Der Bericht kommt zu dem Schluss: "Tarife schienen keine signifikanten kurzfristigen Steigerungen des Reshorings zu bewirken oder Amerikas gesamte Importabhängigkeit zu reduzieren."

Belastung für kleine Hersteller und Arbeitsplätze

Ein Bericht des Joint Economic Committee - Minority vom 23. April 2026 beleuchtet die negativen Auswirkungen von Trumps Tarifen auf kleine US-Hersteller. Entgegen Trumps Versprechen, die USA wieder zu einer "Fertigungsnation" zu machen, führten die Maßnahmen zu einem Verlust von über 100.000 Arbeitsplätzen in der Fertigungsindustrie und einem erheblichen Rückgang der Gewinnmargen kleiner Unternehmen. Senator Hassan, Ranking Member des Joint Economic Committee, betonte: "Kleine Unternehmen sind das Herzstück der amerikanischen Fertigungsindustrie, aber Präsident Trumps rücksichtslose Tarife haben sie mit steigenden Kosten erheblich belastet."

Die Gewinnmargen kleiner Hersteller waren in den neun Monaten nach dem "Liberation Day" um 11 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2024 und fielen damit sogar unter das Niveau der Pandemiezeit. Hersteller von langlebigen Gütern wie Fahrzeugen und Elektronik verzeichneten einen Rückgang der Gewinnmargen um 24 Prozent, da ihre Vorprodukte besonders stark von den Zöllen betroffen waren. Zwischen 2024 und 2025 sank die Zahl der Anträge zur Gründung neuer Fertigungsunternehmen, die laut Census Bureau am ehesten Mitarbeiter einstellen, um fast 18 Prozent.

Ein kleines Fertigungsunternehmen in New Hampshire, das Komponenten für die Luft- und Raumfahrt sowie die Medizintechnik liefert, verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Herausforderungen bedrohen zudem die nationale Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der USA, da diese Unternehmen oft wichtige Komponenten für komplexere Produkte liefern.

Finanzielle Auswirkungen und Verbraucherlast

Die Tarife haben auch weniger Steuereinnahmen für die Bundesregierung generiert als erwartet, wie die parteiunabhängige Denkfabrik Tax Foundation feststellte. Ein Großteil der eingenommenen Zolleinnahmen wird von der Regierung zurückgezahlt, da Unternehmen wie GM und FedEx Rückerstattungen für Importe beantragen. Eine im Januar vom Kiel Institute for the World Economy veröffentlichte Studie ergab zudem, dass US-Verbraucher und Importeure die Hauptlast der Trump-Tarife trugen, was Trumps Behauptung widerspricht, die Zölle würden zu mehr Wettbewerb und niedrigeren Preisen führen.

Arbeitsmarkt und Wirtschaft unter Druck

Ein Update zu "Trumps Zahlen" vom April 2026 zeigt, dass sich das Jobwachstum während Trumps zweiter Amtszeit verlangsamt hat, mit insgesamt 369.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen bis März. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,3 Prozent. Trotz der neuen Tarife auf Importe setzte sich der Rückgang der Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie fort.

Die Wirtschaft wuchs 2025 um 2,1 Prozent, während das Verbrauchervertrauen ein Rekordtief erreichte. Das Handelsdefizit sank in den letzten zwölf Monaten um 14 Prozent. Die Beschäftigung im Privatsektor wuchs um 609.000 Arbeitsplätze, während die Bundesverwaltung um 352.000 Stellen abgebaut wurde.

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