Trump-Tarife vor dem Supreme Court: Kryptomärkte signalisieren Ablehnung

Trump-Tarife vor dem Supreme Court: Kryptomärkte signalisieren Ablehnung

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Der US-Oberste Gerichtshof steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung über die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle. Eine Urteilsverkündung wird für diese Woche erwartet, wobei der Gerichtshof einen "Opinion Day" für Freitag angesetzt hat. Die Finanzmärkte und insbesondere die Kryptowettenmärkte beobachten die Entwicklungen genau, da die Entscheidung erhebliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben könnte.

Spannung vor dem Urteil: Kryptomärkte wetten gegen Trump

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Oberste Gerichtshof die frühere Gerichtsentscheidung aufhebt oder für nichtig erklärt, die Trumps Zollpolitik als „verfassungswidrig“ einstufte, wird von Kryptowettenmärkten als gering eingeschätzt. Auf Polymarket, einer auf Polygon (CRYPTO: POL) basierenden Plattform, lagen die Quoten für einen Sieg Trumps zuletzt bei 28 %, ein Anstieg von 22 % vor einer Woche, aber immer noch deutlich unter den Höchstständen vom September 2025.

Andere Plattformen zeigen ähnliche Tendenzen: Polymarket-Daten weisen eine Wahrscheinlichkeit von 24 % bzw. 25 % für ein Urteil zugunsten der Tarife aus. Bei Kalshi sehen die Wettenden eine 32 %ige bzw. 27 %ige Chance, dass das höchste Gericht zugunsten Trumps entscheidet. Insgesamt wurden über 2,6 Millionen US-Dollar auf den Ausgang dieser Wette platziert, was sie zu einer der meistgehandelten Wetten auf der Plattform macht.

Die rechtliche Grundlage und die Kritik

Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat Präsident Trump den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) genutzt, um die Verhängung von Zöllen gegen Länder zur Behebung von Handelsungleichgewichten zu rechtfertigen. Das Weiße Haus hat stets betont, dass der Präsident die Befugnis habe, diese Zölle gemäß dem IEEPA von 1977 zu erlassen.

Ein US-Berufungsgericht hatte jedoch bereits im vergangenen Jahr geurteilt, dass Trump seine Befugnisse durch die Anwendung der Notstandsbefugnisse zur Verhängung umfassender Zölle überschritten habe. Die Richter des Obersten Gerichtshofs äußerten sich Berichten zufolge bereits bei einer Anhörung im November 2025 skeptisch hinsichtlich der Rechtmäßigkeit dieser Tarife.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Marktbeobachtungen

Die Handelszölle gehören zu den am genauesten beobachteten Marktentwicklungen des letzten Jahres, und eine bevorstehende Entscheidung könnte die Richtung der Märkte Anfang 2026 maßgeblich beeinflussen. Präsident Trump warnte diese Woche, dass die USA mit massiven wirtschaftlichen Folgen rechnen müssten, sollte der Oberste Gerichtshof gegen die Bundesregierung entscheiden.

Interessanterweise erklärte Finanzminister Scott Bessent letzte Woche, dass das Finanzministerium über ausreichende Mittel verfüge, um mögliche Zollerstattungen zu decken, falls das Gericht gegen die Regierung entscheidet. Ökonom Mark Zandi merkte an, dass der Arbeitsmarkt unter dem Gewicht der Zölle schwächelt und eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs den schnellsten Weg zur Wiederherstellung des Arbeitsplatzwachstums bieten könnte.

Das US-Zollsystem hat sich seit 2017 drastisch erweitert. Der Harmonized Tariff Schedule 2026 umfasst mittlerweile über 4.500 Seiten, 100 Seiten mehr als 2025 und 800 Seiten mehr als bei Trumps Amtsantritt. Laut einer Studie des Cato Institute müssen Unternehmen heute 17 separate Zollkategorien für wichtige Importe verwalten, verglichen mit nur drei im Jahr 2017. Scott Lincicome vom Cato Institute beschrieb das System als von „relativ einfach zu unglaublich schwierig“ geworden.

Daten des Yale Budget Lab zeigen, dass Verbraucher im Durchschnitt mit einem Zollsatz von 16,8 % konfrontiert sind. Neben den direkten Kosten berichten Unternehmen von erheblichen Verwaltungskosten durch Compliance-Anforderungen, die die Zölle selbst erreichen oder übersteigen können.

Investor-Sentiment und mögliche Szenarien

Die Aktienmärkte spiegeln die Erwartungen der Anleger wider. Die Aktien von Home Depot stiegen seit dem 1. Januar um 5 %, die von Costco im gleichen Zeitraum um 6 %. Ein ETF, der große Einzelhandelsketten abbildet, legte Anfang 2026 um fast 6 % zu, während der breitere S&P 500-Index nur um 1 % stieg. Diese Outperformance deutet auf starke Erwartungen der Anleger hinsichtlich einer Abschaffung der Zölle hin.

Auch Hersteller von Lebensmitteln und Getränken wie Procter & Gamble, Coca-Cola, PepsiCo und Mondelez könnten von einer Zollabschaffung profitieren, da die aktuellen Maßnahmen die Kosten für Aluminium und andere Rohstoffe erhöht haben. Der Kryptomarkt erlebte bereits im vergangenen Jahr erhebliche Volatilität, als Trump am sogenannten „Liberation Day“ reziproke Zölle gegen rund 90 Länder, darunter China und die Europäische Union, ankündigte. Damals fiel der Bitcoin-Preis auf bis zu 74.000 US-Dollar, erholte sich aber später auf ein neues Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar, als die USA Handelsabkommen zu den Trump-Zöllen erzielten.

Ed Yardeni von Yardeni Research weist auf ungelöste Implementierungsfragen hin. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen die Zölle würde möglicherweise keine Mechanismen für Rückerstattungen festlegen. Es blieben Fragen offen, welche Unternehmen Anspruch auf Erstattung hätten und wie die Zahlungsfristen aussehen würden. Louis Navellier von Navellier & Associates warnt zudem, dass eine Niederlage der Tarife diese möglicherweise nicht dauerhaft beenden würde, da die Regierung alternative rechtliche Wege zur Aufrechterhaltung der Importzölle beansprucht. Das Weiße Haus bereitet Berichten zufolge bereits einen „Plan B“ vor, falls das Gericht gegen die Trump-Tarife entscheidet.

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