
Trump überrascht von Marktstabilität trotz Iran-Konflikt und Ölpreisen
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Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview auf CNBC's "Squawk Box" überrascht über die Entwicklung der Finanzmärkte inmitten des Iran-Konflikts geäußert. Er zeigte sich erstaunt über die Robustheit der Aktienmärkte und die vergleichsweise moderaten Ölpreise, die seine ursprünglichen Befürchtungen nicht bestätigten.
Trumps Einschätzung der Finanzmärkte
Trump erklärte am Dienstag, er habe erwartet, dass die Aktienmärkte "um 20% oder einen sehr erheblichen Betrag" fallen würden. Selbst als die Kurse vor einigen Wochen stärker nachgaben, sei er überrascht gewesen, dass der Rückgang nicht noch deutlicher ausfiel. Bezüglich der Ölpreise äußerte er sich ebenfalls überrascht: "Ich dachte, Öl wäre viel höher, und ich bin sehr froh, sagen zu können, dass es das nicht war. Hätten Sie mir gesagt, dass Öl bei 90 Dollar liegt, anstatt bei 200 Dollar, wäre ich, ehrlich gesagt, überrascht." Mit diesen Kommentaren vermittelte Trump eine optimistische Sichtweise, dass die Auswirkungen des Iran-Konflikts weniger gravierend waren als befürchtet.
Marktreaktion und Indizes
Trumps Äußerungen scheinen am Dienstag eine positive Wirkung gehabt zu haben, da die wichtigsten US-Indizes ihre Gewinne im regulären Handel ausbauten. Der Leitindex S&P 500 hatte bereits in der Vorwoche die kriegsbedingten Verluste wettgemacht und neue Rekordhochs erreicht, ebenso wie der technologieorientierte Nasdaq Composite. Bereits am späten Montag zeigten sich US-Aktienfutures im Plus:
- Dow Futures stiegen um 65,00 Punkte oder 0,13% auf 49.704,00.
- S&P 500 Futures legten um 9,25 Punkte oder 0,13% auf 7.157,25 zu.
- Nasdaq 100 Futures erhöhten sich um 72,25 Punkte oder 0,27%.
Auch die asiatischen Märkte zeigten sich am Dienstag höher, mit einem Anstieg des japanischen Nikkei 225 um 1,07% auf 59.453,35 und des südkoreanischen KOSPI um 1,87% auf 6.335,68.
Ölpreise und geopolitische Spannungen
Die Ölpreise haben sich von ihren Höchstständen während des Iran-Konflikts zurückgezogen, liegen aber immer noch deutlich über dem Vorkriegsniveau. Während Trump die Bedenken hinsichtlich der Ölpreise abtat, warnen Experten weiterhin vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Ölpreisschocks. Am Montagabend gaben die Rohölpreise nach:
- WTI Rohöl (Mai-Kontrakt) fiel um 1,72% auf 88,07 Dollar pro Barrel.
- Der Juni-Kontrakt sank um 1,19% auf 86,38 Dollar pro Barrel.
- Brent Rohöl rutschte um 0,75% auf 94,76 Dollar pro Barrel ab.
Die Spannungen in der Straße von Hormus, einer wichtigen Verkehrsader für globale Öllieferungen, bleiben ein kritischer Punkt. Der Verkehr durch diese Route hat sich erheblich verlangsamt, was zu Volatilität an den Energiemärkten beiträgt. Die USA haben eine Seeblockade über iranische Häfen verhängt, die laut Trump "den Iran absolut zerstört".
Verhandlungen und Waffenstillstand
Die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Konflikts sind weiterhin ungewiss. Ein vorläufiger Waffenstillstand, der am 7. April angekündigt wurde, läuft am Dienstagabend oder Mittwochabend Washingtoner Zeit aus. Präsident Trump erklärte am Montag gegenüber Bloomberg News, es sei "höchst unwahrscheinlich", dass er den Waffenstillstand verlängern werde, falls keine Einigung erzielt wird. Er betonte: "Ich werde mich nicht drängen lassen, einen schlechten Deal zu machen. Wir haben alle Zeit der Welt."
US-Beamte, darunter Vizepräsident JD Vance und die Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, werden voraussichtlich zu einer weiteren Gesprächsrunde nach Islamabad reisen. Es ist jedoch unklar, ob der Iran an diesen Diskussionen teilnehmen wird. Der iranische Erste Vizepräsident Mohammad-Reza Aref warnte am Montag, dass die Sicherheit in der Straße von Hormus ihren Preis habe: "Man kann die Ölexporte des Iran nicht einschränken und gleichzeitig freie Sicherheit für andere erwarten."