
Trump verteidigt Iran-Angriffe mit Pearl Harbor Vergleich vor Japans PM
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US-Präsident Donald Trump traf sich am 19. März 2026 im Oval Office mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi. Bei dieser Gelegenheit verteidigte Trump die Geheimhaltung der jüngsten Militärschläge gegen den Iran und zog einen direkten Vergleich zum Überraschungsangriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941. Die Äußerungen fielen im Kontext von Diskussionen über regionale Sicherheit und die Rolle von Verbündeten.
Treffen im Oval Office und die Frage der Geheimhaltung
Am Donnerstag, den 19. März 2026, empfing US-Präsident Donald Trump die japanische Premierministerin Sanae Takaichi im Oval Office des Weißen Hauses in Washington, DC. Das bilaterale Treffen folgte auf Takaichis Wahlsieg in Japan und konzentrierte sich auf regionale Sicherheit sowie die US-Militärstrategie im Nahen Osten. Ein japanischer Reporter fragte Trump, warum die USA Verbündete wie Japan nicht vor den Angriffen gegen den Iran am 28. Februar informiert hätten.
Trumps Pearl Harbor Vergleich
Präsident Trump verteidigte die Geheimhaltung der Militärschläge mit dem Argument, das Überraschungselement sei entscheidend gewesen. Er wandte sich an Premierministerin Takaichi und fragte: "Wer weiß besser darüber Bescheid? Warum haben Sie mir nichts von Pearl Harbor erzählt? Sie glauben viel mehr an Überraschung als ich." Diese Bemerkung bezog sich auf den japanischen Überraschungsangriff auf die US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941, bei dem über 2.400 US-Soldaten ums Leben kamen und der die USA in den Zweiten Weltkrieg zog.
Trump betonte, der Überraschungsangriff habe den USA geholfen und innerhalb der ersten zwei Tage "50 % dessen ausgeschaltet, was wir im Iran erwartet hatten". Weiße Haus-Beamte bezeichneten den Kommentar später als historischen Verweis, der die Bedeutung der militärischen Operationssicherheit unterstreichen sollte. Trotz der sichtbaren Spannung, die durch den unkonventionellen rhetorischen Stil des Präsidenten entstand, bekräftigten beide Staats- und Regierungschefs ihr Engagement für das Sicherheitsbündnis zwischen den USA und Japan.
Debatte um die Straße von Hormus
Während des Treffens lobte Trump Japan dafür, dass es sich "engagiere", um die Bemühungen zur Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen, "im Gegensatz zur NATO". Zuvor hatten Japan, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und die Niederlande eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin drückten sie ihre Bereitschaft aus, "zu geeigneten Bemühungen beizutragen, um die sichere Passage durch die Straße zu gewährleisten".
Trotz Trumps Aufruf zur Unterstützung hatte Premierministerin Takaichi Berichten zufolge am Montag erklärt, es gäbe keine Pläne, Marineeinheiten zur Eskortierung von Schiffen in den Nahen Osten zu entsenden. Ihr Büro teilte zudem auf X mit, es habe "keine spezifische Anfrage der Vereinigten Staaten an Japan zur Entsendung von Schiffen" gegeben. Am Dienstag erklärte die japanische Premierministerin, die Regierung prüfe, was im Rahmen der japanischen Gesetze getan werden könne. Die japanischen Selbstverteidigungskräfte unterliegen einer pazifistischen Verfassung, die Krieg und die Androhung oder Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten ablehnt.
Kritik an NATO-Verbündeten und europäische Reaktionen
Trump hatte Anfang der Woche auch NATO-Verbündete ins Visier genommen und erklärt, das Bündnis mache einen "sehr törichten Fehler", indem es sich nicht am Krieg beteilige. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius entgegnete Berichten zufolge am Montag: "Das ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen." Eine ähnliche Haltung vertrat der französische Präsident Emmanuel Macron.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Donnerstag laut Reuters: "Wir haben erklärt, dass wir, solange der Krieg andauert, uns nicht an der Sicherstellung der Navigationsfreiheit in der Straße von Hormus beteiligen werden, zum Beispiel mit militärischen Mitteln." Die Äußerungen Trumps und die Reaktionen der Verbündeten haben bei außenpolitischen Analysten unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Einige sehen darin einen unverblümten Ausdruck militärischer Autonomie im Sinne von "America First", während andere es als unnötigen diplomatischen Reibungspunkt kritisieren.