Trumps "Board of Peace" in Davos: Globale Spaltung bei neuer Friedensinitiative

Trumps "Board of Peace" in Davos: Globale Spaltung bei neuer Friedensinitiative

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Präsident Donald Trump hat am Donnerstag, den 22. Januar 2026, am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos eine Gründungszeremonie für sein "Board of Peace" abgehalten. Die Initiative, die als eine der "bedeutendsten Körperschaften" aller Zeiten beschrieben wird, soll den Weg für eine sicherere Zukunft im Nahen Osten und weltweit ebnen. Trotz Trumps enthusiastischer Präsentation stieß das Vorhaben international auf geteilte Resonanz, insbesondere bei wichtigen europäischen Verbündeten.

Trumps "Board of Peace" in Davos vorgestellt

Die Unterzeichnung der Gründungsurkunde des "Board of Peace" fand während des jährlichen Treffens des Weltwirtschaftsforums in Davos statt, das vom 19. bis 23. Januar 2026 dauerte. Präsident Trump bezeichnete den Tag als "sehr aufregend" und betonte, dass die ersten Schritte zu einer "helleren Zukunft für den Nahen Osten und eine viel sicherere Zukunft für die Welt" direkt vor den Augen der Anwesenden entfaltet würden. Er sprach von einer "unglaublichen Chance", Jahrzehnte des Leidens und Generationen von Hass und Blutvergießen zu beenden.

Mehr als zwei Dutzend Länder haben Trumps Einladung zur Teilnahme am Board bisher angenommen. US-Sondergesandter Steve Witkoff sprach von bis zu 25 Ländern, während ein Beamter des Weißen Hauses etwa 30 erwartete. Trump selbst bezeichnete das Gremium als das "größte Board, das jemals zusammengestellt wurde", und hob hervor, dass es auch "kontroverse Persönlichkeiten" umfasse, die jedoch "Ergebnisse liefern".

Ein ambitioniertes Mandat und die Rolle der UN

Ursprünglich wurde das "Board of Peace" im Vorjahr mit einem zweijährigen Mandat des UN-Sicherheitsrates zur Verwaltung und zum Wiederaufbau des Gazastreifens eingeführt. Die nun vorliegende Charta, die ABC News vorlag, erwähnt Gaza jedoch nicht direkt. Stattdessen beschreibt sie das Board als eine "internationale Organisation" und ein "friedensstiftendes Gremium" mit einem viel breiteren Mandat zur Lösung globaler Konflikte und zur Sicherung dauerhaften Friedens.

Diese Ausrichtung wird von einigen als eine von den USA geführte Alternative zu den Vereinten Nationen interpretiert. Auf die Frage, ob das Board die UN ersetzen würde, antwortete Trump am Dienstag im Weißen Haus: "Es könnte sein." Er fügte hinzu, das "Board of Peace" werde "viel Arbeit erledigen, die die Vereinten Nationen hätten erledigen sollen", und werde "besonders" sein. Die Charta selbst spricht davon, den "Mut zu haben, von Ansätzen und Institutionen abzuweichen, die zu oft versagt haben", was als Kritik an etablierten multilateralen Gremien verstanden wird.

Internationale Reaktionen: Zustimmung und Vorbehalte

Die Einladungen, die am Wochenende an über 50 Staats- und Regierungschefs verschickt wurden, führten zu unterschiedlichen Reaktionen. Zu den Ländern, die Trumps Einladung angenommen haben, gehören Albanien, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Belarus, Bulgarien, Ägypten, Ungarn, Indonesien, Israel, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Kuwait, die Mongolei, Marokko, Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan und Vietnam. Der argentinische Präsident Javier Milei teilte Trumps Einladungsschreiben in den sozialen Medien.

Wichtige europäische Verbündete der USA haben sich jedoch zurückhaltend gezeigt oder die Einladung abgelehnt. Frankreich, Norwegen, Schweden, Dänemark und Slowenien lehnten eine Teilnahme ab oder äußerten erhebliche Vorbehalte. Länder wie Deutschland, das Vereinigte Königreich und Italien blieben unentschlossen. Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte, ihr Land werde nicht zu den Unterzeichnern gehören, unter anderem wegen Bedenken hinsichtlich der Einladung Wladimir Putins. Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot begründete die Ablehnung Frankreichs damit, dass die Charta über den von der UN unterstützten Wiederaufbau Gazas hinausgehe und "unvereinbar mit Frankreichs internationalen Verpflichtungen und insbesondere seiner Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen" sei.

Präsident Trump reagierte scharf auf die Ablehnung Frankreichs und drohte mit 200-prozentigen Zöllen auf französische Weine und Champagner, sollte Frankreich "feindselig" reagieren. Auch Russland erhielt eine Einladung, was der Kreml bestätigte. Präsident Putin erklärte, der Vorschlag betreffe primär die Nahost-Regelung und die Lösung der Probleme des palästinensischen Volkes. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhielt ebenfalls eine Einladung, äußerte jedoch Bedenken über eine Zusammenarbeit mit Russland und Belarus in einem solchen Gremium. Der israelische Präsident Isaac Herzog wird an der Zeremonie teilnehmen, während Premierminister Benjamin Netanjahu zwar eine Einladung bestätigte, aber die Ernennung von Vertretern aus der Türkei und Katar für ein separates "Gaza Executive Board" kritisierte, da dies nicht mit Israel abgestimmt sei.

Finanzierung und Führung der neuen Organisation

Die Charta des "Board of Peace" sieht vor, dass Nationen, die die Einladung annehmen, eine dreijährige Mitgliedschaft erhalten. Eine dauerhafte Mitgliedschaft ist für jene Staaten vorgesehen, die innerhalb des ersten Jahres mehr als 1 Milliarde US-Dollar in bar an das Board of Peace zahlen. Ein US-Beamter betonte jedoch, dass diese Beiträge "freiwillig" seien und nicht als Eintrittsgebühr zu verstehen. Das Board werde "höchste Finanzkontrollen und Aufsichtsmechanismen" implementieren.

Wladimir Putin schlug vor, Russland könnte seinen 1 Milliarde US-Dollar-Beitrag aus von den USA eingefrorenen Vermögenswerten zahlen. Kanadas Finanzminister erklärte, Kanada werde die 1 Milliarde US-Dollar für einen permanenten Sitz nicht zahlen, obwohl Premierminister Mark Carney die Einladung prinzipiell angenommen hatte, jedoch unter der Bedingung eines "vollen Flusses" humanitärer Hilfe nach Gaza.

Präsident Trump wird voraussichtlich den Vorsitz des Boards übernehmen, eine Position, die er potenziell auf Lebenszeit innehaben könnte, "bis er zurücktritt", wie ein US-Beamter erklärte. Ein zukünftiger US-Präsident könnte jedoch den Vertreter der Vereinigten Staaten im Board ernennen. Das Exekutivkomitee, das das Board beaufsichtigen soll, umfasst Persönlichkeiten wie den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair, den kanadischen Premierminister Mark Carney, US-Außenminister Marco Rubio, US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Erwähnte Persönlichkeiten