
Trumps Grönland-Ultimatum: Nationale Sicherheit vs. Dänemarks Souveränität
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US-Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekräftigt, Grönland für die Vereinigten Staaten zu erwerben, und dabei eine harte Linie gegenüber Dänemark angedeutet. Er betonte die nationale Sicherheit als Hauptgrund und warnte vor einer möglichen Übernahme durch Russland oder China, falls die USA nicht handeln, was die Spannungen mit dem NATO-Partner Dänemark verschärft.
Trumps Ultimatum zu Grönland
Präsident Donald Trump äußerte sich am 9. Januar 2026 im Weißen Haus während eines Treffens mit Ölmanagern zu seinen Plänen für Grönland. Er erklärte: „Wir werden etwas in Grönland unternehmen, ob sie es mögen oder nicht.“ Trump betonte, er würde einen „einfachen Weg“ für eine Einigung bevorzugen, drohte jedoch mit einem „schwierigen Weg“, falls dies nicht möglich sei.
Die Kommentare fielen im Rahmen eines Treffens, bei dem es ursprünglich um Geschäfte in Venezuela ging, nachdem das US-Militär das ölreiche südamerikanische Land eine Woche zuvor invadiert und dessen Anführer Nicolás Maduro gefangen genommen hatte. Trump spielte die historischen Besitzansprüche Dänemarks herunter, indem er sagte: „Die Tatsache, dass sie vor 500 Jahren ein Boot dort gelandet haben, bedeutet nicht, dass sie das Land besitzen.“
Nationale Sicherheit als Hauptargument
Trump begründet sein Vorgehen primär mit der nationalen Sicherheit der USA und der strategischen Bedeutung der Arktisinsel. Er warnte eindringlich: „Wenn wir es nicht tun, werden Russland oder China Grönland übernehmen, und wir werden Russland oder China als Nachbarn haben.“ Er behauptete, russische und chinesische Zerstörer, U-Boote und größere Schiffe seien bereits außerhalb Grönlands präsent.
Am 22. Dezember 2025 ernannte Trump Louisianas Gouverneur Jeff Landry zum Sondergesandten der Vereinigten Staaten für Grönland. Landry soll die Interessen der USA in der Arktis vorantreiben. Trump stellte klar, dass es ihm nicht um die Bodenschätze Grönlands gehe: „Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit, nicht für Mineralien.“
Optionen und Dänemarks Widerstand
Die Trump-Administration prüft nach eigenen Angaben eine Reihe von Optionen für Grönland. Dazu gehören ein Kauf von Dänemark oder der Einsatz des US-Militärs. Auch die Möglichkeit, Pauschalbeträge an die grönländische Bevölkerung zu zahlen, um sie zum Beitritt zu den USA zu bewegen, wurde in Betracht gezogen. Trump lehnte es jedoch ab, über konkrete Summen zu sprechen: „Ich spreche noch nicht über Geld für Grönland, noch nicht.“
Dänemark und seine europäischen NATO-Verbündeten haben wiederholt betont, dass Grönland nicht zum Verkauf steht. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen äußerte sich „sehr verärgert“ über die Ernennung des Sondergesandten Landry und kündigte an, den US-Botschafter einzubestellen, um eine Erklärung zu erhalten und klarzustellen, dass „hier einige Grenzen überschritten werden“. Als Reaktion auf die Spannungen setzte die US-Regierung auch Pachtverträge für fünf große Offshore-Windprojekte vor der US-Ostküste aus, darunter zwei des dänischen Staatskonzerns Ørsted.
Auswirkungen auf die NATO
Trumps Drohungen gegen Grönland stellen eine neue und potenziell beispiellose Herausforderung für die NATO dar, die sich traditionell auf externe Bedrohungen konzentriert. Experten wie Ian Lesser vom German Marshall Fund of the United States beschreiben dies als ein „Ereignis mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber hohen Konsequenzen“. Die NATO, die auf dem Prinzip der kollektiven Verteidigung (Artikel 5) basiert, könnte in eine schwierige Lage geraten, da dieser Artikel nicht funktioniert, wenn ein Mitglied ein anderes angreift.
Eine offizielle Erklärung des Weißen Hauses vom Dienstag, die militärische Gewalt nicht ausschließt, wurde als „sehr markant“ beschrieben. Trump selbst äußerte auf Social Media: „RUSSLAND UND CHINA HABEN OHNE DIE VEREINIGTEN STAATEN KEINE ANGST VOR DER NATO.“ Er fügte jedoch hinzu: „Wir werden immer für die NATO da sein, auch wenn sie nicht für uns da sein werden.“
Grönlands Ressourcen und die Rolle des Sondergesandten
Grönland, ein autonomes Territorium Dänemarks, verfügt über geschätzte 31 Milliarden Barrel Ölvorkommen, was etwa drei Viertel der US-Reserven entspricht. Trotz dieser potenziellen Ressourcen wurden Bohrungen jedoch 2021 aus Umweltschutzgründen verboten. Trump betonte, dass der Erwerb Grönlands nicht primär wegen der Mineralien sei, sondern aus nationalen Sicherheitsinteressen.
Die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, erklärte am Montag, die Schaffung der Rolle des Sondergesandten spiegele die Ansicht der Administration wider, dass Grönland ein „strategisch wichtiger Standort in der Arktis zur Aufrechterhaltung des Friedens durch Stärke“ sei. Gouverneur Landry dankte Trump auf X und bestätigte, dass die Position ehrenamtlich sei und seine Rolle als Gouverneur von Louisiana nicht beeinträchtige.