
Trumps Militärbudget-Forderung: 1,5 Billionen Dollar beflügeln Rüstungsaktien
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US-Präsident Donald Trump hat eine deutliche Erhöhung des Militärbudgets für 2027 auf 1,5 Billionen US-Dollar gefordert. Diese Ankündigung, die eine signifikante Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt, ließ die Kurse globaler Rüstungsaktien am Donnerstag kräftig ansteigen. Investoren reagierten auf die Aussicht auf massive Staatsausgaben mit Käufen in der Verteidigungsbranche.
Trumps Forderung: Ein "Traum-Militär" für 2027
US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwochabend auf TruthSocial geäußert und ein Militärbudget von 1,5 Billionen US-Dollar für das Jahr 2027 gefordert. Dies ist eine erhebliche Steigerung im Vergleich zu den 901 Milliarden US-Dollar, die der Kongress für 2026 genehmigt hatte. Trump begründete seine Entscheidung mit "langen und schwierigen Verhandlungen mit Senatoren, Kongressabgeordneten, Ministern und anderen politischen Vertretern".
Er betonte, dass diese Erhöhung "für das Wohl unseres Landes, insbesondere in diesen sehr unruhigen und gefährlichen Zeiten" notwendig sei. Das Ziel sei der Aufbau eines "Traum-Militärs", das die USA "SICHER und GESCHÜTZT" halten werde, "unabhängig vom Feind".
Rüstungsaktien reagieren weltweit mit Kursgewinnen
Die Ankündigung Trumps führte zu einem sofortigen Anstieg der Rüstungsaktien weltweit. Bereits im vorbörslichen Handel am Donnerstag verzeichneten große US-Verteidigungsunternehmen deutliche Gewinne.
- Northrop Grumman stieg um 6,8 %.
- Lockheed Martin um 6,7 % (vorbörslich) und 6,2 % (nach Börsenschluss).
- RTX um 5,4 % (vorbörslich) und 3,5 % (nach Börsenschluss).
- Kratos Defense legte um 6,6 % zu.
- General Dynamics stieg um 4,4 % (nach Börsenschluss).
Auch in Europa war die positive Stimmung spürbar. Der Stoxx Europe Aerospace and Defense Index legte im frühen Handel am Donnerstag um 1,4 % zu. Die deutschen Renk-Aktien und die italienischen Leonardo-Aktien führten den europäischen Benchmark zunächst mit über 4 % an, gaben ihre Gewinne jedoch im Laufe der Sitzung teilweise wieder ab und notierten zuletzt bei 1,5 % bzw. 3,6 % höher.
Selbst einige asiatische Rüstungsunternehmen profitierten von der Nachricht. Mitsubishi Heavy verzeichnete einen Anstieg von 2,4 %, während Bharat Electronics um 0,3 % zulegte. Investoren setzen darauf, dass ein Anstieg der Militärausgaben die Gewinne der Branche stärken wird.
Politische Hürden und geopolitischer Kontext
Eine derart massive Erhöhung des Militärbudgets erfordert die Genehmigung des Kongresses. Trumps Republikaner, die knappe Mehrheiten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus halten, haben jedoch bisher wenig Neigung gezeigt, solchen Ausgabenprogrammen zu widersprechen.
Die von Trump erwähnten "sehr unruhigen und gefährlichen Zeiten" spiegeln sich in jüngsten geopolitischen Ereignissen wider. Erst am Wochenende nahmen US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seine Frau fest, nachdem sie in New York wegen Drogenhandels angeklagt worden waren. Trump kündigte zudem an, dass die USA die Kontrolle über venezolanisches Öl übernehmen werden.
Darüber hinaus hat der US-Präsident die Rhetorik bezüglich des Erwerbs von Grönland erneuert, wobei auch der potenzielle Einsatz des US-Militärs diskutiert wird. Diese Entwicklungen könnten als Hintergrund für die Forderung nach einem stärkeren Militärbudget dienen.