
Trumps Öl-Drohungen gegen Iran: Historische Aussagen und Marktfolgen
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Donald Trumps Jahrzehnte alte Äußerungen zur Beschlagnahmung iranischer Ölanlagen sind angesichts der eskalierenden Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran wieder in den Fokus gerückt. Seine wiederholten Vorschläge, Irans Öl zu "nehmen", haben die globalen Energiemärkte verunsichert und zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise geführt.
Trumps historische Äußerungen zu Irans Öl
Präsident Donald Trump hat kürzlich einen Ausschnitt aus einem Interview von 1987 mit Barbara Walters auf Truth Social geteilt, in dem er vorschlug, die USA sollten die Kontrolle über iranische Ölanlagen übernehmen, falls sie angegriffen würden. Das ursprüngliche Interview, ausgestrahlt in ABCs "20/20", fand während des Iran-Irak-Krieges statt, Jahre nach der Geiselnahme in Iran.
Der damals 41-jährige Trump kritisierte die seiner Meinung nach amerikanische Schwäche und plädierte für eine starke Reaktion auf iranische Aggressionen. Er schlug vor, als Vergeltung "eine ihrer großen Ölinstallationen zu nehmen" und diese zu behalten, um Verluste auszugleichen. "Und ich meine, nimm es und behalte es", betonte Trump.
Bereits 1980 äußerte Trump in einem Interview mit Rona Barrett seinen Unmut über Iran, nachdem das Land während der Islamischen Revolution 1979 mehrere US-Geiseln festgehalten hatte. Er bezeichnete es als "Horror", dass die USA dies zuließen, und signalisierte Unterstützung für den Einsatz von US-Truppen zur Befreiung der Geiseln.
Eskalation der Spannungen und aktuelle Drohungen
Die Wiederbelebung dieser historischen Kommentare fällt in eine Zeit, in der der US-Israel-Konflikt mit Iran zunehmend volatil wird. Am Sonntag äußerte Trump in einem Interview mit der Financial Times erneut seine Präferenz, "das Öl in Iran zu nehmen".
Später am Montag drohte er, die iranische Ölinfrastruktur – einschließlich Bohrtürmen, Kraftwerken und der Insel Kharg – zu zerstören, falls die Straße von Hormus nicht sofort wieder geöffnet werde. Die Insel Kharg ist ein entscheidender Knotenpunkt für Irans Ölexporte.
Trump zog einen Vergleich zu Venezuela, wo die USA planen, die Kontrolle über den Ölsektor "auf unbestimmte Zeit" zu behalten, nachdem der damalige Staatschef Nicolás Maduro früher in diesem Jahr gefasst wurde. Er kommentierte: "Um ehrlich zu sein, ist es mein Liebstes, das Öl in Iran zu nehmen, aber einige dumme Leute in den USA sagen: 'Warum tust du das?' Aber das sind dumme Leute."
Auswirkungen auf die globalen Ölmärkte
Diese Drohungen und die allgemeine Eskalation der Spannungen haben direkte Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. WTI-Rohöl stieg am Montag auf 102,81 Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 0,06 % um 8:10 Uhr ET und über 40 % im Monatsverlauf.
Brent-Rohöl kletterte am Montag im asiatischen Handel über 116 Dollar pro Barrel und näherte sich damit seinem höchsten Stand seit Beginn des Konflikts. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50 Prozent im vergangenen Monat. Die explizite Erwähnung der Insel Kharg, einem zentralen Export-Hub für iranisches Öl, unterstreicht die potenziellen weitreichenden Implikationen für die globale Ölversorgung.
Militärische Präsenz im Nahen Osten
Parallel zu den politischen Äußerungen verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region. Das Pentagon hat die Entsendung von rund 10.000 Militärangehörigen angeordnet, die für Bodenoperationen, einschließlich der Einnahme und Sicherung von Territorium, ausgebildet sind.
Rund 3.500 Truppen, darunter etwa 2.200 Marines, trafen am Freitag ein. Weitere 2.200 Marines sind auf dem Weg, zusammen mit Tausenden weiteren Soldaten der 82. Luftlandedivision. Auch die USS Tripoli und die 31. Marine Expeditionary Unit sind in die Region verlegt worden.