
Trumps Plan für bezahlbaren Wohnraum: Experten zweifeln an Wirkung
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Der US-Wohnungsmarkt steht vor großen Herausforderungen: Steigende Immobilienpreise und hohe Hypothekenzinsen machen den Traum vom Eigenheim für viele Amerikaner unerreichbar. Vor diesem Hintergrund hat der ehemalige Präsident Donald Trump kürzlich zwei politische Vorschläge unterbreitet, die darauf abzielen, die Kosten für den Hauserwerb zu senken und den Markt zu entlasten.
Trumps Plan für bezahlbaren Wohnraum
Donald Trump hat vergangene Woche zwei Maßnahmen vorgeschlagen, um die Kosten für den Hauserwerb in den USA zu reduzieren. Er plant, großen institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten. Zudem will er die Bundesregierung anweisen, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen, um die Hypothekenzinsen für Amerikaner zu senken. "Es ist einer meiner vielen Schritte zur Wiederherstellung der Erschwinglichkeit", kommentierte Trump am 8. Januar in einem Social-Media-Beitrag den geplanten Kauf von Hypothekenschulden.
Die Wurzel des Problems: Amerikas Wohnungsnot
Experten zufolge zielen Trumps Vorschläge auf höhere Hypothekenzinsen und den Wettbewerb durch institutionelle Investoren ab. Sie könnten jedoch wenig dazu beitragen, eines der größten Probleme des Wohnungsmarktes zu lösen: die anhaltende Wohnungsnot. Diese Angebotsknappheit ist teilweise auf jahrelange Unterinvestitionen im Bau nach der Finanzkrise 2008 zurückzuführen. Auch die Zurückhaltung von Hausbesitzern, die sich während der Rezession extrem niedrige Hypothekenzinsen gesichert haben, trägt dazu bei, dass weniger Immobilien auf den Markt kommen.
Gennadiy Goldberg, Leiter der US-Zinsstrategie bei TD Securities, erklärte gegenüber CBS News: "Es gibt ein Unterangebot an Wohnraum in den USA, und das wird Zeit brauchen, um gelöst zu werden." Laut Goldman Sachs müssten in den USA bis zu 4 Millionen zusätzliche Häuser über das normale Bautempo hinaus gebaut werden, um die Wohnungsnot zu beheben. Janneke Ratcliffe, Vizepräsidentin für Wohnen und Gemeinden beim Urban Institute, einem überparteilichen Think Tank, merkte an, dass die Herausforderungen bei der Schaffung neuen Wohnraums schwerer zu bewältigen seien, da die meisten Lösungen lange dauern, bis sie Früchte tragen. Hohe Grundstückskosten erschweren den Ausbau des Wohnungsangebots, und Lösungen wie die Änderung lokaler Bebauungsvorschriften liegen nicht in der Hand der Bundesregierung.
Hypothekenzinsen senken: Eine Allzwecklösung?
Da Trumps Politik die Nachfrageseite des Marktes anspricht, könnten sie laut Goldberg unbeabsichtigt die Immobilienpreise in die Höhe treiben. Ein Rückgang der Hypothekenzinsen könnte mehr Käufer in den Markt locken, was die Hauspreise weiter steigen lässt und das Angebotsproblem verschärft. Der Analyst erklärte gegenüber CBS News: "Wenn Verbraucher sich mehr Häuser leisten können, weil die monatlichen Zahlungen niedriger sind, steigen die Hauspreise tendenzieller schneller." Er fügte hinzu: "Das bloße Senken der Kosten für den Hauserwerb über den Hypothekenkanal reicht nicht aus, um das Problem langfristig zu beheben."
Ben Ayres, Senior Economist bei Nationwide Economics, schätzt, dass der Kauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar die Hypothekenzinsen um bis zu 0,35 Prozentpunkte senken könnte. Dies könnte "mehr Ausgabenaktivität anregen".
Institutionelle Investoren: Begrenzter Einfluss?
Trumps Plan, große Investoren wie Invitation Homes und den Finanzriesen Blackstone vom Aufkauf von Einfamilienhäusern auszuschließen, könnte laut Goldberg nur begrenzte Auswirkungen auf den Markt haben. Der Grund dafür ist, dass Investoren, die mindestens 100 Immobilien besitzen, laut dem American Enterprise Institute, einem überparteilichen Think Tank, nur etwa 1 % des gesamten Einfamilienhausbestands in den USA ausmachen. "Das ist ein relativ geringer Einfluss", so Goldberg.
Zudem hat Trump nicht dargelegt, ob institutionelle Investoren gezwungen wären, die Häuser zu verkaufen, die sie derzeit besitzen. Wenn diese Firmen nicht gezwungen werden, diese Immobilien auf den Markt zu bringen, ist es unwahrscheinlich, dass ein Verbot das Angebot an Wohnraum erheblich erweitern wird, erklärte Goldberg.
Experten-Fazit: Langfristige Lösungen gefragt
Trotz der genannten Einschränkungen könnten Trumps Vorschläge laut einigen Wohnungsmarktexperten einen kleinen Unterschied machen. Carl Weinberg, Chefökonom und Geschäftsführer von High Frequency Economics, sagte gegenüber CBS News: "Hypotheken werden etwas günstiger sein, und Wohnraum wird etwas erschwinglicher werden." Er fügte hinzu, dass ein Verbot für institutionelle Investoren, Häuser aufzukaufen, die Preise "ein wenig senken" könnte.
Ökonomen sind sich jedoch einig, dass ein signifikanter Fortschritt nur durch die Bewältigung der Angebotsknappheit an verfügbaren Häusern erzielt werden kann. Solange dieses Problem nicht angegangen wird, wird die Krise der Wohnraumerschwinglichkeit bestehen bleiben, so Edward Pinto, Senior Fellow und Co-Direktor des AEI Housing Center am American Enterprise Institute. Pinto forderte: "Wir müssen entweder das bestehende, ungenutzte Angebot aktivieren oder Schritte unternehmen, um den Bau neuer Häuser zu ermöglichen. Wir brauchen angebotsseitige Lösungen, die schnell wirken."