
Trumps Politik schadet Kleinunternehmen: Krugman warnt vor "Crony Capitalism
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Kleinunternehmen, lange als Kern der politischen Basis von Präsident Donald Trump betrachtet, spüren laut dem Ökonomen Paul Krugman in seiner zweiten Amtszeit zunehmend die Auswirkungen seiner Politik. Diese Entwicklung kollidiert mit den Erwartungen vieler Kleinunternehmer, die sich von einer konservativen Regierung eine Entlastung von staatlicher Regulierung erhofften.
Ein "miserables Jahr" für Kleinunternehmen
In seinem Newsletter vom Montag erklärte Krugman, dass die Kleinunternehmergemeinschaft, die Trumps Rückkehr ins Weiße Haus gefeiert hatte, im Jahr 2025 ein "miserables" Jahr erlebte. Er warnte zudem, dass "2026 schlimmer sein wird". Der Nobelpreisträger zitierte Forschungsergebnisse, die zeigen, dass die Erfahrung als Kleinunternehmer zu konservativen Ansichten bezüglich staatlicher Regulierung führt.
Kleinunternehmer neigen im Durchschnitt stark nach rechts. Dies liegt teilweise an ihrem höheren Einkommen, das sie weniger abhängig vom sozialen Netz macht und höhere Steuerzahlungen bedeutet. Sie unterstützten Trump in der Überzeugung, dass er die Regierung von ihren Schultern nehmen würde.
Zölle und Einwanderung: Ein doppelter Schlag
Die kombinierten Auswirkungen von Trumps Zöllen und der Einwanderungsdurchsetzung haben laut Krugman eine erhebliche operative Belastung für Kleinunternehmer geschaffen. "Hohe Zölle waren ein schwerer Schlag" für Unternehmen, die von importierten Produkten abhängig sind. Er fügte hinzu, dass "Massenverhaftungen von Einwanderern auch für Unternehmen, wie Bauunternehmer, die auf im Ausland geborene Arbeitskräfte angewiesen sind, sehr störend waren."
Diese Belastungen betreffen zwar alle Unternehmen, doch große Konzerne sind laut Krugman besser positioniert, um sich anzupassen. Sie können neue Lieferanten finden, Ausnahmen von Handelsabkommen nutzen und politischen Einfluss geltend machen. Kleinunternehmen hingegen können solche bevorzugten Ausnahmen aufgrund ihrer politischen Verbindungen nicht erhalten.
Auf dem Weg zum "Crony Capitalism"?
"Unter Trump haben sich die Vereinigten Staaten rasch in Richtung eines 'Crony Capitalism' bewegt", so Krugman. Als Beispiel nannte er Apple Inc. (NASDAQ:AAPL), das Ausnahmen für seine Smartphone-Importe aus Indien erhielt, obwohl andere Exporte des Landes mit Strafzöllen belegt wurden. Dies verdeutlicht die Ungleichbehandlung zwischen großen und kleinen Akteuren.
Große Unternehmen verfügen über mehr Ressourcen, um sich an ein plötzlich verändertes Geschäftsumfeld anzupassen. Ein großes Unternehmen kann beispielsweise alternative Lieferanten in Ländern mit niedrigeren Zöllen suchen, während einem Kleinunternehmen dafür das Personal oder die Mittel fehlen.
Steigende Gesundheitskosten und Subventionsende
Der Druck auf Kleinunternehmen wird zusätzlich durch steigende Gesundheitskosten verstärkt. Fast die Hälfte der Erwachsenen, die über staatliche Börsen eine Krankenversicherung erhalten, besitzen oder arbeiten für Kleinunternehmen. Das Auslaufen der Bundessubventionen hatte daher eine überproportionale Auswirkung auf diese Gruppe.
Diese Entwicklung erhöht die finanzielle Last für viele Kleinunternehmer und ihre Angestellten erheblich. Die Kombination aus höheren Betriebskosten und wegfallender Unterstützung stellt eine ernsthafte Herausforderung dar.
Tarife treffen Exporteure und führen zu Insolvenzen
Jüngste Berichte zeigten, dass mehrere Kleinunternehmen aufgrund von Trumps Zöllen auf Indien und China unrentabel wurden oder sogar in den Bankrott getrieben wurden. Inhaber beklagten explodierende Inputkosten, stornierte Verträge und drohende Insolvenzen. Sie ziehen zunehmend einen Kontrast zwischen dem pro-Handels-Erbe des ehemaligen Präsidenten Ronald Reagan und der zolllastigen Ausrichtung von Trump und der modernen Republikanischen Partei.
Laut dem ehemaligen US-Handelsbeauftragten Roy Kirk schadet das Chaos um Trumps Zollpolitik Kleinunternehmen und sogar Exporteuren erheblich. Kirk betonte: "Über 90 % der US-Exporteure sind Kleinunternehmen und Familienbetriebe. Und das macht sie einfach verrückt, wenn sie versuchen herauszufinden, wie die Spielregeln sein werden."