Trumps Studentendarlehen-Politik: Zwischen Entlastung und neuen Hürden

Trumps Studentendarlehen-Politik: Zwischen Entlastung und neuen Hürden

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Studentenkreditnehmer sind mit einer hohen Unsicherheit konfrontiert, da die Trump-Regierung eine Reihe von Änderungen und Pausen bei der Schuldenerleichterung und den Rückzahlungsoptionen eingeführt hat. Während die Aussetzung von Lohnpfändungen kurzfristige Entlastung bietet, verzögern sich die Bearbeitung von Schuldenerlassanträgen erheblich, und weitreichende Reformen der Rückzahlungspläne sowie neue Kreditlimits stehen bevor.

Pause bei Zwangsvollstreckungen sorgt für kurzfristige Entlastung

Anfang Januar kündigte das Bildungsministerium unter Präsident Donald Trump an, Lohnpfändungen und die Einziehung von Steuererstattungen für säumige Studentenkreditnehmer auszusetzen. Diese Maßnahme soll Kreditnehmern, die mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, zusätzliche Zeit verschaffen, um wieder einen guten Zahlungsstatus zu erreichen. Das Ministerium erklärte in einer Pressemitteilung, die Verzögerung bei den Einziehungen solle Kreditnehmern "zusätzliche Zeit geben, diese neuen Rückzahlungsoptionen zu bewerten, sobald sie ihre Darlehen konsolidieren oder eine Rückzahlungs- oder Rehabilitationsvereinbarung abschließen".

Der Zeitpunkt, wann diese Pause aufgehoben wird, ist jedoch unklar. Selbst Mitarbeiter großer Studentenkreditdienstleister erhielten die Informationen über die Aussetzung nur wenige Tage vor der öffentlichen Bekanntgabe und wissen nicht, wann die Pfändungen und Treasury Offsets wieder aufgenommen werden. Undersecretary of Education Nicholas Kent betonte in einer Erklärung, die Trump-Regierung sei bestrebt, Kreditnehmern zu helfen, "regelmäßige, pünktliche Rückzahlungen mit klareren und erschwinglicheren Optionen wieder aufzunehmen".

Unsicherheit bei Schuldenerlass und SAVE-Plan

Trotz der Entlastung bei Zwangsvollstreckungen belasten Rückstände bei der Bearbeitung von Schuldenerlassanträgen Tausende von Kreditnehmern. Eine aktuelle Gerichtsakte des Bildungsministeriums zeigte, dass zum 31. Dezember 2025 insgesamt 734.221 Anträge für einkommensbasierte Rückzahlungspläne (IDR) anhängig waren, wobei im Dezember 3.400 Entlastungen genehmigt wurden.

Die Bearbeitung einiger Schuldenerlassanträge wird durch Rechtsstreitigkeiten um den SAVE-Plan blockiert. Der SAVE-Plan, der von der ehemaligen Regierung Joe Bidens eingeführt wurde, um günstigere monatliche Zahlungen und einen kürzeren Weg zum Schuldenerlass zu ermöglichen, ist seit Juli 2024 blockiert, und die Blockade wurde im April 2025 gerichtlich erweitert. Das Ministerium konzentriert sich derzeit auf die Bearbeitung von Entlastungen für IBR-Kreditnehmer, die vor April 2025 anspruchsberechtigt wurden. Im Januar 2026 bestätigte Bildungsministerin Linda McMahon, dass der Schuldenerlass für bestimmte Kreditnehmer unter mehreren IDR-Plänen (ICR und PAYE) erneut pausiert wurde.

Das Bildungsministerium erklärte, es evaluiere "den effektivsten Weg, um Entlastungen für Kreditnehmer wieder aufzunehmen, die nach dem Datum der einstweiligen Verfügung unter den Kriterien der SAVE Plan Final Rule anspruchsberechtigt geworden wären." Experten und Gesetzgeber äußerten die Ansicht, dass die anhaltende Unsicherheit Kreditnehmer gefährden könnte, da sie eine finanzielle Planung erschwert.

Neue Rückzahlungspläne und Kreditlimits ab 2026

Die "One Big Beautiful Bill", Trumps umfassendes Ausgabengesetz, bringt ab Juli weitreichende Änderungen für Studentenkreditnehmer mit sich. Das Bildungsministerium wird neue einkommensbasierte Rückzahlungspläne einführen und Kreditlimits für Graduierten- und Berufsabschlüsse festlegen.

Ein neuer einkommensbasierter Rückzahlungsplan, der Repayment Assistance Plan (RAP), soll ab dem 1. Juli 2026 verfügbar sein. Dieser Plan passt die Zahlungsbeträge an das Einkommen der Kreditnehmer an, und die Regierung wird einigen Kreditnehmern monatlich mindestens 50 US-Dollar zur Reduzierung ihres Darlehensbetrags beisteuern. Allerdings könnten die RAP-Zahlungen für viele Kreditnehmer, insbesondere Geringverdiener, insgesamt teurer ausfallen, da der Plan eine Mindestzahlung von 10 US-Dollar pro Monat vorsieht, während bestehende Pläne 0-Dollar-Zahlungen ermöglichen.

Erstmalige Studentenkreditnehmer, die im Herbst 2026 ein Darlehen aufnehmen, werden keinen Zugang zu den drei bestehenden einkommensbasierten Rückzahlungsplänen haben und stattdessen nur den RAP nutzen können. Darüber hinaus könnten über 7 Millionen Kreditnehmer, die im SAVE-Plan eingeschrieben sind, früher als erwartet aus diesem Plan ausgeschlossen werden. Ein vorgeschlagener Vergleich würde diesen Kreditnehmern eine begrenzte Zeit für die Anmeldung in einem neuen Plan und höhere Zahlungen einräumen. Brenda McCoy, eine 60-jährige Kreditnehmerin im SAVE-Plan, äußerte sich besorgt und sagte, sie bereite sich auf eine "astronomische Rechnung" vor.

Die Gesetzgebung eliminiert auch den Grad Plus-Plan, der es Studierenden ermöglichte, bis zu den vollen Studienkosten zu leihen. Für Masterstudiengänge werden die Kreditaufnahmen auf 20.500 US-Dollar pro Jahr und insgesamt 100.000 US-Dollar begrenzt, während für Berufsabschlüsse die Grenzen bei 50.000 US-Dollar pro Jahr und insgesamt 200.000 US-Dollar liegen. Aktuelle Graduiertenstudenten sind für drei Jahre von diesen Obergrenzen ausgenommen, aber diejenigen, die im Herbst 2026 ein Studium beginnen, werden den neuen Limits unterliegen. Eine Analyse der Federal Reserve Bank of Philadelphia ergab, dass ein Drittel der Graduiertenstudenten mit Bundesdarlehen bereits mehr als die neuen Limits geliehen hat, insbesondere in Berufsfeldern wie Jura, Medizin und Zahnmedizin.

Bundesstaaten reagieren auf strengere Kreditbedingungen

Angesichts der bundesweiten Kreditlimits und der potenziellen Finanzierungslücken für Studierende treten die Bundesstaaten auf den Plan, um Graduiertenkreditprogramme zu schaffen oder zu erweitern. Staatliche Kreditgeber erwarten eine höhere Nachfrage nach ihren Darlehen. Ray Jones, Chief Product Officer der South Carolina Student Loan Corp., berichtete: "Wir erhalten Anrufe von medizinischen Fakultäten, die Hilfe suchen."

Gemeinnützige Kreditgeber, die von den Bundesstaaten zur Förderung des Hochschulzugangs gegründet wurden, finanzieren sich typischerweise über steuerbefreite Anleihen und reinvestieren ihre Gewinne. Dies ermöglicht es ihnen, oft niedrigere Zinssätze anzubieten als die Bundesregierung oder kommerzielle Anbieter. Die Rhode Island Student Loan Authority beispielsweise warb mit festen Zinssätzen zwischen 2,99 Prozent und 8,74 Prozent, abhängig von der Rückzahlungsdauer und der Bonität des Kreditnehmers, während kommerzielle Zinssätze bis in den hohen Zehnerbereich reichen können. Eine Herausforderung für diese Ausweitung des Marktes besteht jedoch darin, dass Studierende mit dem größten Bedarf möglicherweise ausgeschlossen werden könnten.

Kritik an Transparenz und Unterstützung für Kreditnehmer

Die Trump-Regierung steht auch wegen mangelnder Transparenz und der Schwächung von Aufsichtsbehörden in der Kritik. Das Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) veröffentlichte einen stark gekürzten Bericht über den Zustand der Studentendarlehen, der fast die Hälfte des ursprünglichen Dokuments von Julia Barnard, der ehemaligen Student Loan Ombudsman des CFPB, enthielt.

Barnards ursprünglicher Bericht, der vom Prospect veröffentlicht wurde, umfasste eine Diskussion über den Abbau der Bundesbürokratie und deren Folgen für Verbraucher sowie Informationen darüber, wie Hochschulen persönliche Daten nutzen, um den maximalen Studienpreis zu ermitteln, den Studierende und ihre Familien zu zahlen bereit wären. Barnard, die im frühen zweiten Amtszeit Trumps entlassen und später gerichtlich wieder eingesetzt wurde, kritisierte, dass der zensierte Bericht ein Symptom für die "Vernachlässigung der Studentenkreditnehmer und die Aushöhlung von Behörden wie dem CFPB und dem Bildungsministerium" sei. Sie äußerte die Ansicht, dass die Führung dieser Behörden "die Hände in den Schoß legt" und nicht interveniert, um Menschen zu helfen.

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