
Trumps Zoll-Dividende: Skepsis bei Auszahlung und Finanzierung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die von Donald Trump vorgeschlagenen 2.000-Dollar-„Zoll-Dividenden“-Schecks stoßen auf den Prognosemärkten auf erhebliche Skepsis hinsichtlich einer Auszahlung im ersten Halbjahr 2026. Während die Schaffung des Programms eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, deuten die Märkte auf erhebliche Verzögerungen bei der tatsächlichen Auszahlung hin, bedingt durch legislative und finanzielle Herausforderungen.
Skepsis bei Trumps Zoll-Dividende: Auszahlung ungewiss
Prognoseplattformen signalisieren eine deutliche Divergenz zwischen der potenziellen Schaffung des Zoll-Dividendenprogramms und der tatsächlichen Auszahlung der Gelder. Auf Polymarket schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit, dass Trump das Programm bis zum 30. Juni erfolgreich etabliert, auf 45 %. Die Märkte sind jedoch wesentlich pessimistischer, was eine schnelle Auszahlung an die Amerikaner betrifft.
Laut Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit, einen Scheck „vor Juni“ zu erhalten, bei lediglich 15 %. Diese Diskrepanz von 30 Prozentpunkten deutet darauf hin, dass selbst bei einer Verabschiedung der Politik bis Mitte des Jahres bürokratische oder legislative Hürden die physischen Auszahlungen um Monate verzögern könnten. Präsident Trump selbst nannte als Ziel für die Scheckausgabe „Mitte 2026 oder etwas später“.
Administrative und legislative Hürden
Die Skepsis der Märkte wird durch Aussagen der Administration untermauert, die den Zeitplan nach hinten verschieben. Beamte wie Finanzminister Scott Bessent und NEC-Direktor Kevin Hassett haben betont, dass der Vorschlag die Zustimmung des Kongresses erfordert, um fortzufahren. Dies stellt eine wesentliche legislative Hürde dar, die den Prozess verlangsamen könnte.
Die finanzielle Kluft: Kosten vs. Einnahmen
Abgesehen von legislativen Hürden stellt die Finanzierung eine große Herausforderung dar. Analysen weisen auf eine „massive arithmetische Lücke“ hin, da die Kosten des Programms die Zolleinnahmen bei weitem übersteigen. Die Tax Foundation schätzt, dass der Plan jährlich bis zu 606,8 Milliarden US-Dollar kosten könnte.
Dies steht im krassen Gegensatz zu den für 2026 prognostizierten Zolleinnahmen von 207,5 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zu dieser Unsicherheit wurden im November weniger Zölle eingenommen als im Oktober, was die finanzielle Machbarkeit weiter in Frage stellt.
Oberster Gerichtshof prüft Zollbefugnis
Parallel zu den Diskussionen um die Zoll-Dividende steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Oberste Gerichtshof Trumps Zollbefugnis billigt. Auf dem Kalshi-Prognosemarkt stiegen die Quoten dafür auf 36 %, ein Anstieg um 10 Punkte gegenüber Anfang Dezember. Das Handelsvolumen belief sich auf 1,76 Millionen US-Dollar.
Trotz des Anstiegs liegt die implizite Wahrscheinlichkeit der „Nein“-Option bei 64 %, was darauf hindeutet, dass die Mehrheit weiterhin gegen Trumps Zollbefugnis wettet. Die Verfassungsautorität der Handelspolitik wird in mehreren Gerichten angefochten. Das Weiße Haus erwägt bereits Ausweichpläne, falls eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen die Befugnisse der Trump-Administration in Bezug auf Zölle ausfällt.
Trump verteidigt Zölle, Märkte bleiben vorsichtig
Präsident Trump hat seine Verteidigung der Zölle erneuert und behauptet, sie würden „großen Wohlstand“ für die Vereinigten Staaten schaffen. Er verknüpfte Zölle mit einer stärkeren nationalen Sicherheit, einer verbesserten Wirtschaftsleistung, einem starken Rückgang des Handelsdefizits und einem Wirtschaftswachstum ohne Inflationsdruck. Diese Aussagen veröffentlichte er auf Truth Social.
Die Marktstimmung zeigt jedoch weiterhin Vorsicht. Die Polymarket-Quoten für eine Zinssenkung der Federal Reserve im Januar lagen bei nur 14 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen beim nächsten Treffen nicht erhöht werden, betrug 85 %. Dies deutet auf eine anhaltende Erwartung hoher Kreditkosten auf lange Sicht hin.
Inflation und Zinssenkungen: Ein Lichtblick für Risikowerte?
Die sinkende Inflation in den USA weckt derweil Hoffnungen auf zukünftige Zinssenkungen. Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) fiel auf 1,99 % pro Jahr, das erste Mal seit Jahren, dass der Markt unter das 2 %-Ziel der Fed gefallen ist. Fed-Beamte wie Stephen Miran schlagen weitere Zinssenkungen vor, um das Wirtschaftswachstum in den USA zu fördern.
Niedrigere Kreditkosten führen typischerweise zu mehr Kapitalzuflüssen in Risikoanlagen wie Kryptowährungen und Aktien. Im Jahr 2025 verzeichnete der S&P 500 einen Anstieg von 16,65 %, der Nasdaq Composite legte um 20,54 % zu und der Dow Jones gewann 13,38 %. Allerdings schlossen der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) und der Invesco QQQ Trust ETF (QQQ) am Mittwoch niedriger, während die Futures der Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 am Freitag höher notierten.