
TSMC-Gewinne befeuern KI-Rallye und globale Märkte trotz Spannungen
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Die jüngsten Quartalsergebnisse von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) haben die Anlegerblicke erneut auf das Potenzial der Künstlichen Intelligenz gelenkt und eine breite Rallye an den globalen Aktienmärkten ausgelöst. Während geopolitische Spannungen weiterhin präsent sind, sorgten starke Unternehmenszahlen und ein wichtiges Handelsabkommen für eine positive Stimmung.
TSMC treibt KI-Rallye an
Der weltweit führende Auftragsfertiger für Chips, Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), meldete beeindruckende Ergebnisse für das vierte Quartal. Das Unternehmen verzeichnete einen Gewinnanstieg von 35 % gegenüber dem Vorjahr und markierte damit das achte Quartal in Folge mit Gewinnwachstum. Der Rekordgewinn belief sich auf 505 Milliarden neue Taiwan-Dollar (16 Milliarden US-Dollar) bei einem Rekordumsatz von über 1 Billion NT$ (33,1 Milliarden US-Dollar), womit die Konsensschätzungen der Wall Street deutlich übertroffen wurden.
Diese starken Zahlen unterstrichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. TSMC kündigte zudem an, seine erwarteten Investitionsausgaben für 2026 um mindestens 25 % zu erhöhen, was ein klares Signal für weiteres Wachstum in diesem Sektor ist. Die positive Nachricht beflügelte Halbleiter- und KI-bezogene Aktien wie Nvidia, Advanced Micro Devices (AMD) und Broadcom. Auch Anbieter von Chipfertigungsanlagen wie Applied Materials und KLA Corp. verzeichneten deutliche Kursgewinne von 7 % bzw. 8 %, während europäische Hersteller wie ASML und ASM International ebenfalls zulegten. Die Wall Street sucht zunehmend nach konkreten finanziellen Vorteilen aus KI-Investitionen, und TSMC lieferte hierfür überzeugende Beweise.
Geopolitische Dynamik und Handelsabkommen
Die Schlagzeilen der Woche spiegelten auch größere globale Dynamiken wider. Eine Investition Taiwans in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar in die Chip-Produktion in den USA ist nicht nur ein kommerzieller Schritt für die beteiligten Unternehmen, sondern auch Teil eines umfassenden Handelsabkommens mit Washington. Im Rahmen dieses Abkommens werden die USA die Zölle auf taiwanesische Importe von 20 % auf 15 % senken und sie für andere Produkte wie Generika und Flugzeugkomponenten vollständig aufheben.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. hat bereits Land erworben und könnte im Rahmen dieses Abkommens in Arizona expandieren, wie US-Handelsminister Howard Lutnick in einem Interview mit CNBC mitteilte. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleiben geopolitische Spannungen bestehen. Mehrere NATO-Staaten entsandten Truppen nach Grönland im Rahmen einer gemeinsamen Übung zur Stärkung der arktischen Sicherheit. Diese Bewegungen folgen auf angespannte transatlantische Diskussionen über US-Vorschläge zur Übernahme des halbautonomen dänischen Territoriums, was europäische Partner verunsichert und grundlegende Fragen über das Bündnis aufgeworfen hat.
Breite Marktgewinne und Ölpreise
Die Welle des Optimismus, angetrieben durch die starken Ergebnisse von TSMC sowie besser als erwartete Zahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley, beflügelte die US-Märkte. Die Aktienmärkte konnten sich erholen und verzeichneten breite Gewinne.
Gleichzeitig sanken die Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump signalisiert hatte, dass er von einem Angriff auf den Iran absehen könnte. Dies entschärfte eine wichtige Quelle kurzfristiger Risiken an den Rohstoffmärkten.
Ausblick: Unternehmensgewinne als Wachstumstreiber
Die Frage, ob die Aktienmärkte in diesem Jahr weiter steigen können, wird von Experten positiv beantwortet, sofern das Gewinnwachstum der Unternehmen anhält. Lori Calvasina, Leiterin der US-Aktienstrategie bei RBC Capital Markets, prognostiziert, dass der S&P 500 in den nächsten zwölf Monaten 7750 Punkte erreichen könnte, was ein Aufwärtspotenzial von etwas mehr als 11 % gegenüber den jüngsten Niveaus impliziert.
Diese Einschätzung deckt sich mit den Konsens-Gewinnwachstumserwartungen. Calvasina betonte gegenüber CNBC: "Wir erwarten keine Multiple-Expansion oder einen starken Rückgang des Multiples. Wir glauben, dieser Markt wird bekommen, was er verdient, aber aus einer Gewinnperspektive." Dies deutet darauf hin, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen der entscheidende Faktor für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte sein werden.