
U.S.-Iran-Gespräche in Islamabad: Waffenstillstand und Ölversorgung im Fokus
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In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben hochrangige Delegationen der USA und des Iran Gespräche aufgenommen, die auf ein Ende des sechswöchigen Konflikts abzielen. Die Verhandlungen sollen einen seit zwei Wochen bestehenden Waffenstillstand festigen, der jedoch durch Irans anhaltende Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus unter Druck steht.
Hochrangige Delegationen in Islamabad
Am 11. April 2026 trafen sich in Islamabad Vertreter der Vereinigten Staaten und des Iran zu entscheidenden Verhandlungen. Die US-Delegation, angeführt von Vizepräsident JD Vance, landete am frühen Samstagmorgen und wurde von US-Sondergesandtem Steve Witkoff sowie Jared Kushner empfangen. Zuvor war bereits am späten Freitag eine iranische Delegation unter der Leitung von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen.
Pakistans stellvertretender Premierminister und Außenminister Mohammad Ishaq Dar äußerte auf X die Hoffnung, dass die Parteien konstruktiv zusammenarbeiten würden. Er bekräftigte Pakistans Wunsch, die Parteien weiterhin auf dem Weg zu einer dauerhaften und nachhaltigen Lösung des Konflikts zu unterstützen.
Knackpunkt Straße von Hormus und Waffenstillstand
Im Zentrum der Gespräche steht die Bemühung, einen vor zwei Wochen begonnenen Waffenstillstand zu zementieren. Dieser Waffenstillstand geriet jedoch unter Druck, da der Iran weiterhin den Großteil des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus blockiert. Diese Meerenge gilt als der weltweit kritischste Engpass für Öl- und Gaslieferungen und hat somit erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte.
Irans Forderungen vor Verhandlungsbeginn
Die Verhandlungen stehen unter dem Vorbehalt iranischer Forderungen. Parlamentssprecher Ghalibaf warnte am Freitag, dass die geplanten Gespräche zur Beendigung des Krieges mit den Vereinigten Staaten nicht beginnen könnten, solange Israel seine Angriffe auf den Libanon nicht einstellt und die USA die eingefrorenen Vermögenswerte Teherans nicht freigibt.
Ghalibaf erklärte in einem X-Post: "Zwei der zwischen den Parteien einvernehmlich vereinbarten Maßnahmen müssen noch umgesetzt werden: ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der blockierten Vermögenswerte Irans vor Beginn der Verhandlungen." Er fügte hinzu: "Diese beiden Punkte müssen erfüllt sein, bevor die Verhandlungen beginnen." Dieses Ultimatum wurde ausgesprochen, nachdem die amerikanische Delegation unter Vizepräsident JD Vance nach Islamabad abgereist war.
US-Erwartungen an die Gespräche
Vizepräsident Vance äußerte sich am Freitag gegenüber Reportern optimistisch und erklärte, er halte die Verhandlungen für "positiv". Gleichzeitig warnte er den Iran davor, die USA "auszuspielen". Die Gespräche in Islamabad sind ein kritischer Moment für die Deeskalation in der Region und die Stabilität der globalen Energieversorgung, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen um die Straße von Hormus.