Ubers KI-Strategie: Alte Regeln brechen für echte Transformation

Ubers KI-Strategie: Alte Regeln brechen für echte Transformation

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Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmensprozesse ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Während viele Unternehmen in KI investieren, um Produktivitätsgewinne zu erzielen, warnt Uber CEO Dara Khosrowshahi vor einer oberflächlichen Transformation und fordert einen radikalen Neuanfang.

Ubers radikaler Ansatz für KI-Erfolg

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Jahr 2025 sprach Uber CEO Dara Khosrowshahi über die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche KI-Adoption. Er betonte, dass es darauf ankomme, KI von Grund auf in die Prozesse zu integrieren, anstatt nur "die richtigen Worte zu sagen" oder eine "vorgetäuschte Transformation" zu inszenieren. Das bloße Zusammenfassen von Kundenpräsentationen durch einen KI-Agenten sei das "einfache Zeug", das Unternehmen nicht differenzieren werde.

"Wir haben festgestellt, dass es viel schwieriger ist, als es klingt, die Arbeitsweise mit KI wirklich zu verändern", so Khosrowshahi. Er hob hervor, dass Unternehmen, die das volle Potenzial der KI ausschöpfen wollen, ihre bestehenden Regeln und Richtlinien überdenken und neu aufbauen müssen.

Alte Regeln über Bord werfen

Ein Beispiel für diesen Ansatz lieferte Khosrowshahi am Fall des Uber-Kundenservice. Anfängliche Erfolge wurden erzielt, indem die KI den alten Richtlinien folgte. Der wahre "Durchbruch" kam jedoch, als die Entwickler alles von Grund auf neu aufbauten. Dies beinhaltete, dem KI-Agenten klare, übergeordnete Ziele zu geben, wie etwa, dass sich der Kunde nach der Interaktion gut fühlen sollte.

"Der KI tatsächlich zu erlauben, dies zu durchdenken und alle alten Richtlinien über Bord zu werfen, erweist sich als der vielversprechendste Weg nach vorn", erklärte Khosrowshahi. Er fügte hinzu, dass Unternehmen im Wesentlichen "ein Bündel von Richtlinien" seien und dass man, um das volle Potenzial der KI zu nutzen, "diese Regeln aufbrechen und neu beginnen" müsse. Intern nutzen Uber-Entwickler KI-Tools wie Anysphere's Cursor und Anthropic's Claude. Khosrowshahi räumte ein, dass die richtige KI-Adoption nicht immer reibungslos verläuft: "Man muss intern eine Reihe von Autounfällen überleben, um dies zu tun."

KI-Investitionen und die Realität der Produktivität

Viele Unternehmen erhöhen ihre KI-Ausgaben in der Hoffnung auf Produktivitätssteigerungen. Eine aktuelle Umfrage von RBC Capital unter IT-Fachleuten ergab, dass 90 Prozent der Befragten planen, dieses Jahr mehr für KI auszugeben. Doch es gibt auch Bedenken, dass KI nicht immer den Erwartungen gerecht wird und die Fähigkeiten der Mitarbeiter beeinträchtigen könnte.

Die PwC-Studie "29th Global CEO Survey" zeigt, dass das Vertrauen der CEOs in ihre Umsatzprognosen auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen ist. Nur 30 Prozent der CEOs sind für die nächsten zwölf Monate zuversichtlich bezüglich des Umsatzwachstums, verglichen mit 38 Prozent im Jahr 2025 und 56 Prozent im Jahr 2022. Dies deutet auf eine deutliche Abkühlung des Optimismus hin, da Unternehmen mit wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischem Druck und schnellem technologischem Wandel konfrontiert sind. Die Umfrage basiert auf Antworten von 4.454 CEOs aus 95 Ländern und Territorien.

Herausforderungen bei der KI-Implementierung

Obwohl KI die Vorstandsetagen dominiert, stecken viele Organisationen laut PwC noch im Pilotmodus fest. Nur 12 Prozent der CEOs gaben an, dass KI bisher sowohl Kosteneinsparungen als auch Umsatzwachstum geliefert hat. Weitere 33 Prozent berichteten von Vorteilen entweder bei den Kosten oder beim Umsatz, während mehr als die Hälfte (56 Prozent) keinen signifikanten finanziellen Einfluss feststellten.

PwC argumentiert, dass dies eine wachsende Kluft zwischen Unternehmen schafft, die KI in großem Maßstab einsetzen können, und jenen, die noch experimentieren. CEOs, die die besten Ergebnisse erzielten, gaben zwei- bis dreimal häufiger an, KI umfassend in Produkte und Dienstleistungen, Nachfragegenerierung und strategische Entscheidungsfindung integriert zu haben. Unternehmen mit stärkeren Grundlagen, wie verantwortungsvollen KI-Frameworks und Technologieumgebungen, die eine unternehmensweite Integration unterstützen, berichteten dreimal häufiger über signifikante Erträge. Mohamed Kande, Global Chairman von PwC, warnte, dass 2026 ein entscheidendes Jahr für KI werde und Organisationen, die über Pilotprojekte nicht hinauskommen, Gefahr laufen, ins Hintertreffen zu geraten.

KI als strategischer Vermögenswert: Das Beispiel Ivo

Ein Bereich, in dem KI bereits transformative Wirkung zeigt, ist das Vertragsmanagement. Interne Rechtsteams stehen vor steigenden Arbeitslasten und dem Bedarf an höherer Genauigkeit. Hier setzt Ivo an, eine Plattform, die die Überprüfungszeiten von Verträgen um bis zu 75 Prozent verkürzt und Vertragsdaten in zugängliche Business Intelligence umwandelt.

Ivo hat kürzlich eine Series-B-Finanzierungsrunde über 55 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um seine Plattform zu erweitern und global zu skalieren. Das Unternehmen verzeichnete ein sechsfaches Umsatzwachstum, eine Steigerung der Gesamtkundenzahl um 134 Prozent und eine 250-prozentige Zunahme der Akzeptanz innerhalb der Fortune 500. Die Unternehmensbewertung hat sich in den letzten neun Monaten verfünffacht. Ivo wird bereits von Unternehmen wie IBM, Uber, Shopify, Canva und Reddit genutzt. Die Gründer Min-Kyu Jung und Jacob Duligall haben Ivo mit dem Ziel entwickelt, Verträge von statischen Dokumenten in eine Quelle strategischer Erkenntnisse zu verwandeln.

Externe Risiken und Zukunftsstrategien

Neben dem ungleichmäßigen Fortschritt bei der KI-Adoption äußerten CEOs auch wachsende Besorgnis über externe Bedrohungen. Jeder fünfte CEO (20 Prozent) gab an, dass sein Unternehmen im nächsten Jahr einem hohen oder extrem hohen Risiko erheblicher finanzieller Verluste durch Zölle ausgesetzt ist. Das Cyberrisiko ist ebenfalls gestiegen: 31 Prozent der CEOs beschreiben es als große Bedrohung, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr. Als Reaktion darauf planen 84 Prozent, die unternehmensweite Cybersicherheit zu stärken.

Trotz der schwierigeren Aussichten verfolgen viele Führungskräfte laut PwC Strategien zur Neuausrichtung, um Wachstum voranzutreiben. Mehr als vier von zehn CEOs (42 Prozent) gaben an, dass ihr Unternehmen in den letzten fünf Jahren in neuen Sektoren tätig geworden ist, während 44 Prozent derjenigen, die größere Akquisitionen planen, erwarten, außerhalb ihrer derzeitigen Branche zu investieren. Technologie wurde dabei als der attraktivste angrenzende Sektor genannt. Internationale Investitionen bleiben ebenfalls auf der Agenda, wobei 51 Prozent der CEOs planen, im kommenden Jahr im Ausland zu investieren. Die Vereinigten Staaten bleiben mit 35 Prozent das Top-Ziel, während das Interesse an Indien mit 13 Prozent in den Top drei fast verdoppelt wurde.

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