
UCBs 2-Milliarden-Dollar-Investition: Biologika-Fertigung in Georgia stärkt US-Markt
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Das belgische Biopharmaunternehmen UCB investiert 2 Milliarden US-Dollar in eine neue Biologika-Produktionsstätte in Gwinnett County, Georgia. Diese digitale Anlage soll das Herzstück der globalen Biologika-Fertigungsinfrastruktur von UCB werden und den US-Markt bedienen. Die Investition unterstreicht UCBs Engagement im US-Markt und schafft Hunderte von Arbeitsplätzen.
Milliardeninvestition in Georgia
UCB hat Georgia als Standort für seine neue Biologika-Produktionsstätte gewählt und damit seine Präsenz in diesem Bundesstaat gefestigt. Die Investition beläuft sich auf 2 Milliarden US-Dollar. Die Anlage wird im Rowen Development in Gwinnett County entstehen und eine Fläche von 460.000 Quadratfuß auf 79 Acres umfassen.
Die Einrichtung ist als "Eckpfeiler" der globalen Biologika-Fertigungsinfrastruktur von UCB konzipiert und soll nach Inbetriebnahme rund um die Uhr (24/7) den US-Markt versorgen. Georgias Gouverneur Brian Kemp bezeichnete die Ankündigung als "bedeutenden Meilenstein für unsere Biowissenschaftsbranche" und als eine der größten Investitionen in der Geschichte des Bundesstaates.
Strategische Bedeutung und Kapazitätsausbau
Die neue Anlage soll die kommerzielle Produktion von "kürzlich zugelassenen und zukünftigen Pipeline-Medikamenten" unterstützen. Dazu gehören drei neuartige Prüfpräparate und fünf bereits vermarktete Biologika, wie Taco van Tiel, US-Chef von UCB, mitteilte.
UCBs meistverkauftes Biologikum, der Interleukin-17-Inhibitor Bimzelx (Bimekizumab), erzielte 2025 einen Umsatz von 2,23 Milliarden Euro (2,58 Milliarden US-Dollar). GlobalData prognostiziert für Bimzelx einen Umsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2031, wovon 80 % aus den USA stammen sollen. Diese Prognose unterstreicht die strategische Notwendigkeit für UCB, seine Fertigungskapazitäten und Präsenz im wichtigen US-Markt zu erweitern.
Technologischer Fortschritt und Arbeitsplätze
Die digitale Anlage wird fortschrittliche Technologien wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik integrieren, um Effizienz und Qualität in der Biologika-Produktion zu steigern. Diese Technologien sind laut UCB wichtige Treiber für die Verbesserung der Biologika-Produktion.
Nach Fertigstellung wird die Einrichtung etwa 330 qualifizierte Arbeitsplätze im Bereich der Biologika-Fertigung schaffen. Jacques Marbehant, zuständig für Transformationsprogramme und Infrastruktur bei UCB, erwähnte zudem, dass kurzfristig rund 1.000 Bauarbeiter beschäftigt sein werden. Die Anlage wird voraussichtlich einen wirtschaftlichen Beitrag von rund 5 Milliarden US-Dollar für die Wirtschaft Georgias leisten.
Standortvorteile und langjährige Präsenz
Georgia ist für UCB kein unbekanntes Terrain; das US-Hauptquartier des Unternehmens befindet sich seit über dreißig Jahren in Smyrna, einem Vorort von Atlanta. Der Standort im Rowen Development liegt 35 Meilen von Atlanta entfernt und in der Nähe von über 50 akademischen Einrichtungen, darunter Emory, die University of Georgia und Georgia Tech.
UCB-CEO Jean-Christophe Tellier betonte, dass Georgia aufgrund seiner starken Talentbasis, seines Ökosystems und seiner Fertigungstradition der richtige Ort für die US-Expansion sei. Er sagte: "Durch die Investition in Georgia, wo unser US-Hauptquartier seit mehr als drei Jahrzehnten ansässig ist, stärken wir unsere Biologika-Fertigungskapazitäten, unterstützen unsere Innovationspipeline und schaffen hochwertige Arbeitsplätze in einem Bundesstaat, der herausragende Talente, eine starke Fertigungstradition und ein auf nachhaltigen, langfristigen Erfolg ausgelegtes Ökosystem bietet." UCB hat seine amerikanische Belegschaft seit 2017 um 73 % auf fast 2.000 Mitarbeiter aufgestockt.
Trend zum Onshoring in der Pharmabranche
UCBs Expansion reiht sich in einen breiteren Trend in der Pharmabranche ein, bei dem mehrere große Pharmaunternehmen Milliarden in die heimische Fertigungsinfrastruktur in den USA investieren. Diese "Onshoring"-Bemühungen werden aktiv von der US-Regierung gefördert, unter anderem durch die Androhung von 100-prozentigen Zöllen auf importierte Markenpharmazeutika für Unternehmen, die ihre Produktion nicht in die USA verlagern. UCB erfüllt mit dieser Ankündigung ein im Vorjahr gegebenes Versprechen, in die heimische Fertigung zu investieren.