
Überraschend starkes Wachstum im dritten Quartal
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Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal 2025 ein überraschend starkes Wachstum verzeichnet, das die Erwartungen von Ökonomen deutlich übertraf. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg annualisiert um 4,3 Prozent, angetrieben von Konsumausgaben, Exporten und Staatsausgaben, während die Veröffentlichung der Daten durch eine Regierungsschließung verzögert wurde.
Überraschend starkes Wachstum im dritten Quartal
Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2025 deutlich schneller als erwartet. Das Bureau of Economic Analysis (BEA) gab bekannt, dass das BIP in den Monaten Juli, August und September annualisiert um 4,3 Prozent zulegte. Diese Zahl übertraf die Schätzungen von Ökonomen, die laut LSEG ein Wachstum von 3,3 Prozent und laut anderen Umfragen 3,2 Prozent prognostiziert hatten.
Das Wachstum im dritten Quartal folgte auf eine annualisierte Rate von 3,8 Prozent im zweiten Quartal und einen Rückgang von 0,6 Prozent im ersten Quartal. Zusammengenommen deuten diese Zahlen darauf hin, dass die US-Wirtschaft in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 mit einer annualisierten Rate von 2,5 Prozent gewachsen ist. Das Wachstum im dritten Quartal war das schnellste seit zwei Jahren.
Die Veröffentlichung der initialen Schätzung für das dritte Quartal, die ursprünglich Ende Oktober erwartet wurde, verzögerte sich aufgrund einer Regierungsschließung. Diese Schließung, die vom 1. Oktober bis zum 12. November dauerte, beeinflusste auch die Freigabe weiterer Wirtschaftsdaten. Das BEA gab an, dass die initiale Schätzung die "Advance" und "Second Estimates" ersetzt, sodass nur noch eine weitere BIP-Veröffentlichung für das dritte Quartal am 22. Januar geplant ist.
Treiber der Wirtschaftsleistung
Der Anstieg des realen BIP im dritten Quartal spiegelte laut BEA Zuwächse bei den Konsumausgaben, Exporten und Staatsausgaben wider. Diese wurden teilweise durch einen Rückgang der Investitionen ausgeglichen. Auch die Importe gingen im dritten Quartal zurück, was sich positiv auf das BIP auswirkt, da Importe vom BIP abgezogen werden.
Im Vergleich zum zweiten Quartal trugen eine geringere Abnahme der Investitionen, eine Beschleunigung der Konsumausgaben sowie eine Trendwende bei Exporten und Staatsausgaben zur Beschleunigung des realen BIP im dritten Quartal bei. Die Importe gingen im dritten Quartal weniger stark zurück. Die realen Endverkäufe an private inländische Käufer – die Summe aus Konsumausgaben und Bruttoanlageinvestitionen – stiegen im dritten Quartal um 3 Prozent, leicht schneller als der Anstieg von 2,9 Prozent im zweiten Quartal.
Die Konsumausgaben, der größte Faktor des BIP und der Hauptmotor des Wirtschaftswachstums, beschleunigten sich und stiegen um 3,5 Prozent. Exporte wuchsen um 8,8 Prozent, während Importe um weitere 4,7 Prozent fielen. Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) trugen laut Joe Brusuelas, Chefökonom bei RSM US, etwa 14 Prozent zum Wachstum des Quartals bei.
Inflation bleibt erhöht
Trotz des starken BIP-Wachstums zeigte die Inflation im dritten Quartal einen Anstieg gegenüber dem Vorquartal. Der Preisindex für Bruttoinlandskäufe stieg im dritten Quartal um 3,4 Prozent, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2,0 Prozent im zweiten Quartal. Der Personal Consumption Expenditures (PCE) Index, ein wichtiges Inflationsmaß, stieg im dritten Quartal um 2,8 Prozent, verglichen mit einem Anstieg von 2,1 Prozent im Vorquartal.
Der Kern-PCE-Index, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, wuchs um 2,9 Prozent, gegenüber 2,6 Prozent im Vorquartal. Beide Werte liegen über dem jährlichen Inflationsziel der Federal Reserve von 2 Prozent. Einige Einzelhändler haben die zusätzlichen Kosten der Zölle für die Verbraucher abgefedert, während andere sie durch höhere Preise weitergegeben haben.
Arbeitsmarkt und die Rolle der Federal Reserve
Der Arbeitsmarkt zeigte im zweiten Halbjahr 2025 eine Verlangsamung der Neueinstellungen. Im November wurden 64.000 Arbeitsplätze geschaffen, nachdem im Oktober 105.000 Arbeitsplätze verloren gegangen waren. Die Arbeitslosenquote stieg im November auf 4,6 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2021.
Diese Entwicklungen erschweren die Entscheidungsfindung der Federal Reserve. Die Fed hatte Anfang des Monats ihre dritte Zinssenkung des Jahres angekündigt, ist aber hinsichtlich des weiteren Vorgehens gespalten. Ihr duales Mandat besteht darin, Preisstabilität zu gewährleisten und gleichzeitig die Beschäftigung zu maximieren. Die Inflation liegt weiterhin hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel, was für hohe Zinsen spricht, während die Anzeichen einer Schwächung des Arbeitsmarktes für niedrigere Zinsen zur Vermeidung steigender Arbeitslosigkeit sprechen.
Auswirkungen von Zöllen und Regierungsschließung
Die Regierungsschließung, die vom 1. Oktober bis zum 12. November dauerte, führte zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsberichte, einschließlich der BIP-Zahlen. Diese Verzögerungen trübten das Bild der Wirtschaftslage zusätzlich.
Präsident Donald Trump führte das starke Wirtschaftswachstum auf seine Handelspolitik zurück. Er schrieb auf Truth Social: „Der ERFOLG ist auf gute Regierung und ZÖLLE zurückzuführen… UND SIE WERDEN NUR BESSER! Auch KEINE INFLATION & GROSSE NATIONALE SICHERHEIT.“ Er fügte hinzu: „Die Konsumausgaben sind STARK, die Nettoexporte sind WEIT OBEN, Importe und Handelsdefizite sind WEIT UNTEN, und es gibt KEINE INFLATION! … Das Trump Wirtschaftsgoldene Zeitalter ist in vollem Gange.“
Ökonomen wie Scott Hoyt von Moody's Analytics weisen darauf hin, dass die Zölle zu großen Verhaltensschwankungen geführt haben, da Verbraucher und Unternehmen versuchten, den negativen Folgen erhöhter Zölle zuvorzukommen. Dies führte zu vorgezogenen Käufen, die das Wachstum in den letzten beiden Quartalen stützten, möglicherweise auf Kosten zukünftigen Wachstums.
Gemischte Signale und Ausblick
Trotz des robusten Wachstums im dritten Quartal zeigen andere Indikatoren gemischte Signale. Das Verbrauchervertrauen fiel im Dezember den fünften Monat in Folge, die längste Serie seit 2008. Viele Amerikaner, insbesondere Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen, spüren die Vorteile der schnell wachsenden Wirtschaft nicht. Diane Swonk, Chefökonomin bei KPMG, bemerkte: „Die Verbraucher geben immer noch aus, und es gab außergewöhnliche Investitionen in Rechenzentren, aber wir befinden uns in einer sehr seltsamen Situation, in der die Wirtschaft wächst, ohne Arbeitsplätze zu schaffen.“
Ökonomen erwarten, dass sich das BIP-Wachstum im vierten Quartal verlangsamen wird, hauptsächlich aufgrund der Auswirkungen der 43-tägigen Regierungsschließung auf Ausgaben und Investitionen. Paul Ashworth, Chefökonom für Nordamerika bei Capital Economics, prognostiziert für die letzten drei Monate des Jahres ein jährliches Wachstum von etwa 2 Prozent. Oliver Allen, Senior US-Ökonom bei Pantheon Macroeconomics, beschreibt das Wachstumstempo im dritten Quartal als „breit, aber nicht nachhaltig“ und erwartet ebenfalls eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität im nächsten Quartal.
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US-Wirtschaft übertrifft Erwartungen mit 4,3% BIP-Wachstum im Q3 2025
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Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2025 überraschend stark um 4,3 Prozent, angetrieben von Konsum und Exporten. Trotzdem bleiben Inflation erhöht und der Arbeitsmarkt zeigt Schwächen, was die Federal Reserve vor Herausforderungen stellt. Eine Regierungsschließung verzögerte die Datenveröffentlichung.
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Die US-Wirtschaft wuchs im Q3 2025 um 4,3%, übertraf Erwartungen. Konsum und Exporte trieben das BIP, während Inflation hoch bleibt und der Arbeitsmarkt schwächelt.