
UGV Robotics Predator: Von Flugzeug-Jäger zu 100 Drohnenabwehr-Türmen/Monat
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Ukrainischer Waffenhersteller UGV Robotics rüstet Geschützturm „Predator“ für den Kampf gegen Drohnen um
Ein ukrainischer Waffenhersteller, der ursprünglich einen automatisierten Maschinengewehr-Geschützturm zur Bekämpfung russischer Flugzeuge entwickelte, konzentriert sich nun darauf, diese Waffe gegen kleine, mit Sprengstoff beladene Drohnen einzusetzen. Das System, bekannt als „Predator“, soll bald an die Frontlinien verlegt werden, wo kleine Drohnen eine anhaltende Herausforderung für Fahrzeugbesatzungen und Infanterie darstellen.
Predator: Ursprünglich gegen Flugzeuge im Einsatz
Laut dem CEO von UGV Robotics, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, haben mit dem „Predator“-Geschützturm ausgestattete ukrainische Seedrohnen im vergangenen Jahr dazu beigetragen, zwei russische Hubschrauber und einen Kampfjet über dem Schwarzen Meer abzuschießen.
Die Entwicklung des „Predator“-Systems begann, als der ukrainische Militärgeheimdienst (GUR) eine Lösung suchte, um Patrouillenflugzeuge zu verfolgen und abzuschießen. Dies wurde notwendig, nachdem Russland seine Luftpatrouillen mit Hubschraubern und Kampfjets verstärkt hatte, um auf erfolgreiche ukrainische Seedrohnenangriffe auf die Schwarzmeerflotte zu reagieren. Die „Magura“-Seedrohnen des GUR, die mit Sprengstoff beladen ihre Ziele rammen und detonieren, waren aus der Luft unzureichend geschützt.
Der „Predator“-Geschützturm, montiert auf einer „Magura“-Seedrohne, feierte sein Kampfdebüt im Dezember 2024. In diesem Monat wurde der Turm zur Zielerfassung eingesetzt und unterstützte den GUR dabei, zwei russische Hubschrauber mit Boden-Luft-Raketen abzuschießen, die von anderen Seedrohnen in der Umgebung abgefeuert wurden. Dies war der erste bekannte Fall, dass eine Seedrohne bei der Bekämpfung eines Flugzeugs assistierte. In den folgenden Monaten wurde der „Predator“ regelmäßig im Schwarzen Meer eingesetzt und trug im Mai zur Abschuss eines russischen Suchoi Su-30 Kampfjets bei.
Die Ingenieure von UGV Robotics standen vor komplexen Herausforderungen, um den „Predator“-Turm erfolgreich auf dem Wasser einzusetzen. Das System musste nicht nur stabil sein, sondern auch auf die Seedrohne passen und unter rauen Wetterbedingungen effektiv funktionieren.
Neue Mission: Kampf gegen FPV-Drohnen
Obwohl der „Predator“ für Seedrohnen entwickelt wurde, wurde das Geschützsystem inzwischen erfolgreich gegen kleine FPV-Drohnen (First-Person-View) getestet. Der Turm feuert 7,62-mm-Geschosse ab und verfügt über eine Gyro-Stabilisierung, optische Sensoren und künstliche Intelligenz zur Zielerkennung.
Der Geschützturm kann auf Kettenfahrzeugen oder sogar auf der Ladefläche eines Pick-up-Trucks montiert werden, was den Einsatz der Waffe auch während der Fahrt ermöglicht, ähnlich wie auf See.
Der „Predator“ verfügt über die Technologie für einen vollständig autonomen Betrieb. UGV Robotics bevorzugt jedoch, dass Menschen weiterhin in den Prozess involviert sind, um Freund-Feuer-Vorfälle zu vermeiden. Der Turm signalisiert dem Bediener das Vorhandensein einer Drohne, woraufhin dieser entscheiden kann, ob das Ziel erfasst und das Feuer eröffnet werden soll.
Neuere „Predator“-Modelle sind mit einem Laser-Entfernungsmesser ausgestattet, um die Genauigkeit und Präzision der Treffer zu verbessern. Tests des Turms umfassten den Einsatz gegen FPV-Drohnen, die sowohl über Glasfaserkabel als auch über Funkfrequenzsignale gesteuert wurden. Der Hersteller gibt an, dass Ziele von nur sieben Zoll Größe auf 100 Meter Entfernung bekämpft werden können.
Das automatisierte Waffensystem soll bald an die Frontlinien in der Ukraine verlegt werden. Der CEO ist zuversichtlich, dass der „Predator“, da er auf See erfolgreich operieren kann, auch an Land erfolgreich sein wird.
Produktion und Zukunftspläne
UGV Robotics hat bereits über 30 „Predator“-Systeme gebaut und plant, innerhalb eines halben Jahres etwa 100 Einheiten pro Monat zu produzieren. Jeder Geschützturm wird in der Ukraine hergestellt und kostet das ukrainische Militär weniger als 100.000 US-Dollar. Der Stückpreis für zukünftige Exporte wird voraussichtlich etwas höher sein, sobald die Regierung diesen Prozess freigibt.
Das Unternehmen präsentierte den „Predator“ der NATO bei einer „Innovation Challenge“, die Anfang des Jahres ukrainische und westliche Verteidigungsunternehmen zusammenbrachte, um Lösungen für die Bedrohung durch FPV-Drohnen zu finden. Kürzlich demonstrierte UGV Robotics den „Predator“ auch aus der Ferne bei einem NATO-Testevent in Frankreich. Das Unternehmen hofft, den Turm an die NATO verkaufen zu können und verzeichnet bereits Interesse aus mehreren Ländern.
UGV Robotics plant zudem die Entwicklung eines größeren Geschützturms, des „Apex Predator“, der.50-Kaliber-Geschosse abfeuert und gegen größere Bedrohungen eingesetzt werden kann.
Die ethische Dimension der automatisierten Kriegsführung: Ein Kommentar
Die Entwicklung und der Einsatz von Systemen wie dem „Predator“ sind Teil eines umfassenderen Wandels in der Kriegsführung, der von Beobachtern und Journalisten intensiv diskutiert wird. Ein Kommentar, der unter dem Titel „The Machines Saw Everything: How AI and Fiber-Optic Drones Are Rewriting the Rules of War“ veröffentlicht wurde, beleuchtet die tiefgreifenden ethischen und moralischen Fragen, die sich aus der Fusion von Drohnen, Künstlicher Intelligenz (KI) und unjambaren Glasfasersteuerungen ergeben.
Der Autor des Kommentars beschreibt, wie der Kampf durch diese Technologien zu einem „Spektakel“ und einem „Test der moralischen Bandbreite der Menschheit“ wird. Die Distanz und Klarheit, die Drohnen bieten, verwandeln den Krieg in ein „Live-Stream-Moralstück“, bei dem jeder Schlag sowohl Kampf als auch Performance ist. Persönliche Erfahrungen des Autors, wie das Beobachten eines russischen Bataillons, das bei Bilohorivka im Oblast Luhansk beim Versuch einer Pontonüberquerung dezimiert wurde, unterstreichen die neue, distanzierte Perspektive auf das Kriegsgeschehen.
Der Kommentar warnt davor, dass „Technologie die Ethik überholt“ hat. Es wird die Sorge geäußert, dass die menschliche Entscheidungsfindung vollständig der „code-gesteuerten Vernichtung“ weichen könnte. Als Beispiel wird eine Begegnung während der Schlacht um Bachmut genannt, bei der ein ukrainischer Kommandant eine Kiste mit einem KI-gestützten Maschinengewehr-Geschützturm erhielt. Ein weiteres Beispiel ist ein unbemannter, ferngesteuerter Geschützturm, der nahe Awdijiwka Artillerie, RPGs und Kleinwaffenfeuer absorbierte, bevor er schließlich überrannt wurde.
Diese Beobachtungen verdeutlichen die wachsende Komplexität der modernen Kriegsführung, in der automatisierte Systeme wie der „Predator“ eine immer größere Rolle spielen und gleichzeitig neue ethische Debatten über die Rolle des Menschen im Kampf entfachen.