
UK fordert mautfreie Straße von Hormus und Libanon-Einbindung in Waffenstillstand
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Die britische Außenministerin Yvette Cooper fordert vehement die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für den mautfreien Schiffsverkehr und spricht sich für die Einbeziehung des Libanon in den jüngsten Waffenstillstand zwischen den USA und Iran aus. Diese Initiativen zielen darauf ab, die globale Wirtschaft zu stabilisieren und die regionale Sicherheit zu stärken, während Iran weiterhin Mautgebühren für die wichtige Wasserstraße plant.
Britische Forderung nach freier Schifffahrt
Die britische Außenministerin Yvette Cooper wird am Donnerstag, dem 9. April 2026, in ihrer jährlichen außenpolitischen Rede im Mansion House in London unmissverständlich freien Zugang durch die Straße von Hormus fordern. Cooper betont, dass die Schifffahrt durch diese strategisch wichtige Wasserstraße mautfrei sein muss, um den Bestrebungen Irans entgegenzuwirken, die Kontrolle über diesen Engpass zu übernehmen. Laut vorab veröffentlichten Auszügen ihrer Rede wird Cooper erklären: "Die grundlegenden Freiheiten der Meere dürfen nicht einseitig entzogen oder an einzelne Bieter verkauft werden. Auch darf es keine Mautgebühren auf einer internationalen Wasserstraße geben. Navigationsfreiheit bedeutet, dass die Navigation frei sein muss."
Iranische Pläne für Mautgebühren
Iran hat angekündigt, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus erheben zu wollen. Berichten der Financial Times vom Mittwoch zufolge plant Teheran sogar, Reedereien für die Durchfahrt ihrer Öltanker in Kryptowährung zu belasten. Diese Pläne stehen im direkten Widerspruch zur britischen Position und zur bisherigen Praxis, da die Straße vor dem Krieg zwischen den USA, Israel und Iran formell als internationale Wasserstraße behandelt wurde.
Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist ein schmaler maritimer Korridor, der den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Sie ist von entscheidender globaler Bedeutung, da typischerweise etwa 20 % des weltweiten Öl- und Gasbedarfs durch diese Meerenge transportiert werden. Seit Beginn des Krieges wurde die Straße von Iran effektiv blockiert, was erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Lieferketten hat. Die Wiedereröffnung ist daher ein zentrales Anliegen zur Entlastung der Weltwirtschaft.
Libanon im Fokus des Waffenstillstands
Neben der Forderung nach freier Schifffahrt wird Yvette Cooper auch darauf drängen, den Libanon in den zweiwöchigen Waffenstillstand einzubeziehen, der am Dienstag zwischen den USA und Iran vereinbart wurde. Cooper begrüßt das Abkommen als "einen entscheidenden Schritt zur Herstellung von Sicherheit und Stabilität in der Region und zur Entlastung der Weltwirtschaft und der Lebenshaltungskosten hier zu Hause." Sie fügt hinzu: "Es gibt beträchtliche Arbeit zu leisten, und wir unterstützen die Verhandlungen: Sie müssen Fortschritte machen; es darf keine Rückkehr zum Konflikt geben; der Libanon muss in den Waffenstillstand einbezogen werden; es darf keine weitere Bedrohung durch den Iran für seine Nachbarn geben; und entscheidend ist, dass die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet wird."
Unsicherheit über Libanons Status
Die Einbeziehung des Libanon in den Waffenstillstand ist jedoch noch ungewiss. Der libanesische Präsident Joseph Aoun führt Kontakte auf verschiedenen Ebenen, um die Aufnahme des Libanon in die Vereinbarung zu sichern, wie ein hochrangiger libanesischer Beamter der Anadolu Agency mitteilte. Dieser Beamte sprach von widersprüchlichen israelischen Äußerungen, die darauf hindeuten, dass der Libanon nicht Teil des Abkommens sei. Auch die US-Seite hat bisher keine klare Position zu dieser Frage bezogen. Israel hat am Mittwoch seine bisher größten Angriffe auf den Libanon gestartet, die sich gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz richteten, und argumentiert, dass der Libanon nicht in die Waffenruhe einbezogen sei, obwohl es den temporären Waffenstillstand unterstützt.