UK Steuerjahr 2026/27: Steigende Kosten belasten Haushalte und Unternehmen

UK Steuerjahr 2026/27: Steigende Kosten belasten Haushalte und Unternehmen

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Das neue britische Steuerjahr, das am 6. April beginnt, bringt eine Reihe signifikanter Änderungen mit sich, die sowohl Haushalte als auch Unternehmen im Vereinigten Königreich stark belasten werden. Neben eingefrorenen Steuerschwellen und höheren Abgaben für Dividenden und Erbschaften sehen sich Bürger und Betriebe auch mit steigenden Kosten für Energie, Wasser und kommunale Dienstleistungen konfrontiert. Diese Entwicklungen, verstärkt durch den Nahostkonflikt, dürften die Kaufkraft erheblich schmälern und die Inflation weiter anheizen.

Das neue Steuerjahr: Historie und Auswirkungen

Das britische Steuerjahr beginnt traditionell am 6. April, eine Besonderheit, die auf historische Kalenderreformen zurückgeht. Ursprünglich am 25. März beginnend, wurde der Start im Jahr 1752 um elf Tage verschoben, als der Julianische Kalender durch den genaueren Solarkalender ersetzt wurde. Eine weitere Verschiebung um einen Tag im Jahr 1800 kompensierte ein Schaltjahr, was zum heutigen Datum führte.

Der Beginn des Steuerjahres 2026/27 wird für viele arbeitende Briten und kleine Unternehmen eine Herausforderung darstellen. Zahlreiche Änderungen, die ab diesem Datum in Kraft treten, versprechen, die finanzielle Belastung zu erhöhen und die verfügbaren Einkommen zu schmälern.

Steuerliche Belastungen für Arbeitnehmer und Unternehmen

Die britische Regierung hat beschlossen, Steuerschwellen und Freibeträge einzufrieren, was dazu führt, dass Lohnsteigerungen – auch solche, die der Inflation entsprechen oder aus einer Mindestlohnerhöhung resultieren – stärker durch die Einkommensteuer aufgezehrt werden. Dies kann dazu führen, dass einige Arbeitnehmer in höhere Steuerklassen rutschen. Auch mehr Nachlässe werden von der Erbschaftssteuer betroffen sein, während Änderungen für wohlhabende "Non-Dom"-Einwohner ebenfalls in Kraft treten.

Making Tax Digital

Für geschätzte 860.000 Einzelunternehmer und Vermieter, die mehr als 50.000 Pfund aus selbstständiger Tätigkeit oder Immobilien erzielen, treten neue "Making Tax Digital"-Regeln in Kraft. Diese verpflichten sie, dem HM Revenue and Customs (HMRC) vierteljährliche Updates zu ihren Einnahmen und Ausgaben zu übermitteln. Die Federation of Small Businesses hat bereits vor höheren Compliance-Kosten gewarnt.

Das Programm wird schrittweise eingeführt:

  • Ab April 2026: Für Einkommen über 50.000 Pfund.
  • Ab April 2027: Für Einkommen über 30.000 Pfund (betrifft geschätzte 970.000 Personen).
  • Ab April 2028: Für Einkommen über 20.000 Pfund.

Steuerpflichtige müssen kompatible Software nutzen, da HMRC keinen eigenen Online-Dienst bereitstellt. Bei verspäteten Einreichungen werden Strafpunkte vergeben, wobei eine Strafe von 200 Pfund erst nach vier Punkten fällig wird.

Dividendensteuer

Die Steuersätze auf Dividenden sind ab dem 6. April 2026 gestiegen. Für Grundsteuersatzzahler erhöht sich der Satz von 8,75 % auf 10,75 %, während für höhere Steuersatzzahler der Satz von 33,75 % auf 35,75 % ansteigt. Der Spitzensteuersatz bleibt unverändert bei 39,35 %.

Diese Anpassung betrifft die meisten Empfänger von Dividenden, einschließlich Geschäftsinhaber, die einen Teil ihres Einkommens aus Dividenden beziehen, sowie Investoren. Nach Angaben von Qdos könnte dies für jemanden, der etwas über 50.000 Pfund pro Jahr aus seinem Unternehmen bezieht, etwa 600 Pfund mehr an Steuern pro Jahr bedeuten. Bei einem Einkommen von rund 100.000 Pfund könnte die zusätzliche Belastung durch die höheren Sätze auf etwa 1.400 Pfund ansteigen.

Erbschaftssteuer

Auch bei der Erbschaftssteuer gibt es Änderungen, insbesondere bei den Entlastungen für landwirtschaftliches und geschäftliches Eigentum. Für Landwirte gilt nun eine neue Obergrenze von 2,5 Millionen Pfund, bevor Erbschaftssteuer fällig wird; für Vermögenswerte darüber hinaus wird eine Steuererleichterung von 50 % angewendet. Diese Obergrenze wurde nach Protesten von Landwirten von ursprünglich 1 Million Pfund angehoben.

Der allgemeine Freibetrag für die Erbschaftssteuer von 325.000 Pfund, der seit 2009 unverändert ist, wurde bis 2030 verlängert. Die Steuer wird mit 40 % auf den Teil des Nachlasses erhoben, der den Freibetrag übersteigt. Ein Nachlass von 400.000 Pfund würde beispielsweise eine Steuer von 30.000 Pfund auf die übersteigenden 75.000 Pfund bedeuten.

Unternehmenssteuern und Arbeitgeberpflichten

Hunderttausende Unternehmen sehen sich mit höheren Gewerbesteuern konfrontiert, einer langjährigen Belastung, die auf eine Neubewertung der Einheitswerte aller Gewerbeimmobilien in England und Wales folgt. Zudem sind Arbeitgeber nun verpflichtet, Mutterschafts-, Vaterschafts- und bezahlten Krankenstand ab dem ersten Tag der Anstellung eines Mitarbeiters zu gewähren.

Steigende Lebenshaltungskosten: Eine breite Front

Neben den direkten Steueränderungen sehen sich britische Haushalte und Unternehmen mit einer Vielzahl weiterer Preisanstiege konfrontiert, die bereits am 1. April, dem Beginn des Fiskaljahres der Regierung, in Kraft getreten sind.

Energie und Mobilität

Die meisten Mobilfunk- und Breitbandanbieter haben ihre Gebühren erhöht. Auch die TV-Lizenzgebühr, die die BBC finanziert, und die Kfz-Steuer für Autofahrer steigen. Die Benzinpreise sind aufgrund des Nahostkonflikts ebenfalls gestiegen.

Der Energiepreisdeckel wird voraussichtlich im Sommer aufgrund des Krieges im Nahen Osten erneut steigen. Stuart Machin, CEO des führenden Einzelhändlers Marks & Spencer, wies darauf hin, dass staatlich auferlegte Abgaben mittlerweile mehr als die Hälfte der Energiekosten seines Unternehmens ausmachen.

Kommunale Abgaben und Dienstleistungen

Die größte Erhöhung der Haushaltsrechnungen betrifft die Council Tax, eine zweckgebundene Abgabe zur Finanzierung lokaler Dienstleistungen. Die meisten Gemeinderäte in England erhöhen diese um 4,99 %, was einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 114 Pfund entspricht. Einige Regionen wie Shropshire, Worcestershire und North Somerset erhöhen die Council Tax sogar um bis zu 8,99 %.

Der durchschnittliche Band D Council Tax in England für 2026/27 wird 2.392 Pfund betragen, eine Steigerung von 111 Pfund oder 4,9 % gegenüber 2025-26. Dies ist das vierte Jahr in Folge, dass der landesweite Anstieg durchschnittlich etwa 5 % beträgt. Rabatte sind für Einpersonenhaushalte (25 %), Vollzeitstudenten (vollständige Befreiung) und Personen mit geringem Einkommen (bis zu 100 % Ermäßigung) verfügbar, müssen jedoch aktiv beim Gemeinderat beantragt werden.

Weitere Preisanstiege

Ofwat, die Regulierungsbehörde, hat Wasserversorgern erlaubt, die Rechnungen zu erhöhen, um Infrastrukturverbesserungen zu finanzieren. Water UK, der Branchenverband, schätzt, dass die Rechnungen im Durchschnitt um 5,4 % oder etwa 32,40 Pfund pro Jahr steigen werden. Ökonomen der Food and Drink Federation prognostizieren zudem, dass die Lebensmittelinflation bis Ende des Jahres aufgrund des Nahostkonflikts mindestens 9 % erreichen könnte, gegenüber 3,2 % im September letzten Jahres.

Entlastungen und der Einfluss des Nahostkonflikts

Trotz der breiten Welle von Kostensteigerungen gibt es auch einige Entlastungen für britische Haushalte.

Positive Entwicklungen

Leistungszahlungen werden erhöht, und die Obergrenze, die Leistungen auf zwei Kinder pro Haushalt beschränkte, wurde abgeschafft. Die Regierung hat zudem einige grüne Abgaben von den Haushaltsrechnungen auf die allgemeine Besteuerung umgestellt und die regulierten Bahntarife eingefroren. Premierminister Sir Keir Starmer betonte am 1. April, dass Millionen von Menschen eine Senkung der Energiekosten um 117 Pfund erleben und die Löhne für Geringverdiener steigen würden.

Der Schatten des Nahostkonflikts

Der anhaltende Nahostkonflikt wird als wesentlicher Faktor für steigende Energie- und Benzinpreise genannt und trägt zur Inflation bei. Premierminister Starmer hob hervor, dass Deeskalation im Nahen Osten und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus entscheidend seien, um die Lebenshaltungskosten für Familien zu senken. Die Straße von Hormus, eine wichtige Ölroute, wurde im Zuge des Konflikts von Iran blockiert, was auch Landwirte betrifft, die aufgrund von Düngemittelknappheit mit Preissteigerungen rechnen müssen, sollte der Transport durch die Meerenge nicht möglich sein.

Weitere wichtige Entwicklungen

Die britische Arzneimittelpreisaufsichtsbehörde NICE hat Novo Nordisks Medikament Wegovy für Herzerkrankungen zugelassen, was den Zugang über den National Health Service (NHS) erheblich erweitern wird.