Ukraine stimmt Rahmen für US-Friedensplan zu – Militärbegrenzung auf 800.000

Ukraine stimmt Rahmen für US-Friedensplan zu – Militärbegrenzung auf 800.000

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Die Ukraine hat Berichten zufolge einem von den USA vermittelten Friedensplan zugestimmt, der einen bedeutenden ersten Schritt zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges darstellen könnte. Während die ukrainische Seite die "Essenz" des Rahmens unterstützt, müssen noch "geringfügige Details" geklärt und die sensibelsten Fragen direkt zwischen den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump besprochen werden.

Verhandlungen in Abu Dhabi und Genf

Die Berichte über eine Einigung kamen auf, nachdem US-Beamte am Dienstag, den 25. November 2025, in Abu Dhabi Gespräche mit einer ukrainischen Delegation führten. Eine russische Delegation war ebenfalls in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate anwesend, wobei unklar ist, ob gemeinsame Gespräche stattfanden. Zuvor hatten US-amerikanische und ukrainische Beamte bereits am vergangenen Wochenende in Genf über einen "verfeinerten Friedensrahmen" beraten.

Ein ungenannter US-Beamter teilte ABC News mit, dass die Ukrainer dem Friedensabkommen zugestimmt hätten, auch wenn noch "geringfügige Details" zu klären seien. Ein ukrainischer Beamter bestätigte gegenüber Reuters, dass die Ukraine die "Essenz" des Friedensrahmenplans unterstütze. Weder Russland noch die Ukraine haben sich bisher öffentlich zu dem Abkommen geäußert, und CNBC konnte die Berichte nicht unabhängig bestätigen.

Der ursprüngliche 28-Punkte-Plan und seine Überarbeitung

Der ursprüngliche, von der Trump-Administration vorgeschlagene Friedensplan umfasste 28 Punkte und sah weitreichende Zugeständnisse der Ukraine vor. Dazu gehörten die Abtretung der östlichen Donbas-Region und der Krim an Russland sowie der Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft. Zudem sollte die ukrainische Armee auf 600.000 Soldaten begrenzt werden.

Dieser erste Entwurf stieß auf heftige Kritik, da er als stark russlandfreundlich und für viele Ukrainer als Kapitulation empfunden wurde. Europäische Regierungen waren an der Ausarbeitung nicht beteiligt und äußerten Bedenken. Nach Konsultationen zwischen den USA und der Ukraine am 23. November in Genf wurde das Dokument auf 19 Punkte reduziert.

Militärbegrenzung und "Rote Linien"

Ein zentraler Punkt des überarbeiteten Friedensplans ist die Begrenzung der ukrainischen Armee auf 800.000 Dienstleistende in Friedenszeiten, wie die Financial Times unter Berufung auf ungenannte ukrainische Beamte berichtete. Diese Zahl würde die ukrainische Armee immer noch zur zweitgrößten europäischen Streitmacht nach Russland machen und liegt nahe an ihrer derzeitigen Kriegsstärke von etwa 900.000 Soldaten.

Die ursprüngliche Forderung nach einer Begrenzung auf 600.000 Truppen wurde nach ukrainischen und europäischen Einwänden angepasst. Kiew hat lange betont, dass jegliche Beschränkungen seiner Streitkräfte eine "rote Linie" darstellen, die es nicht zu überschreiten bereit ist. Die Obergrenze von 800.000 Truppen spiegelt einen Gegenentwurf wider, der Berichten zufolge zuvor von Großbritannien, Frankreich und Deutschland vorgeschlagen wurde.

Offene Fragen und Russlands Haltung

Die sensibelsten Fragen des Friedensplans, insbesondere jene im Zusammenhang mit territorialen Zugeständnissen wie dem Donbas und der Krim, sollen zu einem späteren Zeitpunkt von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj direkt erörtert werden. Selenskyj bestätigte am 24. November, dass der überarbeitete Entwurf "viele der richtigen Elemente" berücksichtige und besser auf die Bedürfnisse der Ukraine abgestimmt sei. Er plant einen Besuch in den USA im November, um die letzten Schritte des Friedensabkommens mit Präsident Trump abzuschließen.

Die Position Moskaus bleibt indes unklar. Der Kreml äußerte sich zu den Gesprächen in Abu Dhabi zurückhaltend. Putins Pressesprecher Dmitri Peskow erklärte, man habe "noch nichts zu sagen" und verfolge die Medienberichte. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte, dass Moskau einen neuen Entwurf ablehnen würde, falls er nicht den langjährigen Forderungen Russlands entspreche.

Trumps Rolle und europäische Bedenken

US-Präsident Donald Trump hatte sich zum Ziel gesetzt, den Krieg in der Ukraine rasch zu beenden, doch seine Bemühungen führten in seinen ersten zehn Amtsmonaten zu keinem Durchbruch. Er setzte zunächst eine Frist bis Thanksgiving (27. November) für die Annahme eines Friedensplans durch die Ukraine, die jedoch später als nicht in Stein gemeißelt bezeichnet wurde. Trump hatte die Ukraine zuvor wegen angeblicher "Null Dankbarkeit" für die amerikanischen Friedensbemühungen kritisiert, seine Rhetorik jedoch später abgemildert.

Ein ungenannter US-Beamter teilte der Washington Post mit, dass Trump nicht stark in die Details des ursprünglichen Plans involviert gewesen sei und "sogar verschiedene Teile des Weißen Hauses nicht wissen, was vor sich geht". Europäische Verbündete, die nicht an der Ausarbeitung des ursprünglichen Plans beteiligt waren, hatten einen Gegenvorschlag unterbreitet, der einige der vorgeschlagenen territorialen Zugeständnisse erleichtern und eine Sicherheitsgarantie nach NATO-Art für die Ukraine im Falle eines Angriffs vorsehen würde. Die Verhandlungen gehen weiter, während Russland in einigen Regionen langsam an Boden gewinnt und die ukrainische Infrastruktur weiterhin unter Beschuss steht.

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