
Ukrainische Marinedrohnen: Eskalation der Angriffe auf Russlands Schattenflotte
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Ukrainische Streitkräfte intensivieren ihre Angriffe auf Russlands "Schattenflotte" im Schwarzen Meer. Mit Marinedrohnen werden gezielt Öltanker attackiert, die für den Transport russischer Energieexporte und die Finanzierung der Kriegsanstrengungen Moskaus entscheidend sind. Jüngste Vorfälle führten zu erheblichen Schäden an mehreren Schiffen.
Eskalation der Angriffe auf Russlands "Schattenflotte"
Ukrainische Streitkräfte setzten am Mittwoch Marinedrohnen mit Sprengstoff ein, um einen Öltanker anzugreifen, der als Teil von Russlands "Schattenflotte" im Schwarzen Meer identifiziert wurde. Dieser Angriff auf den Tanker Dashan markiert den dritten derartigen Vorfall in weniger als zwei Wochen. Die Ukraine verstärkt damit ihre Langstreckenangriffskampagne gegen den russischen Energiesektor und zielt zunehmend auf Schiffe auf See zusätzlich zu landgestützten Ölanlagen.
Details zu den jüngsten Vorfällen
Sea Baby Marinedrohnen trafen den Tanker Dashan und verursachten "kritische Schäden" am Schiff, wobei frühe Anzeichen darauf hindeuteten, dass das Schiff vollständig außer Gefecht gesetzt wurde. Eine Quelle des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) gab an, die Dashan habe unter der Flagge der Komoren operiert und sich in der exklusiven Wirtschaftszone der Ukraine in Richtung Noworossijsk, einer russischen Hafenstadt und einem wichtigen Ölterminal, bewegt. Der Tanker fuhr mit Höchstgeschwindigkeit und ausgeschaltetem Transponder. Mehrere westliche Länder und die Europäische Union haben das 30 Millionen US-Dollar teure Schiff, das für russische Ölexporte genutzt wird, sanktioniert.
Bereits Ende November setzte der SBU Marinedrohnen ein, um zwei weitere Schiffe, die Kairos und die Virat, anzugreifen und zu beschädigen, bevor sie in Noworossijsk beladen werden konnten. Diese beiden Öltanker, die ebenfalls sanktioniert waren, waren leer und auf dem Weg zu dem wichtigen russischen Schwarzmeer-Ölterminal. Videoaufnahmen, die von einem SBU-Beamten geteilt wurden, zeigten Marinedrohnen, die auf die Tanker zurasten, gefolgt von mächtigen Explosionen, die Brände auf den Schiffen verursachten. Ein Beamter des ukrainischen Sicherheitsdienstes erklärte, dass beide Tanker nach dem Treffer "kritische Schäden" erlitten und "effektiv außer Dienst gestellt" wurden, was einen "erheblichen Schlag für den russischen Öltransport" darstelle.
Die 274 Meter lange Kairos erlitt am Freitag auf dem Weg von Ägypten nach Russland eine Explosion und geriet in Brand, wobei die Besatzung evakuiert werden musste. Die Virat wurde Berichten zufolge etwa 35 Seemeilen vor der Küste getroffen und erlitt geringfügige Schäden an der Steuerbordseite oberhalb der Wasserlinie. Beide Schiffe stehen laut LSEG-Daten auf einer Liste von Schiffen, die nach Russlands umfassender Invasion der Ukraine im Jahr 2022 Sanktionen unterliegen.
Die Rolle der "Schattenflotte"
Die "Schattenflotte" ist eine Sammlung von Hunderten von Schiffen, die Moskau nutzt, um Öl zu transportieren und Sanktionen gegen seine Energieexporte zu umgehen. Diese Exporte sind eine wichtige Einnahmequelle für Russland und finanzieren seine Kriegsanstrengungen. Die Flotte, oft bestehend aus älteren, unregulierten Schiffen, gewann nach Russlands Invasion in der Ukraine an Bedeutung, um westliche Sanktionen zu umgehen, die darauf abzielen, Moskaus Öleinnahmen zu reduzieren.
Ukrainische Strategie und Auswirkungen
Die SBU erklärte, sie ergreife weiterhin "aktive Maßnahmen, um den Empfang von Petrodollars in den Haushalt der Russischen Föderation zu reduzieren." Die drei Tankerangriffe spiegeln eine neue Verschiebung in der ukrainischen Strategie wider, die nun zunehmend Schiffe auf See statt nur Landziele angreift. Zuvor hatte Kiew monatelang Langstreckendrohnen eingesetzt, um Ölraffinerien und andere Infrastruktur im ganzen Land anzugreifen.
Parallel zu den Tankerangriffen stellte das Caspian Pipeline Consortium (CPC), das über 1 % des weltweiten Öls umschlägt, seinen Betrieb ein. Dies geschah, nachdem eine Verankerung an Russlands Schwarzmeerterminal durch einen ukrainischen Marinedrohnenangriff erheblich beschädigt wurde. Kasachstan, das hauptsächlich über die CPC exportiert, bezeichnete den Angriff als inakzeptabel. Marinedrohnen sind unbemannte Schnellboote, die mit Sprengstoff beladen sind und auf ihre Ziele zusteuern, bevor sie detonieren. Sie spielten eine prominente Rolle in der ukrainischen Gegenoffensive im Schwarzen Meer und halfen, Russlands große Kriegsflotte zurückzudrängen.
Internationale Reaktionen und Forderungen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine internationalen Partner wiederholt aufgefordert, mehr zu tun, um den Betrieb der "Schattenflotte" zu verhindern. Kiew hat den Westen wiederholt aufgefordert, "echte Maßnahmen" gegen Russlands "Schattenflotte" zu ergreifen, da diese Moskau helfe, große Mengen Öl zu exportieren und den Krieg in der Ukraine zu finanzieren, trotz westlicher Sanktionen.