
Unicorn-CEO Sami Inkinen: Warum 100.000 $ Schulden mehr Glück brachten als Milliarden
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Wenn man sich den CEO eines Milliarden-Dollar-Unternehmens vorstellt, denkt man oft an einen glamourösen Lebensstil. Doch für Sami Inkinen, den Kopf des 2-Milliarden-Dollar-Gesundheitsunternehmens Virta Health, war der wahre Reichtum ein ganz anderer: die Tilgung seiner Studentenschulden. Seine Geschichte zeigt, dass finanzielle Sicherheit oft mehr zählt als ein prall gefülltes Bankkonto.
Sami Inkinen: Vom Studenten zum Unicorn-Gründer mit besonderer Sicht auf Reichtum
Sami Inkinen ist ein erfahrener Serienunternehmer, der in seiner 20-jährigen Karriere drei Unternehmen gegründet und skaliert hat, darunter zwei sogenannte "Unicorns". Als CEO von Virta Health hat er beträchtlichen Wohlstand aufgebaut. Dennoch ist er nicht von seinem Nettovermögen besessen. Inkinen empfand sich nur dann als reich, als er die 100.000 Dollar Studentenschulden, die ihn belasteten, zurückzahlen konnte.
Der Wendepunkt: Als 100.000 Dollar Schulden Glück bedeuteten
Nach seinem MBA-Abschluss an der Stanford University im Jahr 2005 stand Inkinen mit 100.000 Dollar Studentenschulden da. Obwohl ihm der Beratungsriese McKinsey ein sechsstelliges Jobangebot mit einem 10.000 Dollar Signing-Bonus unterbreitete, lehnte er ab und kehrte zum Unternehmertum zurück. Im Jahr 2008, drei Jahre nach der Mitgründung des Immobiliensuchunternehmens Trulia, verkaufte er Aktien im Wert von 500.000 Dollar vor Steuern.
"Es gab einen Moment in meinem Leben, in dem ich mich reich fühlte. Und danach habe ich nie wieder an Geld gedacht", so Inkinen gegenüber Fortune. Mit diesem Geld konnte er seine gesamten Studentenschulden begleichen, sich einen teuren Fahrradkauf leisten und seine kleine Wohnung in San Francisco einrichten.
Finnische Wurzeln prägen die Sicht auf materiellen Besitz
Inkinens finnische Herkunft spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung seiner nicht-materialistischen Einstellung. In Finnland sind das Gesundheitssystem weitgehend kostenlos und öffentlich finanziert, ebenso wie alle Bildungsstufen von der Grundschule bis zur Universität. Diese Kultur förderte eine Neigung zu nicht-materiellem Glück.
"Ich war persönlich nie geldgetrieben, weil wir in Finnland kostenlose Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung haben. Ich hatte immer das Gefühl, alles zu haben, was ich brauche. Ich war mit sehr wenig glücklich", erklärt der Virta Health CEO. Er kaufte sein erstes Auto beispielsweise erst mit 37 Jahren.
Mehr Geld, nicht mehr Glück: Eine flüchtige Erkenntnis
Obwohl Inkinen durch den Verkauf von Trulia an Zillow für beeindruckende 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2015 und seine aktuelle Rolle als CEO des 2-Milliarden-Dollar-Unternehmens Virta Health beträchtlichen Reichtum angehäuft hat, blieb seine Einstellung unverändert. Das Gefühl des Glücks, das das Geld brachte, verschwand schnell.
"Dieses Gefühl, dass Geld Glück bringt, verschwand in weniger als zwei oder drei Tagen", sagt Inkinen. Er betont, dass Geld sein Leben weder macht noch bricht und kein Glück bringt. Sein Fokus liegt weiterhin auf dem Wachstum seiner Unternehmen im Silicon Valley, nicht auf materiellem Besitz.
Wenn Milliardäre zustimmen: Corcoran und Buffett über Geld und Zufriedenheit
Inkinens Ansicht, dass Geld nicht unbedingt Glück kauft, wird von anderen prominenten Geschäftsleuten geteilt. Barbara Corcoran, die bekannte Investorin aus "Shark Tank", die ihr Immobilienunternehmen Corcoran Group für 66 Millionen Dollar verkaufte, bestätigt diese alte Weisheit.
Sie sagt: "Ich weiß es, weil ich arm war. Und ich war reich. Und ich war dazwischen. Ich kann also zu beidem sprechen." Corcoran fügte hinzu, dass sie heute nicht glücklicher sei als zu ihren ärmsten Zeiten. Auch Warren Buffett, dessen Vermögen auf 146 Milliarden Dollar geschätzt wird, lebt bemerkenswert bescheiden. Er wohnt immer noch in dem bescheidenen Haus in Nebraska, das er 1958 für 31.500 Dollar kaufte, und fuhr lange Zeit ein 20 Jahre altes Auto. Buffett erklärte 2014: "Mein Leben wäre nicht glücklicher... es wäre schlimmer, wenn ich sechs oder acht Häuser oder eine ganze Reihe anderer Dinge hätte, die ich haben könnte. Es korreliert einfach nicht."
Finanzielle Sicherheit versus unbegrenzter Reichtum
Die Geschichten dieser erfolgreichen Unternehmer legen nahe, dass es einen Punkt gibt, an dem das Glücksgefühl durch Geld seinen Höhepunkt erreicht. Experten schätzen diesen Punkt auf etwa 500.000 Dollar Jahreseinkommen. Für viele Gründer, die aus schwierigen finanziellen Situationen kamen, ist die Beseitigung von Sorgen um Miete, Altersvorsorge oder Studiengebühren ein viel größerer Quell der Zufriedenheit als das Streben nach unermesslichem Reichtum. Es scheint, dass finanzielle Sicherheit und ein gewisses Maß an Komfort wichtiger sind als das Anhäufen von immer mehr Geld.