
United Airlines: Kulturelle Passung entscheidet über Job im Cockpit
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United Airlines geht bei der Personalbeschaffung neue Wege, um die Unternehmenskultur zu stärken und die Teamfähigkeit zu gewährleisten. CEO Scott Kirby hat ein innovatives Verfahren eingeführt, bei dem nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern vor allem die kulturelle Passung der Bewerber im Vordergrund steht. Dies betrifft insbesondere die Auswahl von Piloten und Flugbegleitern.
Kulturelle Passung als Erfolgsfaktor bei United Airlines
Scott Kirby, CEO von United Airlines, hat in einem Interview mit McKinsey-Chef Bob Sternfels Anfang April ein neues Verfahren vorgestellt, das die kulturelle Passung von Kandidaten bewerten soll. Für United Airlines ist es entscheidend, ob potenzielle neue Mitarbeiter nicht nur qualifiziert sind, sondern auch menschlich ins Team passen. Kirby betonte, dass die Einsätze für Flugbesatzungen, die oft tagelang zusammenarbeiten, besonders hoch sind.
Die Idee dahinter ist, Menschen auszuwählen, die sich um andere kümmern, mit denen man gerne zusammen ist und Zeit verbringen möchte. Kirby formulierte es so: "Die Idee ist, Leute auszuwählen, die sich um andere kümmern, mit denen man gerne zusammen ist, mit denen man sein möchte."
Das innovative Einstellungsverfahren im Detail
Um die kulturelle Passung zu beurteilen, bat Kirby den Leiter des Flugbetriebs, ein Dutzend Piloten zu identifizieren, die "von allen gemocht werden". Wenn Kandidaten zu Vorstellungsgesprächen erscheinen, verbringen diese beliebten Piloten Zeit mit ihnen. Sie führen sie durch das Gebäude, essen mit ihnen zu Mittag und begleiten sie zu den eigentlichen Interviews.
Kirby erklärte die Rolle dieser Piloten klar: "Ich sagte dieser Gruppe von Piloten: 'Eure Aufgabe ist es lediglich zu beurteilen: Ist dieser Interviewpartner jemand, mit dem ich gerne eine viertägige Reise unternehmen würde? Und wenn ihr Nein sagt, dann sind sie raus. Ihr habt ein Veto-Recht.'" Ein Sprecher von United Airlines bestätigte gegenüber Business Insider, dass diese Praxis Teil eines größeren Einstellungsprozesses ist, der auch die "strengen Standards von United und der FAA" umfasst.
Hohe Bewerberzahlen und die Suche nach der richtigen Mentalität
Die Stellen bei United Airlines sind äußerst begehrt. Kirby berichtete im Interview mit McKinsey, dass das Unternehmen für 2.000 bis 3.000 Flugbegleiterpositionen innerhalb weniger Stunden 75.000 Bewerbungen erhalten kann. Angesichts dieser hohen Zahlen stellt sich die Frage: "Wie findet man Menschen mit der richtigen Mentalität und Kundenservice-Einstellung?"
Kirby ist überzeugt, dass die fachliche Ausbildung erlernbar ist: "Wir können sie für die Jobs ausbilden, aber wie baut man einen Prozess auf, um die richtigen Leute auszuwählen und sie begeistert zu halten?" Die Fähigkeit, gut im Team zu arbeiten und eine positive Einstellung mitzubringen, ist dabei von zentraler Bedeutung.
Unternehmenskultur im Wandel: United als "Fünf-Jahres-Start-up"
Scott Kirby sieht United Airlines als ein "fünf Jahre altes Start-up, eingebettet in eine 100 Jahre alte Fluggesellschaft". Nach der Pandemie, die für die Branche existenzielle Herausforderungen mit sich brachte, nutzte das Unternehmen die Gelegenheit, seine Kultur und Technologie grundlegend neu auszurichten. Kirbys oberste Priorität ist es, eine Fluggesellschaft zu schaffen, auf die die Mitarbeiter stolz sind, denn "wenn sie stolz sind, kümmern sie sich um alles andere."
Ein weiterer Fokus liegt auf radikaler Transparenz gegenüber den Kunden. Kirby möchte, dass jeder Kunde genau die Informationen erhält, die er selbst bekommen würde, um stets auf dem gleichen Informationsstand zu sein. Zum Stand Dezember 2025 beschäftigte United Airlines rund 113.200 Mitarbeiter, nach mehreren Jahren des Personalwachstums.