US-Aktienmärkte im Spannungsfeld: Iran-Konflikt, Ölpreise und Anlegerstimmung

US-Aktienmärkte im Spannungsfeld: Iran-Konflikt, Ölpreise und Anlegerstimmung

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Die US-Aktienmärkte zeigten sich in den letzten Handelstagen volatil, beeinflusst von den eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der militärischen Operation "Epic Fury" gegen Iran. Während der Fear & Greed Index weiterhin in der "Angst"-Zone verharrte, gab es leichte Anzeichen einer Entspannung der Anlegerstimmung, die jedoch von anhaltender Unsicherheit überschattet wurden.

US-Märkte unter Druck durch Nahost-Spannungen

Die US-Aktienmärkte verzeichneten in den letzten Handelstagen gemischte bis negative Ergebnisse, maßgeblich beeinflusst durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Am Montag fiel der Dow Jones Index um mehr als 50 Punkte, während er am Donnerstag sogar über 250 Punkte nachgab. Präsident Donald Trump verteidigte "Operation Epic Fury" als entscheidende Kampagne zur Zerschlagung der militärischen und nuklearen Fähigkeiten Irans und signalisierte einen Zeitrahmen von vier bis fünf Wochen, warnte jedoch, dass die USA bei Bedarf länger engagiert bleiben könnten.

Die monatliche Performance im Februar zeigte ein geteiltes Bild: Der Nasdaq fiel um über 3%, die schwächste Monatsperformance seit März des Vorjahres. Der S&P 500 verlor fast 1%, während der Dow Jones Index leicht um rund 0,2% zulegen konnte. Am Montag schloss der Dow Jones bei 48.904,78 Punkten mit einem Minus von rund 73 Punkten. Der S&P 500 stieg leicht um 0,04% auf 6.881,62 Punkte, und der Nasdaq Composite legte um 0,36% auf 22.748,86 Punkte zu. Am Donnerstag hingegen schloss der Dow Jones bei 49.395,16 Punkten mit einem Minus von rund 268 Punkten, der S&P 500 fiel um 0,28% auf 6.861,89 Punkte und der Nasdaq Composite gab um 0,31% auf 22.682,73 Punkte nach.

Der Fear & Greed Index im Fokus

Der CNN Money Fear & Greed Index, ein Maß für die aktuelle Marktstimmung, verblieb sowohl am Montag als auch am Donnerstag in der "Angst"-Zone. Am Montag lag der Index bei 41,6, verglichen mit einem vorherigen Wert von 38, was eine leichte Entspannung der allgemeinen Angst signalisierte. Am Donnerstag hingegen stieg das allgemeine Angstniveau wieder an, wobei der Index bei 38,5 lag, gegenüber einem vorherigen Wert von 39.

Der Index reicht von 0 (maximale Angst) bis 100 (maximale Gier) und basiert auf der Annahme, dass höhere Angst die Aktienkurse unter Druck setzt, während höhere Gier den gegenteiligen Effekt hat. Er wird aus sieben gleich gewichteten Indikatoren berechnet.

Wirtschaftsdaten und Sektor-Performance

Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigten ein gemischtes Bild. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Februar auf 52,4 von 52,6 im Vormonat, übertraf jedoch die Marktschätzungen von 51,8. Der S&P Global Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im Februar auf 51,6 von 53,4 im Vormonat und lag damit unter den Marktschätzungen von 52,6.

Im Dezember stieg das US-Handelsdefizit auf 70,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 53 Milliarden US-Dollar im Vormonat und übertraf die Marktschätzungen von 55,5 Milliarden US-Dollar. Die US-Großhandelsbestände erhöhten sich im Dezember monatlich um 0,2% auf 917,2 Milliarden US-Dollar und entsprachen damit dem Niveau vom November. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sanken in der zweiten Februarwoche um 23.000 auf 206.000, was unter den Marktschätzungen von 225.000 lag.

Die meisten Sektoren im S&P 500 schlossen an beiden Tagen im negativen Bereich. Am Montag verzeichneten Konsumgüter des täglichen Bedarfs, zyklische Konsumgüter und Gesundheitsaktien die größten Verluste. Energie- und Industriewerte widersetzten sich jedoch dem allgemeinen Markttrend und schlossen höher. Am Donnerstag waren zyklische Konsumgüter, Finanzwerte und Informationstechnologie die größten Verlierer, während Industrie- und Versorgeraktien zulegten.

Ölpreise und die Straße von Hormus

Die Angriffe auf Iran am Wochenende haben die Befürchtungen der Anleger hinsichtlich der Ölmärkte verstärkt. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten, durch die im Jahr 2025 voraussichtlich 13 Millionen Barrel Rohöl pro Tag fließen werden, was etwa 20% bis 30% des weltweiten Angebots entspricht. Berichte vom Samstag deuteten darauf hin, dass Iran die Straße schließen könnte, ein Worst-Case-Szenario, das die Rohölpreise bei Wiederaufnahme des Handels am Sonntagabend stark in die Höhe treiben könnte.

Analysten von Barclays schrieben am Samstag, dass die Ölmärkte am Montag ihren "schlimmsten Ängsten" begegnen könnten. Sie erwarteten, dass Brent-Rohöl 100 US-Dollar pro Barrel erreichen könnte, was einem Anstieg von 37% gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 72,87 US-Dollar entspräche. Die potenziellen Auswirkungen auf die Ölmärkte seien kaum zu überschätzen.

Die Märkte waren bereits wegen eines potenziellen "Ölschocks" in diesem Jahr angespannt, ausgelöst durch den Angriff auf Venezuela und die schwelenden Spannungen mit Iran. Die Rohölpreise sind im Jahr 2026 stetig gestiegen, nachdem sie im Vorjahr gefallen waren; Brent, die internationale Benchmark, ist seit Jahresbeginn um 20% gestiegen. Ein schneller Anstieg der Energiepreise würde die Inflationserwartungen erhöhen und potenziell die Geschäftsaktivitäten sowie die Konsumausgaben belasten. Die Deutsche Bank merkte vor den Angriffen an, dass ein positiver Angebotsschock bei den Ölpreisen die Inflationserwartungen und Inflationsrisiken erheblich beeinflussen würde und ein Ölschock ein Schlüsselrisiko für ihren Wirtschaftsausblick 2026 darstellt. Goldman Sachs prognostizierte bereits im letzten Jahr, dass ein ernsthafter Konflikt mit Iran ein erheblicher wirtschaftlicher Gegenwind wäre, mit einem stark steigenden Rezessionsrisiko. Im schlimmsten Fall, bei einer langfristigen Schließung der Straße von Hormus durch Iran, sahen Goldman-Analysten Brent-Ölpreise bei bis zu 110 US-Dollar pro Barrel.

Profiteure und sichere Häfen in unsicheren Zeiten

Frühere Konflikte, die die Ölversorgung bedrohten, führten zu kurzfristigen Kursrallyes bei Energieproduzenten und Verteidigungsaktien. Der iShares US Aerospace & Defense ETF ist im Jahr 2026 bereits um 14% gestiegen, mit deutlichen Zuwächsen unmittelbar nach dem Angriff auf Venezuela und erneut in diesem Monat, als die USA dem Krieg mit Iran näherkamen. Der iShares S&P Global Energy ETF legte im Jahresverlauf um 24% zu, da die Märkte Störungen der globalen Versorgung durch verschiedene Konflikte einkalkulierten.

Auch sichere Häfen könnten einen Schub erhalten. Geopolitische Konflikte haben den Aufwärtstrend von Gold im letzten Jahr unterstützt, das auf über 5.000 US-Dollar pro Unze gestiegen ist, und die Konfrontation mit Iran könnte ein neuer Katalysator für weitere Gewinne sein. Eine allgemeine Risikoaversion könnte zudem Staatsanleihen (Treasurys) in die Höhe treiben und die Renditen senken, während Aktienkurse fallen könnten.

Unternehmensmeldungen und Ausblick

Im Bereich der Unternehmensgewinne gab es ebenfalls Bewegung. Deere & Co. (NYSE:DE) sprang nach positiven Quartalsergebnissen um 11,6% in die Höhe. Walmart Inc. (NASDAQ:WMT) fiel um 1,4%, nachdem die Ergebnisse weitgehend den Erwartungen entsprachen. Booking Holdings Inc. (NASDAQ:BKNG) verlor nach den Ergebnissen des vierten Quartals 6,2%. Anleger warten zudem auf die bevorstehenden Gewinnmeldungen von Western Union Co. (NYSE:WU), PPL Corp. (NYSE:PPL) und DNOW Inc. (NYSE:DNOW).

Erwähnte Persönlichkeiten