
US-Arbeitsmarkt: Entlassungen im Januar auf 15-Jahres-Hoch
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Der US-Arbeitsmarkt zeigte im Januar 2026 alarmierende Signale: Die geplanten Entlassungen erreichten den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise 2009, während die Neueinstellungsabsichten auf den niedrigsten Wert im gleichen Zeitraum fielen. Dies geht aus einem Bericht des Outplacement-Unternehmens Challenger, Gray & Christmas hervor und deutet auf eine wachsende Zurückhaltung bei US-Arbeitgebern hin.
Deutlicher Anstieg bei Entlassungen im Januar
US-Arbeitgeber kündigten im Januar 2026 insgesamt 108.435 Entlassungen an. Diese Zahl stellt einen Anstieg von 118 % gegenüber dem Vorjahresmonat und sogar 205 % gegenüber Dezember 2025 dar. Es ist der höchste Wert für einen Januar seit 2009, dem Jahr, in dem die US-Wirtschaft die letzten Monate ihrer schwersten Rezession seit der Großen Depression erlebte.
Historisch niedrige Neueinstellungen
Parallel zu den steigenden Entlassungszahlen fielen die geplanten Neueinstellungen im Januar auf einen historischen Tiefstand. Unternehmen kündigten lediglich 5.306 neue Stellen an. Auch dies ist der niedrigste Januar-Wert seit 2009, dem Jahr, in dem Challenger mit der Erfassung dieser Daten begann. Die Rezession der Finanzkrise endete offiziell im März 2009.
Ein Blick auf die Ursachen und Branchen
Andy Challenger, Arbeitsmarktexperte und Chief Revenue Officer des Unternehmens, kommentierte die Entwicklung: "Im Allgemeinen sehen wir im ersten Quartal eine hohe Zahl von Stellenstreichungen, aber dies ist ein hoher Gesamtwert für Januar." Er fügte hinzu, dass die meisten dieser Pläne Ende 2025 festgelegt wurden, was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber hinsichtlich der Aussichten für 2026 weniger optimistisch sind.
Einige prominente Unternehmen haben bereits umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt. Dazu gehören Amazon mit 16.000 hauptsächlich auf Unternehmensebene angesiedelten Stellen, UPS mit über 30.000 Mitarbeitern und Dow Inc. Der Transportsektor verzeichnete im Januar die höchste Zahl an Entlassungen, maßgeblich beeinflusst durch die Pläne von UPS. Die Technologiebranche folgte an zweiter Stelle, hauptsächlich aufgrund der Ankündigung von Amazon.
Diskrepanz zu offiziellen Arbeitsmarktdaten?
Während die Challenger-Daten auf eine Zunahme der Entlassungen hindeuten, zeigen offizielle Regierungsdaten ein anderes Bild. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 24. Januar beliefen sich auf lediglich 209.000, wobei der längerfristige Trend nahe seinem niedrigsten Stand seit zwei Jahren liegt. Es ist wichtig zu beachten, dass die Challenger-Daten volatil sein können und nicht immer mit den offiziellen Statistiken korrelieren.
Dennoch untermauern Meldungen an das Arbeitsministerium im Januar, die unter den Worker Adjustment and Retraining Notification (WARN)-Vorschriften eingereicht wurden, dass mehr als 100 Unternehmen erhebliche Entlassungen angekündigt haben. Die geplanten Neueinstellungen sanken im Januar um 13 % gegenüber Januar 2025 und um 49 % gegenüber Dezember 2025.