US-Arbeitsmarkt schwächelt: Sorgen um Rezession und Fed-Dilemma wachsen

US-Arbeitsmarkt schwächelt: Sorgen um Rezession und Fed-Dilemma wachsen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der US-Arbeitsmarkt zeigt nach einem enttäuschenden Nonfarm-Payrolls-Bericht für November deutliche Anzeichen einer Verlangsamung. Führende Ökonomen und Experten äußern Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung und der Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik. Die Daten deuten auf eine zunehmende Unsicherheit und potenzielle Herausforderungen hin.

US-Arbeitsmarkt zeigt Schwäche im November

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Bericht stiegen die Nonfarm Payrolls im November um 64.000 Arbeitsplätze. Obwohl dies über den Erwartungen von 50.000 lag, bleibt die Zahl laut Bureau of Labor Statistics deutlich unter dem Niveau, das für ein gesundes Tempo der Arbeitsplatzschaffung erforderlich ist. Die tatsächlichen Zahlen könnten jedoch noch schwächer sein, da der Oktober einen Verlust von 105.000 Arbeitsplätzen verzeichnete und die Zahlen für August und September um 33.000 nach unten korrigiert wurden.

Über die letzten sechs Monate hinweg wurden in den USA durchschnittlich nur 17.000 Arbeitsplätze pro Monat geschaffen, was die Bedenken hinsichtlich der Fragilität der US-Wirtschaft unterstreicht. Sean Higgins, Forschungsmitarbeiter des Competitive Enterprise Institute (CEI), merkte an, dass die bescheidenen Zuwächse im November eine insgesamt schwächelnde Wirtschaft teilweise verschleiern.

Beschäftigungswachstum stagniert seit "Liberation Day"

Justin Wolfers, Ökonom an der University of Michigan, wies darauf hin, dass es nach Berücksichtigung der Arbeitsplatzverluste im Oktober und der Abwärtskorrekturen für August und September seit April "praktisch kein Beschäftigungswachstum" gegeben habe. Dieser Zeitraum fällt mit den "Liberation Day"-Zöllen von Präsident Donald Trump zusammen. Wolfers äußerte zudem die Befürchtung, dass die offiziellen Lohn- und Gehaltszahlen das tatsächliche Tempo der Neueinstellungen überbewerten könnten.

Er zitierte Schätzungen der Federal Reserve, wonach die Daten das Arbeitsplatzwachstum aufgrund technischer Probleme im Geburten-Todes-Modell um etwa 60.000 Arbeitsplätze pro Monat überzeichnen. Wolfers kommt zu dem Schluss, dass die "Beschäftigung um etwa 40.000 pro Monat schrumpft". Die Arbeitslosenquote, die im Januar bei 4,0 % lag, erreichte im November 4,6 % und liegt damit im jüngsten Durchschnitt bei 4,5 %. Dies ist der höchste Stand seit vier Jahren. Wolfers verweist auf die Sahm Rule, die eine Rezession signalisiert, wenn der Dreimonatsdurchschnitt der Arbeitslosenquote mindestens einen halben Prozentpunkt über ihrem vorherigen Tiefststand liegt.

Ursachen der Abschwächung: Von Staatsabbau bis Tarifen

Ein Teil der Schwäche des US-Arbeitsmarktes ist auf den Abbau von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst im Rahmen der Regierungsinitiative DOGE zurückzuführen. Wolfers zufolge reduzierten die Mitarbeiter, die den öffentlichen Dienst verließen, die Lohn- und Gehaltslisten im Oktober um 157.000 und im November um weitere 5.000 Arbeitsplätze. Insgesamt ist die Zahl der Regierungsangestellten seit Trumps Amtsantritt um 271.000 gesunken.

Wolfers betonte jedoch, dass der öffentliche Sektor nicht der alleinige Treiber der Verlangsamung sei, da die "Neueinstellungen im Privatsektor schwach bleiben und möglicherweise vollständig zum Erliegen gekommen sind". Heather Long, Chefökonomin der Navy Federal Credit Union, führte die Entwicklung auf eine Kombination aus "Tarifauswirkungen, KI und Kostensenkungen" zurück. Ryan Young, CEI-Seniorökonom, identifizierte Tarife als eine gemeinsame Ursache für viele Probleme, obwohl Präsident Trump seine Meinung wahrscheinlich nicht ändern werde.

Federal Reserve in der Zwickmühle

Investor Kevin O'Leary äußerte auf CNN, dass der November-Arbeitsmarktbericht den Fall für eine Zinssenkung stärke. Er sprach sich für eine Senkung um 25 Basispunkte aus, merkte jedoch an, dass der Bericht aufgrund der Auswirkungen eines 43-tägigen Regierungs-Shutdowns "weich und leicht ungenau" sei. Gleichzeitig liege die Inflation mit 3,1 % immer noch über dem Ziel der Federal Reserve.

Diese Kombination versetze die politischen Entscheidungsträger in eine "sehr schwierige Lage", da jeder Schritt zur Lockerung der Geldpolitik das Risiko berge, den Preisdruck wieder zu entfachen. O'Leary berichtete, dass die Managementteams der Unternehmen, in die er investiert, zunehmend besorgt über die Inputkosten seien.

Sorge vor "Hiring Recession" und Stagflation

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (D) kritisierte Präsident Trump scharf für die sich verschlechternde Lage am Arbeitsmarkt und teilte einen Beitrag von Heather Long. Long hob hervor, dass im November 710.000 Menschen mehr arbeitslos waren als im Vorjahreszeitraum, und sprach von einer "Hiring Recession" in der US-Wirtschaft. Sean Higgins vom CEI ergänzte, dass die Unterbeschäftigung stark gestiegen sei, mit 5,5 Millionen Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen in Teilzeit arbeiten – ein Anstieg von 909.000 seit September.

Ryan Young warnte vor der Aussicht auf Stagflation, da der Arbeitsmarkt in diesem Jahr im Wesentlichen stagniert habe und der verarbeitende Sektor neun Monate in Folge geschrumpft sei. Das verarbeitende Gewerbe verlor im November 5.000 Arbeitsplätze. Elise Gould, eine Ökonomin, wies zudem auf eine allmähliche Verlangsamung des nominalen Lohnwachstums hin, was darauf hindeutet, dass Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, Arbeitsplätze zu finden und weniger Verhandlungsmacht bei höheren Löhnen besitzen. Julie Su, Senior Fellow bei der Century Foundation, kritisierte die Trump-Administration für das "Verstecken von Daten" und bezeichnete die aktuelle Situation als "Wirtschaftskrise".

Erwähnte Persönlichkeiten