US-Arbeitsmarkt: Vertrauen sinkt, Jobsuche wird länger und komplexer

US-Arbeitsmarkt: Vertrauen sinkt, Jobsuche wird länger und komplexer

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Das Vertrauen der Amerikaner in ihre Chancen, einen neuen Job zu finden, hat sich deutlich verschlechtert. Aktuelle Umfragedaten zeigen, dass die Stimmung auf dem US-Arbeitsmarkt so schlecht ist wie seit der Pandemie nicht mehr, vergleichbar mit der zähen Erholung nach der Großen Rezession. Dies deutet auf eine zunehmende Unsicherheit unter Arbeitnehmern hin.

Sinkendes Vertrauen in den US-Arbeitsmarkt

Seit Ende 2025 schätzen Amerikaner ihre Chancen, innerhalb von drei Monaten eine neue Stelle zu finden, falls sie ihren Job verlieren, auf durchschnittlich nur noch 45 %. Dies ist ein schlechterer Wert als während des Höhepunkts der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020. Laut einem Gallup-Bericht glauben nur noch 28 Prozent der Arbeitnehmer, dass es ein guter Zeitpunkt ist, einen qualitativ hochwertigen Job zu finden – ein starker Rückgang gegenüber 70 Prozent Mitte 2022.

Die Federal Reserve Bank of New Yorks Umfrage zu Konsumentenerwartungen zeigt zudem, dass Arbeitnehmer glauben, im nächsten Jahr eher ihren Job zu verlieren. Diese Entwicklung steht im starken Kontrast zum Optimismus des Arbeitsmarktes vor der Pandemie und der "Great Resignation", als die Jobmöglichkeiten noch reichlich waren.

Längere Jobsuche und steigende Langzeitarbeitslosigkeit

Obwohl die Arbeitslosigkeit relativ niedrig bleibt, hat sich die Einstellungstätigkeit verlangsamt, was den Markt für Jobsuchende erschwert. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist in den letzten Monaten gestiegen. Im März verbrachten Jobsuchende im Median 11,5 Wochen ohne Arbeit – fast zwei Wochen länger als im Vorjahr.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt ebenfalls zu: Mehr als ein Viertel der Arbeitslosen ist seit 27 Wochen oder länger ohne Beschäftigung. Einige Arbeitnehmer berichten, dass sie seit Jahren auf Jobsuche sind oder Tausende von Bewerbungen verschickt haben.

Wirtschaftliche Stimmung trübt sich ein

Die sinkende Arbeitsmarktstimmung ist Teil eines breiteren wirtschaftlichen Unbehagens. Der Konsumentenstimmungsindex der University of Michigan fiel von Februar auf März um 5,8 %. Amerikaner erwarten, dass ihre persönlichen Finanzen und der kurzfristige Wirtschaftsausblick unter steigenden Benzinpreisen und Aktienvolatilität leiden werden.

Die Konsumentenstimmung bezüglich der aktuellen Wirtschaftsbedingungen sank im Jahresvergleich um 12,5 %. Fast 10 Prozent der Befragten in der Umfrage der New York Fed gaben an, dass ihre Haushaltsfinanzen deutlich schlechter seien als vor einem Jahr.

Generationen- und Bildungsunterschiede prägen die Jobsuche

Die Zuversicht auf dem US-Arbeitsmarkt variiert stark nach Bildungsstand und Generation:

  • Bildung: Im vierten Quartal 2025 sahen nur 19 Prozent der Hochschulabsolventen den Arbeitsmarkt positiv, verglichen mit 35 Prozent derjenigen ohne Hochschulabschluss. Dies ist eine historische Umkehrung, da Hochschulabsolventen traditionell optimistischer waren.
  • Generationen:
  • Gen Z ist mit nur 19 Prozent Zuversicht am wenigsten optimistisch bezüglich der Wirtschaftszukunft.
  • Baby Boomer bleiben das stabilste Segment; 42 Prozent berichten von Optimismus, und 74 Prozent geben an, überhaupt nicht nach neuer Arbeit zu suchen.

Trotz Unsicherheit: Hohe Wechselbereitschaft

Trotz des mangelnden Vertrauens in die Verfügbarkeit hochwertiger Stellen bleibt die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer hoch. 51 Prozent der US-Arbeitskräfte suchen entweder aktiv nach einem anderen Job oder halten Ausschau nach neuen Möglichkeiten. Jüngere Kohorten dominieren diese Unruhe:

  • 17 Prozent der Gen Z-Arbeitnehmer suchen aktiv nach einer neuen Rolle.
  • 44 Prozent der Gen Z und Millennials halten Ausschau nach Möglichkeiten.
  • Nur 4 Prozent der Baby Boomer sind aktiv auf Jobsuche.

Erstmals in Gallups Arbeitsplatztrends übersteigt der Anteil der als "struggling" (kämpfend) eingestuften Mitarbeiter (49 Prozent) den der "thriving" (florierend) eingestuften (46 Prozent) Ende 2025. Dies deutet auf eine "still unruhige" Belegschaft hin, die in ihren Rollen verbleibt, aber aktiv den Markt beobachtet.

Lichtblick bei den Neueinstellungen

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten für Arbeitssuchende. Die USA verzeichneten im März einen überraschend hohen Zuwachs von 178.000 Arbeitsplätzen, was eine deutliche Erholung von den enttäuschenden Einstellungszahlen im Februar darstellt. Das Lohnwachstum war zudem branchenübergreifend verbreitet, was ein weiteres gutes Zeichen für Arbeitnehmer ist, die mit einem unausgewogenen Einstellungsmarkt zu kämpfen hatten.