
US Army beschleunigt Technologie-Beschaffung mit neuem PIT-Büro
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Die US Army hat mit der Gründung des "Pathway for Innovation and Technology" (PIT) Büros eine neue Initiative gestartet, um die Entwicklung und Bereitstellung von Militärtechnologie erheblich zu beschleunigen. Dieses Büro, das seit etwa 100 Tagen aktiv ist, soll die Lücke zwischen innovativen Ideen von Soldaten und der notwendigen Finanzierung sowie Autorität zur Umsetzung in skalierbare Programme schließen. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung, wie sie beispielsweise im Ukraine-Krieg zu beobachten ist, betont die Army die Dringlichkeit dieses Wandels.
Einleitung: Das "Pathway for Innovation and Technology" (PIT)
Das PIT-Büro wurde mit dem klaren Ziel ins Leben gerufen, innovative Ideen von Soldaten in skalierbare Fähigkeiten für den gesamten Dienst zu überführen. Auf der Webseite des Büros wird die Devise "SPEED IS KING!" hervorgehoben, was die Priorität der Geschwindigkeit im aktuellen Kontext unterstreicht. Die US Army strebt an, Waffen und Technologien schneller zu entwickeln, indem sie frühzeitig und häufig testet, wiederholt Feedback von Soldaten einholt und den Kreis der zusammenarbeitenden Unternehmen erweitert.
Geschwindigkeit vor Perfektion: Die Prinzipien des PIT
Chris Manning, stellvertretender stellvertretender Sekretär der Army für Forschung und Technologie, nannte zwei grundlegende Prinzipien, die die Gründung des PIT leiteten:
- Geschwindigkeit hat Vorrang vor Perfektion: Die Army kann iterativ vorgehen, um die operative Fähigkeit zu erreichen.
- Frühes Soldaten-Feedback ist entscheidend: Dies stellt sicher, dass die richtige Technologie für zukünftige Konflikte entwickelt wird.
Ein drittes Prinzip besagt, dass die Nachfrage nach einer Technologie bewiesen werden muss, bevor große Summen in Programme investiert werden. Dieser Ansatz stellt einen kulturellen Wandel dar, der sich von langwierigen Planungszyklen zu einem dynamischeren, iterativen Prozess bewegt.
Überwindung des "Tals des Todes"
Das PIT-Büro ist darauf ausgelegt, die sogenannte "Tal des Todes"-Lücke zu überbrücken – den kritischen Übergang zwischen der Technologieentwicklung und ihrer tatsächlichen Bereitstellung. Bislang haben strukturelle Probleme und Bürokratie die schnelle Entwicklung neuer Waffen und Technologien oft verlangsamt. Die Army verbrachte früher viel Zeit damit, über die Nutzung einer neuen Technologie nachzudenken und detaillierte Spezifikationen festzulegen, bevor überhaupt mit dem Bau begonnen wurde.
Col. Shermoan Daiyaan, Direktor des PIT-Büros, erklärte, dass die Schaffung des PIT dazu beiträgt, bürokratische Hürden formell abzubauen. Das Ziel ist es, fragmentierte Innovationsbemühungen zu verbinden und vielversprechenden Ideen einen klareren Weg zur Finanzierung und zum Einsatz zu ebnen. PIT fungiert als eine verbindende Schicht zwischen den schnellen Beschaffungszentren der Army und den großen Programm-Exekutivbüros, die die Entwicklung und Produktion von Ausrüstung für die gesamte Truppe verwalten.
Der PIT-Prozess: Von der Idee zur Skalierung
Der ideale PIT-Programm-Entwicklungszyklus ist kürzer und wettbewerbsorientierter als bei traditionellen Waffensystemen. Verschiedene Unternehmen werden eingeladen, an der Lösung eines Army-Problems zu arbeiten. Eine Auswahl erhält dann Finanzmittel, um Prototypen zu entwickeln, die 30 bis 45 Tage lang von Soldaten im Feld getestet werden. Erfolgreiche Anwendungen erhalten anschließend Verträge für die weitere Entwicklung.
In Zusammenarbeit mit Partnern wie dem FUZE-Programm der Army können Systeme in Runden gekauft werden, um weitere Informationen über deren Wirksamkeit zu sammeln. Ein Beispiel für eine solche Lösung könnte ein universelles Ladegerät für verschiedene unbemannte Flugsysteme (UAS) unterschiedlicher Hersteller sein, da Soldaten Probleme mit der Stromerzeugung und -integration gemeldet haben. PIT arbeitet mit nicht-traditionellen Unternehmen und Startups zusammen und ersetzt nicht das traditionelle Beschaffungssystem für große, komplexe Waffenplattformen, sondern beschleunigt kleinere Technologien und dringende Fähigkeitslücken.
Fokus auf Drohnen und kommerzielle Lösungen
Die Army und andere Teilstreitkräfte konzentrieren sich zunehmend auf die Nutzung kommerzieller Lösungen, wo immer dies möglich ist, wie zum Beispiel Drohnen, sowie auf Technologien, die je nach Missionsanforderungen aufgerüstet oder modifiziert werden können. Ein aktuelles Beispiel ist die erste Phase des "Drone Dominance Program", bei der 25 Verteidigungsunternehmen ihre Drohnen nach Fort Benning, Georgia, brachten, um sie mit Soldaten zu testen.
Auch die erste jährliche "Best Drone Warfighter Competition" in Huntsville, Alabama, zeigte das Engagement der Army für Drohneninnovation. Army-Sekretär Dan Driscoll äußerte die Ambition, innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate bis zu einer Million Drohnen zu beschaffen, und sieht Drohnen als "Munition" statt als Ausrüstung. Er schlug zudem die Schaffung eines Drohnen-Marktplatzes vor, um die Beteiligung der Privatwirtschaft zu fördern und Soldaten-Feedback zu ermöglichen. Dies ist besonders relevant, da potenzielle Gegner zwischen 5 und 15 Millionen Drohnen produzieren, während die Fähigkeiten des US-Militärs in diesem Bereich noch deutlich hinterherhinken.
Kultureller Wandel und zukünftige Ausrichtung
Die großen Veränderungen in der Art und Weise, wie die Army neue Waffen entwickelt und beschafft, zielen darauf ab, den Prozess zu beschleunigen, sich weniger auf spezifische Anforderungen zu konzentrieren und das Feedback der Soldaten besser einzubeziehen. Col. Shermoan Daiyaan betonte, dass die Army viele ihrer eigenen institutionellen und kulturellen Barrieren abgebaut hat, indem sie nicht mehr auf perfekte Pläne wartet.
Das Pathway for Innovation and Technology ist auf drei miteinander verbundene Elemente aufgebaut: FUZE, JIOP und G-TEAD. FUZE dient als das Flaggschiff der Army für Innovation, das transformative Veränderungen vorantreibt, indem es eine Risikokapital-Mentalität annimmt und die Entdeckung, Entwicklung und den Einsatz von Technologien durch Programme wie xTech, SBIR/STTR und ManTec beschleunigt. PIT, auch bekannt als "Plus One" zu den sechs Portfolio-Akquisitions-Exekutiven der Army, ist beauftragt, das breite Innovationsunternehmen der Army zu synchronisieren und den Soldaten neue Fähigkeiten mit beispielloser Geschwindigkeit zu liefern.