US-Banken trotzen Iran-Krieg: Starke Q1-Ergebnisse durch Dealmaking und Handel

US-Banken trotzen Iran-Krieg: Starke Q1-Ergebnisse durch Dealmaking und Handel

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Die großen US-Banken haben im ersten Quartal 2026 trotz des Iran-Krieges und der damit verbundenen geopolitischen Turbulenzen beeindruckende Ergebnisse erzielt. Während der Konflikt im Februar die Märkte zunächst erschütterte, konnten die Finanzinstitute ihre Gewinne steigern, was die Resilienz des Sektors unterstreicht. Dieser Erfolg basiert auf mehreren Säulen, darunter ein starkes Investmentbanking, ein robustes Kreditkartengeschäft und eine hohe Aktivität an den Handelstischen.

Starke Ergebnisse trotz geopolitischer Turbulenzen

Die größten US-Banken erwirtschafteten in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 Gewinne von fast 50 Milliarden US-Dollar, genauer gesagt 47,4 Milliarden US-Dollar. Dies ist bemerkenswert, da der Iran-Krieg, der am 28. Februar begann, im März zu einem starken Anstieg der Ölpreise und einem Rückgang der Aktienkurse führte. Der S&P 500 erreichte am 30. März einen Tiefpunkt.

Trotz dieser anfänglichen Marktturbulenzen übertrafen oder erfüllten Branchengrößen wie Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America die Erwartungen. Goldman Sachs meldete einen Gewinnsprung von 19 % auf 5,6 Milliarden US-Dollar, während JPMorgan Chase seine Gewinne um 13 % auf 16,5 Milliarden US-Dollar steigerte. Bank of America verzeichnete einen Gewinnanstieg von 17 % auf 8,6 Milliarden US-Dollar. Wells Fargo verfehlte zwar die Umsatzerwartungen leicht, übertraf aber die Gewinnschätzungen. Jim Cramer äußerte sich positiv über Goldman, Morgan Stanley und Citi, zeigte sich jedoch besorgt über Wells Fargo.

Der CEO von Goldman Sachs, David Solomon, bezeichnete die Leistung als "sehr stark", auch wenn die Marktbedingungen volatiler wurden. Er merkte an, dass das Jahr 2026 mit Optimismus begonnen hatte, bevor der Konflikt im späten Februar die Stimmung belastete. Das International Monetary Fund (IMF) warnte jedoch, dass eine weitere Eskalation des Konflikts eine globale Rezession auslösen könnte und senkte die Wachstumsprognose für die USA im Jahr 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 %.

Dealmaking auf Hochtouren

Ein wesentlicher Treiber für die starken Bankenergebnisse war das florierende Investmentbanking. Goldman Sachs meldete einen Anstieg der Investmentbanking-Einnahmen um 48 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,48 Milliarden US-Dollar. CEO David Solomon betonte, dass das Umfeld für das Investmentbanking "unglaublich robust" bleibe. Auch Wells Fargo verzeichnete einen beeindruckenden Anstieg der Investmentbanking-Einnahmen um 68 % auf 602 Millionen US-Dollar.

JPMorgan Chase meldete einen Anstieg der Dealmaking-Einnahmen um 38 % auf 3,1 Milliarden US-Dollar, und Citi sah eine Steigerung von 19 % auf 1,3 Milliarden US-Dollar. Obwohl die kriegsbedingte Volatilität einige Deals verzögerte und IPOs im März "ein wenig verlangsamte", wie Solomon einräumte, verfügen die Banken über eine "sehr volle Pipeline" an Geschäften. Matt Kennedy, ein Senior IPO Market Strategist bei Renaissance Capital, erwartet, dass die Verlangsamung nur vorübergehend sein wird, da Hunderte von Unternehmen auf den richtigen Zeitpunkt für einen Börsengang warten. Ein Beispiel hierfür ist der erfolgreiche Börsengang des HVAC-Unternehmens Madison Air Solutions, an dem Goldman und Wells Fargo beteiligt waren.

Kreditkartengeschäft als unerwarteter Lichtblick

Das Kreditkartengeschäft erwies sich als überraschend starker Bereich. Wells Fargo meldete einen Anstieg der Neukontoeröffnungen bei Kreditkarten um fast 60 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Konsumentenbankgeschäft und der Kreditvergabe stiegen im ersten Quartal um 6,6 %, wobei die Kreditkarteneinnahmen spezifisch um 5 % zulegten.

Trotz höherer Benzinpreise, die einen Anstieg des Anteils an den Debit- und Kreditkartenausgaben um jeweils einen Prozentpunkt verzeichneten, blieben die Verbraucher robust. Charlie Scharf, CEO von Wells Fargo, stellte fest, dass die Verbraucher mehr ausgeben als vor einem Jahr, ohne ihre Ausgaben für andere Bereiche zu drosseln. JPMorgan teilte ähnliche Einschätzungen mit: CFO Jeremy Barnum betonte die Resilienz von Verbrauchern und Kleinunternehmen. Die Einnahmen aus dem kombinierten Kreditkarten- und Autokreditsegment von JPMorgan stiegen um 13 %, und das Kreditkartenausgabenvolumen wuchs um 9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Ausfallraten blieben bei beiden Banken relativ stabil.

Boom an den Handelstischen

Die intensive Marktvolatilität, die durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurde, führte zu einer rekordverdächtigen Kundenaktivität und bescherte den Handelstischen der Banken erhebliche Gewinne. Goldman Sachs verzeichnete einen Anstieg der Aktienumsätze um 27 % gegenüber dem Vorjahr auf einen neuen Bankrekord von 5,33 Milliarden US-Dollar. David Solomon erklärte, dass die "erhöhte Unsicherheit Kunden dazu veranlasste, Portfolios aktiv neu zu positionieren, was zu starken Kapitalflüssen führte".

Morgan Stanley meldete das beste Quartal in seiner Geschichte für den Aktienhandel und einen Anstieg der Fixed-Income-Einnahmen um 29 % gegenüber dem Vorjahr, angetrieben durch die Volatilität der Energiemärkte. Die Handelssparte der Bank of America hatte ihr bestes Quartal seit 15 Jahren, mit einem Anstieg der Aktienumsätze um 30 % auf 2,83 Milliarden US-Dollar. Sean Dunlap, Director of Equity Research bei Morningstar Research Services, erklärte, dass Kunden in volatilen Zeiten ihre Portfolios neu positionieren möchten, was zu häufigeren Trades und höheren Spreads führt, was die Rentabilität für Banken als Handelsintermediäre erhöht.

Ausblick und Risiken

Trotz der starken Ergebnisse bleiben die Banken wachsam. Die geopolitische Unsicherheit wird zunehmend als "neue Normalität" betrachtet, und Banken sowie Unternehmen haben gelernt, sich schnell an Veränderungen anzupassen. Europäische Banken verfolgen die Auswirkungen des Konflikts auf Inflation und Wachstum genau. Alvaro Serrano, Head of European Banks Research bei Morgan Stanley, betonte die Resilienz der Geschäftsmodelle, warnte jedoch, dass anhaltender Stress zu stärkerem Inflationsdruck und schwächerem Kreditwachstum führen könnte.

Bankmanager beobachten die Anpassung der Portfolios und die Nachfrage nach Beratung im Risikomanagement. Auch das Risiko von Cyberangriffen steigt mit der geopolitischen Instabilität. Eine Umfrage von Morgan Stanley unter fast 600 Investoren im März zeigte, dass die Mehrheit (39 %) eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb des nächsten Monats erwartete, während 16 % davon ausgingen, dass die Störungen auf absehbare Zeit anhalten würden. Sollte die Volatilität jedoch zu lange anhalten, könnte sich der Boom umkehren, da Investoren vorsichtiger werden und weniger bereit sind, Kredite für Trades aufzunehmen. Brian Moynihan von der Bank of America betonte, dass der Vorstand "wachsam gegenüber sich entwickelnden Risiken" bleibe, da ein längerer Konflikt die Haushaltsausgaben, Unternehmenseinnahmen und letztlich das globale Wachstum beeinträchtigen könnte.

Erwähnte Persönlichkeiten