US-Benzinpreise auf 4-Jahres-Hoch: Nahost-Konflikt treibt Kosten in die Höhe

US-Benzinpreise auf 4-Jahres-Hoch: Nahost-Konflikt treibt Kosten in die Höhe

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Die Benzinpreise in den USA sind auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen und überschreiten landesweit die Marke von 4,22 US-Dollar pro Gallone. Hauptursachen sind die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Konflikt zwischen den USA und Iran, sowie die daraus resultierenden Störungen der globalen Öllieferketten. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für Verbraucher und die Wirtschaft.

Aktuelle Preisentwicklung in den USA

Am Mittwoch kletterte der durchschnittliche Preis für reguläres Benzin in den USA laut AAA auf über 4,22 US-Dollar pro Gallone. Dies ist der höchste Stand seit 2022, als die globalen Ölmärkte durch Russlands Invasion der Ukraine erschüttert wurden. Die Preise sind seit Beginn des US-Konflikts mit Iran Anfang dieses Jahres stetig gestiegen.

Die amerikanischen Benzinpreise sind in der vergangenen Woche stark angestiegen. Letzten Mittwoch lag der nationale Durchschnitt noch bei 4,02 US-Dollar, erreichte am Dienstag 4,17 US-Dollar und sprang am Mittwoch um mehr als fünf Cent.

Es gibt weiterhin große Preisunterschiede zwischen den US-Bundesstaaten. Oklahoma verzeichnet mit durchschnittlich 3,66 US-Dollar pro Gallone das günstigste Benzin, während Kalifornien bei 5,98 US-Dollar liegt, so AAA.

In Michigan zahlen die Bewohner am Mittwochmorgen durchschnittlich 4,25 US-Dollar pro Gallone, was über dem nationalen Durchschnitt liegt. Die Preise in der Metropolregion Detroit reichten am Mittwoch von durchschnittlich 4,23 US-Dollar pro Gallone in Macomb County bis zu 4,29 US-Dollar pro Gallone in Oakland County. Die Benzinpreise begannen Anfang März zu steigen, nachdem sie mehrere Monate zwischen 2,80 und 3,15 US-Dollar gelegen hatten.

Ursachen des Preisanstiegs

Der Preisanstieg erfolgt, während die Spannungen zwischen den USA und Iran weiterhin den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stören. Dieser kritische Engpass wickelt etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung ab.

Die Sorgen über reduzierte Liefermengen aus der Region trieben die Brent-Rohölpreise – den globalen Preisbenchmark – am Mittwoch stark auf fast 117 US-Dollar pro Barrel in die Höhe. Die Ölpreise sind angesichts der Unsicherheit sieben Handelstage in Folge gestiegen.

Zusätzlich zu den internationalen Faktoren werden die Benzinpreise in Michigan und anderen Staaten des Mittleren Westens durch lokale Raffinerieprobleme, wie einen Stromausfall in einer Anlage in Nordwest-Indiana, verschärft, wie Patrick De Haan, ein Erdölexperte bei GasBuddy, mitteilte.

Markterwartungen und Analystenstimmen

Alexander Kuptsikevich, Chef-Marktanalyst bei FxPro, schrieb in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass die Erwartungen, wann die Ölversorgung wieder normalisiert wird, nach hinten verschoben wurden. Dies erhöhe das Risiko, dass höhere Benzinpreise länger als erwartet anhalten könnten.

Patrick De Haan von GasBuddy merkte an, dass der Anstieg der Großhandelskosten der letzten Woche noch nicht vollständig an die Zapfsäule weitergegeben wurde. Binnenstaaten in den Plains und Great Lakes dürften daher weitere Preisanstiege erleben, bevor sich die Preise stabilisieren. Von PBS News zitierte Analysten halten 4,50 US-Dollar pro Gallone für eine realistische Obergrenze, falls die Straße von Hormus noch mehrere Wochen geschlossen bleibt. Der Rekord von 2022 nahe 5 US-Dollar pro Gallone stellt das "Tail Risk" dar, sollte die Störung den Sommer über andauern.

Der Prognosemarkt für den nationalen US-Benzinpreis verzeichnete am Dienstag, den 7. April 2026, eine deutliche Abwärtskorrektur der Erwartungen. Die Wahrscheinlichkeiten für Preise über 4,22 US-Dollar fielen stark, während die Wahrscheinlichkeiten für Ergebnisse näher am damaligen nationalen Durchschnitt von 4,14 US-Dollar pro Gallone stiegen. Diese Neubewertung deutet darauf hin, dass Händler ihre Erwartungen an eine fortgesetzte Preisbeschleunigung vor dem Abrechnungsdatum des Marktes am 13. April 2026 erheblich gesenkt haben.

Politische Reaktionen

Alexander Kuptsikevich von FxPro merkte an, dass US-Politiker "alles tun, um die negativen Auswirkungen abzumildern". Präsident Donald Trump äußerte sich am Mittwoch auf Truth Social zum Konflikt und schrieb, Iran "can't get their act together" und die politischen Führer des Landes "better get smart soon!".

Breitere wirtschaftliche Auswirkungen: Diesel und Inflation

Die Dieselpreise stellen eine noch größere Inflationsgeschichte dar. Der nationale Diesel-Durchschnitt liegt derzeit bei rund 5,45 US-Dollar pro Gallone, gegenüber etwa 3,76 US-Dollar vor Kriegsbeginn. Dies entspricht einem Anstieg von 45 Prozent in etwa sechs Wochen.

Lkw und Züge fahren mit Diesel, ebenso wie fast jede schwere Ausrüstung, die Lebensmittel und Baumaterialien im Land bewegt. Wenn die Kraftstoffkosten für das Frachtsystem so schnell steigen, bleibt der Anstieg nicht in der Versandkostenrechnung. Er zeigt sich in den Lebensmittelpreisen und in den Kosten für praktisch alles, was vor dem Kauf transportiert werden muss. Historisch gesehen führen anhaltende Dieselpreisspitzen die Lebensmittelinflation um zwei bis drei Monate an.