US-Benzinpreise steigen rasant: Iran-Konflikt befeuert Ölmarkt

US-Benzinpreise steigen rasant: Iran-Konflikt befeuert Ölmarkt

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Die globalen Ölpreise sind in der vergangenen Woche drastisch gestiegen, angetrieben durch den Konflikt im Iran. Diese Entwicklung schlägt sich unmittelbar an den Zapfsäulen in den Vereinigten Staaten nieder, wo die Benzinpreise bereits einen signifikanten Anstieg verzeichneten und weitere Erhöhungen erwartet werden. Verbraucher müssen sich auf potenziell deutlich höhere Kosten einstellen.

Rasanter Anstieg der Ölpreise an den Finanzmärkten

Der Preis für WTI Crude ist von 66 Dollar pro Barrel am 20. Februar auf aktuell 90,90 Dollar gesprungen. Auch beliebte Öl-ETFs zeigen eine starke Performance: Der United States Oil Fund (USO) legte im Jahresverlauf um 57% zu, der ProShares Ultra Bloomberg Crude Oil (UCO) um 74% und der Invesco DB Oil Fund (DBO) um 50%. Brent Crude, die internationale Benchmark, notierte am Freitagmorgen über 91 Dollar pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2024.

Laut Daten von Factset stieg WTI Crude am Freitagmorgen um 6,8% auf 86,57 Dollar pro Barrel, während Brent Crude um 4,7% auf 89,44 Dollar zulegte. Beide notierten nahe ihren höchsten Ständen seit April 2024. Oxford Economics berichtet, dass WTI Crude seit Beginn des Konflikts um fast 30% und seit dem Januartief um über 55% gestiegen ist.

Deutliche Preissteigerungen an den US-Zapfsäulen

Die steigenden Ölpreise haben direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Laut AAA ist der nationale Durchschnittspreis für Benzin in den USA aktuell auf 3,45 Dollar pro Gallone gestiegen. Vor einer Woche lag dieser Durchschnitt noch bei 2,98 Dollar pro Gallone, was einem Anstieg von 16% innerhalb einer einzigen Woche entspricht.

Andere Quellen bestätigen den Trend: Am Freitag kletterte der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin auf 3,32 Dollar, ein Anstieg von 11,4% gegenüber der Vorwoche und der höchste Stand seit August 2024. GasBuddy meldete einen Anstieg um 32 Cent pro Gallone in den letzten sieben Tagen auf etwa 3,31 Dollar, ebenfalls der höchste Wert seit August 2024. Auch Dieselpreise sind betroffen und stiegen in einer Woche um 51 Cent auf 4,26 Dollar pro Gallone, den höchsten Stand seit November 2023.

Regionale Unterschiede und Prognosen für die Zukunft

Die Benzinpreise variieren stark innerhalb der USA. In Kalifornien liegt der Durchschnitt aktuell bei 5,159 Dollar pro Gallone, während er in Kansas lediglich 2,911 Dollar beträgt. Kalifornien ist damit 50% teurer als der nationale Durchschnitt, während Kansas 16% günstiger ist.

Neben Kalifornien liegen auch in Washington, Oregon, Nevada und Hawaii die Durchschnittspreise über 4 Dollar pro Gallone. Nate Silver, bekannt für seine Wahlprognosen, zitiert Polymarket-Daten, die eine 63%ige Wahrscheinlichkeit für Benzinpreise über 4,50 Dollar bis Ende März und eine 34%ige Wahrscheinlichkeit für Preise über 5,00 Dollar vorhersagen. Dies würde bedeuten, dass die Preise das Allzeithoch der AAA von 5,016 Dollar pro Gallone (vom 22. Juni 2022) erreichen könnten. Sollten die Polymarket-Prognosen zutreffen und die Preise in Kalifornien im Einklang mit dem nationalen Durchschnitt steigen, könnten Verbraucher dort über 7,50 Dollar pro Gallone für Normalbenzin zahlen. Es ist jedoch zu beachten, dass der Polymarket-Wettmarkt mit nur 40.000 Dollar relativ klein ist und durch kleinere Wetten verzerrt werden könnte.

Geopolitische Spannungen als Haupttreiber

Der militärische Konflikt im Iran sendet Schockwellen durch die globalen Energiemärkte. US-amerikanische und israelische Angriffe auf iranische Ziele, gefolgt von Vergeltungsschlägen Teherans, haben die Rohölpreise in die Höhe getrieben. Die Ölversorgungsketten sind besonders sensibel gegenüber Bedrohungen rund um die Straße von Hormus, eine Meerenge an der Südküste Irans, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird.

  • Die Straße von Hormus wickelt normalerweise etwa 20% der globalen Öltransporte ab.
  • Typischerweise passieren 138 Schiffe die Meerenge alle 24 Stunden; diese Zahl ist in den letzten Tagen auf "einstellige Werte" gesunken.
  • Iran griff am Donnerstag einen Tanker in der Meerenge an.
  • JPMorgan-Analysten merken an, dass der Markt sich von der reinen Bewertung geopolitischer Risiken hin zu "greifbaren operativen Störungen" bewegt.
  • Der Energieminister von Katar deutete an, dass alle Energieexporteure am Golf die Produktion innerhalb weniger Tage einstellen könnten, was den Brent-Rohölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben könnte.

Präsident Donald Trump spielte die Sorgen über steigende Kraftstoffkosten herunter und erklärte, er mache sich keine Sorgen. Er sagte: "Sie werden sehr schnell fallen, wenn dies vorbei ist, und wenn sie steigen, dann steigen sie, aber das ist weitaus wichtiger, als dass die Benzinpreise ein wenig steigen."

Ausblick und mögliche weitreichende Auswirkungen

Die US-Benzinpreise könnten weiter steigen. BloombergNEF schätzt, dass etwa die Hälfte des letztendlichen Anstiegs der Einzelhandelspreise für Benzin typischerweise innerhalb von 10 bis 13 Tagen eintritt, wobei etwa 90% innerhalb von etwa 21 Tagen reflektiert werden. Die Firma fügte hinzu, dass ein Anstieg des Rohöls um 10 Dollar pro Barrel inmitten eskalierender Spannungen die US-Benzinpreise kurzfristig um etwa 30 bis 40 Cent pro Gallone erhöhen könnte.

Ryan McKay, Senior Commodity Strategist bei TD Securities, prognostiziert, dass der Preis für Brent Crude in der kommenden Woche die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschreiten könnte, falls Öltanker die Straße von Hormus weiterhin nicht passieren können. Patrick De Haan, Petroleum-Analyst bei GasBuddy, warnt, dass die Preisanstiege aufgrund der "fortgesetzten De-facto-Stilllegung der Straße von Hormus" voraussichtlich anhalten werden.

Einzelhandelsanalysten warnen, dass die Auswirkungen höherer Energiepreise über die Autofahrer hinausgehen könnten. Höhere Kraftstoffkosten erhöhen die Versand- und Vertriebskosten für Unternehmen und können die Konsumausgaben belasten. Carol Spieckerman, eine unabhängige Einzelhandelsanalystin, betonte, dass der Einfluss weit über die Tankstelle hinausreichen wird. Die Ölmärkte sind jedoch dynamisch, und es gibt keine Garantie, dass sich die Preise in irgendeinem Teil des Landes in einer bestimmten Weise entwickeln werden.