US-Benzinpreise über 4 Dollar: Iran-Krieg treibt Kosten auf Höchststand seit 2022

US-Benzinpreise über 4 Dollar: Iran-Krieg treibt Kosten auf Höchststand seit 2022

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Die durchschnittlichen Benzinpreise in den USA sind am Dienstag erstmals seit August 2022 wieder über die Marke von 4 Dollar pro Gallone gestiegen. Dieser Anstieg auf durchschnittlich 4,018 Dollar pro Gallone, laut AAA, ist ein klares Zeichen dafür, wie der Iran-Krieg die Kraftstoffkosten für amerikanische Autofahrer in die Höhe treibt. Die Entwicklung weckt zunehmend Bedenken hinsichtlich der US-Wirtschaft und der Kaufkraft der Verbraucher.

Deutlicher Preisanstieg an den Zapfsäulen

Die nationalen Durchschnittspreise für Benzin erreichten am Dienstag 4,018 Dollar pro Gallone, ein Anstieg gegenüber 3,990 Dollar am Montag. Seit dem 28. Februar, dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran, sind die Benzinpreise um mehr als einen Dollar pro Gallone gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von fast 35 % im Vergleich zum Vormonat.

Zuletzt lagen die Benzinpreise in den USA im August 2022 über 4 Dollar pro Gallone. Im Juni desselben Jahres überschritten sie nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine kurzzeitig sogar die Marke von 5 Dollar pro Gallone. Patrick De Haan, ein Erdölexperte von GasBuddy, kommentierte gegenüber CBS News, dass es zwar nicht der Schock von 5 Dollar sei, Autofahrer die Ziffern an der Zapfsäule jedoch relativ schnell steigen sehen würden. Seit 2009 lagen die Benzinpreise laut De Haan nur an 157 Tagen – alle im Jahr 2022 – über 4 Dollar pro Gallone.

Der Iran-Krieg als Haupttreiber

Der aktuelle Preisanstieg wird maßgeblich durch den Iran-Krieg verursacht. Die globale Benchmark Brent Crude Futures notierte am Dienstag bei 112,66 Dollar pro Barrel und hielt sich in den letzten Tagen über 110 Dollar. Ein entscheidender Faktor ist die faktische Schließung der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Erdgases fließt.

Diese Unterbrechung hat die Ölpreise in die Höhe schnellen lassen und dazu geführt, dass Länder auf ihre Reserven zurückgreifen und in einigen Teilen der Welt Rationierungen beginnen. Obwohl die USA nicht unmittelbar von einer Ölknappheit bedroht sind, führen die globalen Marktstörungen zu Preisanstiegen an den heimischen Zapfsäulen. Experten warnen, dass selbst bei einer baldigen Wiedereröffnung der Straße von Hormus die Erholung der Ölversorgungskette Monate dauern könnte. Der maritime Historiker Sal Mercogliano von der Campbell University schätzt, dass die Erholung etwa eine Woche für jeden Tag der Blockade dauern würde, die bereits etwa einen Monat anhält.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Verbrauchersorgen

Die steigenden Kraftstoffkosten sind ein deutlich sichtbares Zeichen der wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges. Eine CBS News-Umfrage vom 22. März, bei der 3.335 US-Erwachsene zwischen dem 17. und 20. März befragt wurden, ergab, dass 90 % der Befragten kurzfristig mit einem Anstieg der Öl- und Gaspreise durch den Iran-Krieg rechnen, während 58 % langfristig höhere Kraftstoffkosten erwarten. 85 % der Autofahrer berichten bereits von höheren Preisen in ihrer Region.

Auch die Dieselpreise sind gestiegen und erreichten am Dienstag 5,454 Dollar pro Gallone, gegenüber 5,416 Dollar am Montag. Diesel wird häufig in der Landwirtschaft, im Baugewerbe sowie für den Transport amerikanischer Güter per LKW, Bahn und Schiff eingesetzt. Steigende Transportkosten aufgrund höherer Energiepreise könnten dazu führen, dass Unternehmen einen Teil der Belastung auf die Kunden abwälzen, wie Diane Swonk, Chefökonomin bei KPMG, gegenüber CBS News erklärte.

Breite Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die steigenden Energiekosten wirken sich nicht nur direkt auf die Kraftstoffpreise aus. Diane Swonk prognostiziert, dass bald auch die Preise in Lebensmittelgeschäften steigen werden, da die Kosten für Transport und Herstellung von Waren zunehmen. Sie kommentierte: "Das ist erst der Anfang."

Die Kombination aus steigenden Preisen und geopolitischen Turbulenzen hat bereits Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung. Ein genau beobachteter Indikator für das Wirtschaftssentiment sank im März um fast 6 Prozent. Die Benzinpreise variieren zudem stark im ganzen Land, wobei die Preise an der Westküste besonders hoch sind.

Politische Reaktionen und unsichere Aussichten

Die Trump-Regierung hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Energiepreise zu dämpfen, darunter die Freigabe von Öl aus der strategischen Reserve und die Lockerung von Regierungsvorschriften. Analysten zufolge reichen diese Maßnahmen allein jedoch nicht aus, um die Energielücke zu schließen oder die Preise für die Amerikaner zu senken.

Präsident Trump hat angedeutet, dass der Krieg bald enden könnte, und Pakistan hat Gespräche zwischen den USA und dem Iran in den "kommenden Tagen" in Aussicht gestellt. Die Trump-Regierung präsentierte letzte Woche einen 15-Punkte-Friedensvorschlag an den Iran. Gleichzeitig haben die USA ihre Spezialoperationstruppen im Nahen Osten verstärkt, und Präsident Trump droht erneut mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und zivile Infrastruktur, falls keine Einigung erzielt wird. Die Bemerkungen Trumps über Friedensgespräche konnten die Sorgen um die Ölversorgung bisher nicht zerstreuen. Die Lage bleibt angespannt und die Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten hoch.

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