US beschlagnahmt Öltanker Marinera: Spannungen um Venezuela-Sanktionen

US beschlagnahmt Öltanker Marinera: Spannungen um Venezuela-Sanktionen

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Die Vereinigten Staaten haben in einer Operation im Nordatlantik den Öltanker Marinera, der Verbindungen zu Venezuela aufweist, beschlagnahmt. Diese Maßnahme erfolgte aufgrund von Verstößen gegen US-Sanktionen und nach einer wochenlangen Verfolgung des Schiffes, das zuvor als Bella-1 bekannt war und nun unter russischer Flagge fährt.

Beschlagnahmung im Nordatlantik: Die "Marinera" im Fokus

Die US-Behörden führten am Mittwoch eine Operation zur Beschlagnahmung der Marinera durch. Das U.S. European Command bestätigte die Aktion und erklärte, der Tanker sei im Nordatlantik wegen Verstößen gegen US-Sanktionen und aufgrund eines Haftbefehls eines US-Bundesgerichts beschlagnahmt worden, nachdem er von der USCGC Munro verfolgt worden war. Reuters berichtete zuerst über die laufende Beschlagnahmung.

NBC News meldete, dass das Department of Homeland Security die Operation mit Unterstützung des US-Militärs leitete und US-Strafverfolgungsbeamte an Bord des Schiffes sind. Die isländische Küstenwache bestätigte, die Bewegungen der Marinera überwacht zu haben, als diese in die südöstliche isländische ausschließliche Wirtschaftszone einfuhr, und stellte fest, dass sie keine Ölfracht transportierte.

Eine lange Verfolgung und die "Schattenflotte"

Die Verfolgung der Marinera erstreckte sich über mehr als zwei Wochen im Atlantik. Der Tanker, ursprünglich bekannt als Bella-1, hatte versucht, einer US-Seeblockade sanktionierter Tanker zu entgehen und wies Versuche der US-Küstenwache zurück, ihn zu entern. Die Marinera hat in der Vergangenheit venezolanisches Rohöl transportiert und wurde vom US-Finanzministerium sanktioniert.

Das Schiff war zuvor unter panamaischer Flagge registriert und wurde, wie andere beschlagnahmte Tanker, von US-Behörden wegen seiner früheren Beteiligung am iranischen Ölhandel sanktioniert. Schiffe wie die Marinera und The Skipper sind Teil einer sogenannten "Schattenflotte", die illegal Öl aus sanktionierten Nationen wie Russland, Iran und Venezuela transportiert. Diese Schiffe manipulieren oft ihre automatischen Identifikationssysteme (AIS), um ihre Standorte zu verschleiern oder zu "spoofen". Das US-Finanzministerium betonte am 31. Dezember, dass das Regime von Nicolás Maduro zunehmend auf eine solche Schattenflotte angewiesen sei, um sanktionierbare Aktivitäten zu ermöglichen und Einnahmen für destabilisierende Operationen zu generieren.

Russlands Rolle und diplomatische Spannungen

Die Marinera fährt derzeit unter russischer Flagge, und das Russische Seeschifffahrtsregister listet den Tanker als in Sotschi beheimatet. Während der Verfolgung durch die USA wurden ein russisches U-Boot und andere Marineschiffe zur Eskorte des Tankers eingesetzt, wie zwei US-Beamte bestätigten.

Die New York Times berichtete, dass die russische Regierung die USA offiziell aufgefordert hatte, alle Versuche zur Abfangung des Schiffes einzustellen. Moskau legte einen formellen diplomatischen Protest ein und forderte Washington auf, die Verfolgung zu beenden. Das russische Außenministerium erklärte, es verfolge die Situation und nannte die Verfolgung "unverhältnismäßig", wobei es betonte, dass sich das Schiff in internationalen Gewässern befinde und nach internationalem Seerecht handele, und forderte die Achtung der Navigationsfreiheit. Die Beschlagnahmung der Marinera könnte die Spannungen zwischen den USA und Russland weiter verschärfen.

US-Druckkampagne und Venezuelas Reaktion

Die Verfolgung der Marinera begann im Rahmen einer umfassenderen Druckkampagne der USA gegen den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, der am vergangenen Wochenende von US-Streitkräften gefangen genommen wurde. Bereits im letzten Monat wurden zwei weitere Öltanker von den USA beschlagnahmt. US-Beamte äußerten, dass die USA das Schiff lieber beschlagnahmen als versenken würden, und verwiesen auf eine ähnliche Operation im letzten Monat, bei der US-Marines und Spezialeinheiten zusammen mit der US-Küstenwache den Rohöltanker The Skipper beschlagnahmten.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember eine "totale und vollständige Blockade aller sanktionierten Öltanker" angekündigt, die Venezuela anlaufen oder verlassen. Dies sei eine Reaktion auf die Einstufung des Regimes als "ausländische terroristische Organisation" unter anderem wegen des Diebstahls von US-Vermögenswerten sowie Terrorismus, Drogen- und Menschenhandel. Maduro hat die US-Vorwürfe bezüglich der Nutzung der Schiffe zurückgewiesen und wirft den USA vor, venezolanische Ressourcen unter dem Deckmantel der Strafverfolgung zu plündern. Sekretär des Staates Marco Rubio bezeichnete die Aktion als "Quarantäne", die illegale Aktivitäten ins Visier nimmt, im Gegensatz zu einer "Blockade" unter internationalem Recht.