
US-Börsen erholen sich: Nasdaq springt 300 Punkte, Anlegerstimmung neutral
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Die US-Börsen beendeten den Handel am Freitag mit deutlichen Kursgewinnen, wobei der Nasdaq Composite um rund 300 Punkte zulegte. Die Anleger zeigten sich optimistisch hinsichtlich des KI-Themas, während der CNN Money Fear & Greed Index in die "Neutral"-Zone vorrückte und eine Verbesserung der allgemeinen Marktstimmung signalisierte.
US-Börsen erholen sich: Nasdaq führt den Aufschwung an
Am Freitag schlossen die US-Aktienmärkte höher und signalisierten einen ruhigeren Abschluss einer der volatilsten Wochen des Jahres. Der Dow Jones Industrial Average beendete den Handel mit einem Plus von rund 183 Punkten bei 48.134,89. Der S&P 500 stieg um 0,88 % auf 6.834,50, während der Nasdaq Composite um 1,31 % auf 23.307,62 Punkte sprang. Diese Entwicklung trug dazu bei, einen Teil der jüngsten Verluste wieder aufzuholen, auch wenn die Wochenperformance leicht negativ blieb.
Anlegerstimmung verbessert sich: Fear & Greed Index im "Neutral"-Bereich
Der CNN Money Fear & Greed Index zeigte eine Verbesserung der allgemeinen Marktstimmung und bewegte sich am Freitag in die "Neutral"-Zone. Mit einem aktuellen Wert von 45,5 lag der Index über dem vorherigen Wert von 43,8. Der Fear & Greed Index misst die aktuelle Marktstimmung und basiert auf der Annahme, dass höhere Angst Druck auf die Aktienkurse ausübt, während höhere Gier den gegenteiligen Effekt hat. Er wird aus sieben gleich gewichteten Indikatoren berechnet und reicht von 0 (maximale Angst) bis 100 (maximale Gier).
Technologieaktien im Fokus: Nvidia und Micron als Top-Performer
Technologieaktien führten den Aufschwung an. Micron Technology Inc. (NASDAQ:MU) gehörte zu den herausragenden Gewinnern im Nasdaq 100 und stieg um mehr als 7 %, nachdem das Unternehmen am Donnerstag bereits nach einem starken Gewinnbericht um 10 % zugelegt hatte. Nvidia Corp. (NASDAQ:NVDA) legte ebenfalls um 3,9 % zu und verzeichnete damit die stärkste Tagesperformance seit über einem Monat. Die Anleger positionierten sich zudem für die "Triple Witching"-Sitzung im Dezember.
Die meisten Sektoren des S&P 500 schlossen positiv, wobei Informationstechnologie, Industrie und Gesundheitswesen die größten Gewinne verzeichneten. Konsumgüter und Versorgeraktien widersetzten sich jedoch dem allgemeinen Markttrend und schlossen die Sitzung mit Verlusten.
Nvidia im Aufwind: China-Geschäft und Analysten-Optimismus
Die Aktien des führenden Grafikchip-Designers Nvidia (NASDAQ:NVDA) sprangen am Morgen um 3 %, nachdem Reuters berichtete, dass die Trump-Administration eine behördenübergreifende Prüfung eingeleitet hat. Diese könnte die ersten Lieferungen von Nvidias H200 KI-Chips nach China genehmigen. Dieser prozedurale Meilenstein signalisiert einen konkreten Schritt zur Erfüllung von Präsident Trumps Versprechen, den chinesischen Markt wieder zu öffnen, den Nvidia-CEO Jensen Huang zuvor auf Milliarden von Dollar an potenziellen Einnahmen geschätzt hatte.
Zusätzlich hob Tigress Financial ihr Kursziel für die Aktie auf 350 US-Dollar an und wiederholte ihre "Strong Buy"-Einstufung, unter Verweis auf die führende Position des Unternehmens in der KI-Infrastruktur und im Rechenzentrums-Computing. Ein Bernstein-Analyst merkte zudem an, dass die Aktie "ungewöhnlich günstig" aussehe und behielt seine Outperform-Einstufung bei. Nach dem anfänglichen Anstieg kühlten die Aktien auf 179,54 US-Dollar ab, was einem Plus von 3,2 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht. Nvidia ist seit Jahresbeginn um 29,8 % gestiegen, liegt aber mit 179,54 US-Dollar pro Aktie immer noch 13,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 207,04 US-Dollar vom Oktober 2025.
Wirtschaftliche Daten und Zinsausblick beeinflussen den Markt
An der Wirtschaftsdatenfront stiegen die Verkäufe bestehender US-Häuser im November um 0,5 % gegenüber dem Vormonat auf eine annualisierte Rate von 4,13 Millionen. Die am Freitag veröffentlichten, verzögerten US-Wirtschaftsberichte zeigten, dass die Verbraucherpreise im November schneller als erwartet abkühlten. Dies belebte die Hoffnungen, dass die Federal Reserve im Jahr 2026 mehrere Zinssenkungen vornehmen könnte. Gleichzeitig verstärkten Anzeichen eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes die Erwartungen einer lockereren Geldpolitik.
Auch globale Zinsentwicklungen wurden von den Anlegern verarbeitet. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen stieg auf rund 4,15 %, da die Anleihemärkte auf die Zinserhöhung der Bank of Japan reagierten, die höchste seit 1995.
Volatilität und Sektorrotation prägen den Dezember
Trotz der Gewinne am Freitag blieben die großen Indizes für die Woche leicht im Minus. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq hatten im Dezember mit einer Rotation aus großen Technologieaktien zu kämpfen. Die Hoffnungen auf eine traditionelle "Santa Claus Rally" haben sich bisher nicht erfüllt. Analysten merkten an, dass die jüngste Volatilität die Unsicherheit bezüglich der Zinssätze und des Gewinnwachstums widerspiegelt. Anleger seien selektiver geworden und bevorzugten Value- und defensive Sektoren gegenüber wachstumsstarken Namen. Diese Verschiebung hat die breitere Indexperformance trotz periodischer Erholungen belastet.