
US-Börsen im Aufwind: Netflix, AMD und weitere Aktien im Fokus
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Die wichtigsten US-Indizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Kursgewinnen. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,2 % auf 48.578,72 Punkte, der S&P 500 legte um fast 0,3 % auf 7.041,28 Punkte zu und der Nasdaq Composite verzeichnete ein Plus von rund 0,4 % auf 24.102,70 Punkte. Im Fokus der Anleger standen dabei mehrere Einzelwerte, die durch aktuelle Nachrichten und Quartalsergebnisse bewegt wurden.
Netflix im Fokus: Quartalszahlen, Preisstrategie und Führungswechsel
Die Netflix Aktie (NASDAQ:NFLX) schloss am Donnerstag mit einem leichten Plus von 0,07 % bei 107,79 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel verzeichnete der Streamingdienst jedoch einen Rückgang von 9,6 % auf 97,44 US-Dollar. Die Aktie bewegte sich im Tagesverlauf zwischen einem Hoch von 108,95 US-Dollar und einem Tief von 106,62 US-Dollar, während die 52-Wochen-Spanne zwischen 75,01 US-Dollar und 134,12 US-Dollar liegt.
Netflix übertraf im ersten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 12,25 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,23 US-Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 16 %, angetrieben durch Mitgliederwachstum, Preisanpassungen und Werbeeinnahmen. Zudem generierte Netflix einen operativen Cashflow von 5,3 Milliarden US-Dollar und einen freien Cashflow von 5,1 Milliarden US-Dollar, mit einem Kassenbestand von 12,3 Milliarden US-Dollar zum Quartalsende.
Trotz der starken Ergebnisse enttäuschte der Ausblick für das zweite Quartal 2026. Netflix prognostizierte einen Umsatz von 12,57 Milliarden US-Dollar und ein EPS von 0,78 US-Dollar, beides unter den Erwartungen. Die Jahresumsatzprognose für 2026 wurde jedoch mit 50,7 Milliarden bis 51,7 Milliarden US-Dollar bestätigt. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Ankündigung, dass Mitbegründer Reed Hastings nach Ablauf seiner Amtszeit im Juni nicht zur Wiederwahl als Vorsitzender des Verwaltungsrats stehen wird.
Die Preisstrategie von Netflix wurde ebenfalls aktualisiert: Am 25. März 2026 erhöhte das Unternehmen die Abonnementpreise für alle Tarife. Der Standard-Werbefrei-Plan kostet nun 19,99 US-Dollar pro Monat (zuvor 17,99 US-Dollar), der Premium-Plan 26,99 US-Dollar und der werbefinanzierte Tarif stieg um einen Dollar auf 8,99 US-Dollar. Dies ist die fünfte Preiserhöhung in sechs Jahren.
Netflix begründet diese Schritte mit dem Ziel, "gesundes Umsatzwachstum aufrechtzuerhalten, die operative Marge zu erweitern und den freien Cashflow zu steigern", was auf eine Priorisierung von Aktionärsgewinnen gegenüber maximalem Abonnentenwachstum hindeutet. Das Unternehmen verfügt über eine starke Finanzlage, einschließlich eines freien Cashflows von 9,46 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr und einer operativen Marge von 29,5 %. Die Bilanz weist 13 Milliarden US-Dollar an Umlaufvermögen auf, was fast den langfristigen Schulden von 13,5 Milliarden US-Dollar entspricht.
Zusätzlich erhielt Netflix eine Trennungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar von Paramount Skydance, nachdem Paramount Netflix im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery überboten hatte. Diese Summe wird im Q1 2026 Bericht sichtbar sein. Im Jahr 2025 investierte Netflix 9,1 Milliarden US-Dollar in Aktienrückkäufe, tilgte 1,8 Milliarden US-Dollar Schulden und steckte 17,1 Milliarden US-Dollar in die Content-Produktion. Das Unternehmen ist zudem auf Kurs, seine Werbeeinnahmen bis 2026 auf 3 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln, wobei der werbefinanzierte Tarif im ersten Quartal 60 % aller Neuanmeldungen in den entsprechenden Ländern ausmachte.
Advanced Micro Devices (AMD) profitiert vom KI-Boom
Die Advanced Micro Devices Aktie (NASDAQ:AMD) verzeichnete am Donnerstag einen deutlichen Anstieg von 7,80 % und schloss bei 278,26 US-Dollar. Das Tageshoch lag bei 279,34 US-Dollar, das Tagestief bei 261,51 US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 83,75 US-Dollar bis 279,34 US-Dollar.
Der Kursanstieg der **AMD Aktie** wurde maßgeblich durch die positive Umsatzprognose von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) befeuert. TSMC verwies auf eine "unersättliche" Nachfrage nach KI-Infrastruktur, was die Erwartungen an den Halbleitersektor und damit auch an AMD steigen ließ. Im vierten Quartal meldete AMD ein EPS von 1,53 US-Dollar bei einem Umsatz von 10,27 Milliarden US-Dollar, womit die Analystenschätzungen von 1,32 US-Dollar EPS und 9,65 Milliarden US-Dollar Umsatz übertroffen wurden. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34,1 %.
Analysten bewerten die AMD Aktie mehrheitlich positiv. Laut MarketBeat.com liegt die Konsensbewertung bei "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 291,03 US-Dollar. Einzelne Analysten wie Wells Fargo & Company bestätigten ein "overweight"-Rating mit einem Kursziel von 345,00 US-Dollar. Das Unternehmen weist eine Marktkapitalisierung von 453,66 Milliarden US-Dollar auf.
Navitas Semiconductor: Strategische Neuausrichtung und Personalie
Die Navitas Semiconductor Aktie (NASDAQ:NVTS) erlebte am Donnerstag einen starken Kursanstieg von 20,57 % und schloss bei 12,37 US-Dollar. Das Intraday-Hoch lag bei 12,41 US-Dollar, das Tief bei 10,08 US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 1,72 US-Dollar bis 17,79 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie um 1,21 % auf 12,22 US-Dollar nach.
Der Kurssprung ist auf die Ernennung von Gregory Fischer, einem Branchenveteranen und ehemaligen Broadcom-Manager mit über 40 Jahren Erfahrung, in den Verwaltungsrat zurückzuführen. Diese Personalie unterstützt die "Navitas 2.0"-Strategie des Unternehmens, die sich auf **AI-Rechenzentren** und die industrielle Elektrifizierung konzentriert. Die Bekanntgabe erfolgte im Vorfeld der Ergebnisse für das erste Quartal, für das Analysten einen Verlust von 0,06 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 8,15 Millionen US-Dollar erwarten. Die Short-Interest-Quote liegt bei 25,11 % des Streubesitzes und ist zuletzt leicht gesunken.
Abbott Laboratories: Umsatzwachstum vs. gesenkter Ausblick
Die Abbott Laboratories Aktie (NYSE:ABT) verzeichnete am Donnerstag einen Rückgang von 6,00 % und schloss bei 95,47 US-Dollar. Das Tageshoch lag bei 99 US-Dollar, das Tief bei 93,92 US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 93,92 US-Dollar bis 139,06 US-Dollar.
Das Unternehmen meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 11,16 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EPS von 1,15 US-Dollar, womit die Schätzungen leicht übertroffen wurden. Der Umsatz stieg um 7,8 %, angetrieben durch eine starke Performance in den Bereichen Medizintechnik und Diabetesversorgung. Trotz dieser positiven Ergebnisse senkte Abbott Laboratories jedoch seinen Ausblick für das bereinigte EPS im Jahr 2026 auf 5,38 bis 5,58 US-Dollar (zuvor 5,55 bis 5,80 US-Dollar). Auch die Prognose für das zweite Quartal mit einem EPS von 1,25 bis 1,31 US-Dollar lag unter den Erwartungen. Das Unternehmen prognostiziert weiterhin ein jährliches Umsatzwachstum von 6,5 % bis 7,5 %.
NIO: Starkes Lieferwachstum und positive Marktstimmung
Die NIO Aktie stieg am Donnerstag um 6,84 % und schloss bei 6,87 US-Dollar. Im erweiterten Handel legte die Aktie um weitere 1,16 % auf 6,95 US-Dollar zu. Das Tageshoch lag bei 6,88 US-Dollar, das Tief bei 6,49 US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 3,34 US-Dollar bis 8,02 US-Dollar.
Der Anstieg der NIO Aktie erfolgte inmitten einer verbesserten Marktstimmung, da das Unternehmen sein Ziel für das Lieferwachstum im Gesamtjahr von 40 % bis 50 % bekräftigte. Im ersten Quartal verzeichnete NIO ein beeindruckendes Wachstum von 98,3 % im Jahresvergleich. Die Auslieferungen im März stiegen um 136 % auf 35.486 Fahrzeuge, und die Quartalsauslieferungen erreichten 83.465 Einheiten. Die kumulierten Auslieferungen übertrafen die Marke von 1,08 Millionen Fahrzeugen. Die starke Nachfrage nach dem SUV-Modell ES8 unterstützte diese Dynamik, mit 16.255 verkauften Einheiten im März. Analysten erwarten für die kommenden Ergebnisse einen geringeren Verlust von 0,24 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 3,55 Milliarden US-Dollar.