US-Einzelhandel 2025: Eine Welle von Pleiten und Filialschließungen

US-Einzelhandel 2025: Eine Welle von Pleiten und Filialschließungen

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Das Jahr 2025 war für den US-Einzelhandel von einer signifikanten Welle von Unternehmenspleiten und Geschäftsaufgaben geprägt. Angesichts unsicheren Wirtschaftswachstums und anhaltender Herausforderungen für stationäre Geschäfte mussten zahlreiche bekannte Marken ihre Türen für immer schließen.

Eine Welle von Schließungen im US-Einzelhandel

Insgesamt schlossen im Jahr 2025 mehr als 8.100 Geschäfte in den Vereinigten Staaten. Dies entspricht einem Anstieg von rund 12 % gegenüber dem Vorjahr 2024, wie das Einzelhandelsanalyseunternehmen Coresight Research berichtete. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und reichen von verschärftem Wettbewerb bis hin zu veränderten Konsumentenpräferenzen.

Die anhaltenden Herausforderungen für den stationären Handel, oft als "Brick-and-Mortar"-Geschäfte bezeichnet, spielten eine zentrale Rolle. Viele Unternehmen kämpften mit rückläufigen Umsätzen und hohen Betriebskosten, was in mehreren Fällen zu Insolvenzanmeldungen führte.

Prominente Namen verschwinden vom Markt

Eine Reihe großer nationaler und regionaler Einzelhändler musste in diesem Jahr den Betrieb einstellen. Diese Schließungen betrafen verschiedene Branchen, von Discount-Läden über Modeketten bis hin zu Apotheken und Spezialgeschäften.

Die Liste der betroffenen Unternehmen verdeutlicht die Breite der Auswirkungen auf den US-Einzelhandelsmarkt. Jede Schließung erzählt eine eigene Geschichte von wirtschaftlichem Druck und strategischen Fehlern.

Bargain Hunt: Der Discount-Riese kapituliert

Der in Nashville ansässige Discounter Bargain Hunt gab im Februar seine Insolvenz bekannt und kündigte die Schließung aller 92 Filialen in zehn Bundesstaaten an. Damit verschwand ein wichtiger Akteur im Niedrigpreissegment vom Markt.

Die Entscheidung zur vollständigen Geschäftsaufgabe unterstreicht die Schwierigkeiten, selbst im Discount-Bereich profitabel zu bleiben. Der Wettbewerb um preissensible Kunden ist hart.

Forever 21: Kampf gegen ausländische Konkurrenz

Der Fast-Fashion-Einzelhändler Forever 21 stellte seine US-Geschäfte ein. Das Unternehmen sah sich einem harten Wettbewerb durch ausländische Fast-Fashion-Anbieter wie Shein und Temu ausgesetzt.

Forever 21 führte die Schließung auf die Konkurrenz durch ausländische Unternehmen zurück, die die "De-minimis-Ausnahme" nutzen konnten, um die Marke bei Preisen und Margen zu unterbieten. Diese Regelung ermöglicht es, geringwertige Importe zollfrei und mit weniger bürokratischem Aufwand einzuführen.

Joann Fabrics: Nach über 80 Jahren das Aus

Joann Fabrics, ein über 80 Jahre altes Unternehmen für Stoffe und Bastelbedarf aus Hudson, Ohio, schloss im Februar alle seine Filialen in den USA. Bereits im Januar hatte das Unternehmen zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet, nachdem die Umsätze stagnierten.

Das Unternehmen konnte keinen Käufer finden, der bereit war, die Geschäfte offen zu halten. Joann begründete die Schließung mit "erheblichen und anhaltenden Herausforderungen im Einzelhandelsumfeld".

Liberated Brands: Sport- und Outdoor-Bekleidung am Ende

Liberated Brands, ein in Costa Mesa, Kalifornien, ansässiger Einzelhändler für Sport- und Outdoor-Bekleidung, gab im Februar die Schließung aller 122 Filialen bekannt. Zu den Marken des Unternehmens gehörten bekannte Namen wie Beachworks, Becker Surfboards, Billabong, Boardriders, Honolua Surf, Quiksilver, ROXY, RVCA, Spyder und Volcom.

Das Ende dieser Marken zeigt, dass auch etablierte Namen im Sport- und Lifestyle-Segment nicht immun gegen die aktuellen Marktturbulenzen sind. Die Konsolidierung in diesem Bereich schreitet voran.

Party City: Feierlichkeiten eingestellt

Party City schloss in diesem Jahr Hunderte von unternehmenseigenen und Franchise-Filialen, nachdem das Unternehmen Ende 2024 Insolvenz angemeldet hatte. Einige unabhängige Franchise-Geschäfte bleiben in den USA geöffnet.

Der Anbieter von Partyzubehör ist nach dem Kauf seiner Marke durch den Einzelhändler Ad Populum Anfang 2025 weiterhin als Online-Händler tätig. Dies verdeutlicht eine Verschiebung hin zum Online-Geschäft.

Rite Aid: Pharma-Kette unter Druck

Die nationale Apothekenkette Rite Aid, gegründet 1962, kündigte im Oktober die Schließung aller ihrer Standorte an, nachdem sie innerhalb von zwei Jahren zweimal Insolvenz angemeldet hatte. Das Unternehmen litt unter schleppenden Umsätzen und hohen Kosten im Zusammenhang mit Opioid-Klagen.

Das Justizministerium hatte 2023 eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Es wurde vorgeworfen, gegen den False Claims Act und den Controlled Substances Act verstoßen zu haben, indem es unrechtmäßige Rezepte für Oxycodon und Fentanyl ausstellte. Die verbleibende Website leitet ehemalige Kunden nun an, alte Apothekenunterlagen anzufordern und einen neuen Anbieter zu finden.

Sonder: Das plötzliche Ende eines Airbnb-Rivalen

Sonder, ein ehemaliger Konkurrent von Airbnb im Bereich der Kurzzeitvermietung, stellte im November abrupt den Betrieb ein. Dies führte dazu, dass Gäste gestrandet und in einigen Fällen aus ihren Unterkünften ausgesperrt wurden.

Sonder ging nach der Beendigung seines Lizenzvertrags mit Marriott in Konkurs. Die Interims-CEO Janice Sears erklärte, die Integration mit Marriott International sei aufgrund unerwarteter Herausforderungen bei der Abstimmung der Technologie-Frameworks erheblich verzögert worden. Dies führte zu erheblichen, unvorhergesehenen Integrationskosten und einem starken Umsatzrückgang durch Sonders Teilnahme am Bonvoy-Reservierungssystem von Marriott.